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14.03.2016

17:10 Uhr

Billionen-Programm

EZB drosselt Geschwindigkeit der Anleihenkäufe

Die Europäische Zentralbank hat weniger Milliarden Euro für den Kauf von Staatsanleihen ausgegeben als in der vergangenen Woche. Die Käufe sollen aber wie geplant bis Ende März 2017 weiter gehen.

Neubau der Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt: Konjunktur befördern. dpa

Anleihenkaufprogramm

Neubau der Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt: Konjunktur befördern.

Die Europäische Zentralbank (EZB) nimmt bei ihren Anleihenkäufen wieder etwas den Fuß vom Gas. Die Währungshüter nahmen in der Woche bis zum 11. März Staatsbonds im Volumen von 12,51 Milliarden Euro in ihre Bücher, wie die EZB am Montag in Frankfurt mitteilte. In der vorangegangenen Woche waren es noch 13,24 Milliarden Euro. Seit dem Start des Programms im März 2015 erwarben die EZB und die nationalen Notenbanken inzwischen Titel im Volumen von 620,51 Milliarden Euro. Die Käufe sollen noch bis Ende März 2017 andauern.

Mit dem inzwischen auf 1,74 Billionen Euro angelegten Programm, das auch Pfandbriefe, Hypothekenpapiere, Regional- und künftig auch Firmenbonds umfasst, will die EZB die Konjunktur befördern und die nach ihrer Ansicht viel zu niedrige Inflation in der Euro-Zone anfachen.

Details zum EZB-Anleihekaufprogramm

Zusätzliche Staatsanleihen und Wertpapiere

Die EZB wird neben dem bereits begonnen Erwerb von gesicherten Bankanleihen (Covered Bonds) und Kreditverbriefungen (ABS) zusätzlich Staatsanleihen und Wertpapiere bestimmter internationaler Institutionen kaufen.

Schrittweise und auf breiter Basis

Die Käufe sollen „schrittweise und auf breiter Basis“ durchgeführt werden, um die Preisbildung auf den Finanzmärkten nicht zu stören.

Auch Papiere mit negativer Rendite

Grundsätzlich seien auch Käufe von Papieren mit negativer Rendite (also mit sehr hohem Kurswert) möglich. Allerdings nur, solange die Rendite der Papiere über dem Einlagensatz der Notenbank von derzeit minus 0,2 Prozent liegt.

Diese Papiere sollen gekauft werden

Die EZB will unter anderem Papiere der folgenden internationalen Institutionen kaufen: Schuldtitel der beiden Rettungsschirme EFSF und ESM, der Europäischen Investitionsbank (EIB) und der Europäischen Union (EU).

Diese Anleihen sollen gekauft werden

Unter anderem will die EZB auch Anleihen der folgenden nationalen Förderbanken (Agencies) kaufen: Papiere der deutschen KfW, der Landeskreditbank Baden-Württemberg, der NRW-Bank, der französischen Anstalten CADES und UNEDIC sowie der spanischen Staatsbank ICO.

Vorkehrung gegen das Austrocknen

Die von der Notenbank erworbenen Schuldtitel sollen per Wertpapierleihe wieder in den Markt gegeben werden. Experten hatten dies erwartet. Sie sehen darin eine Vorkehrung gegen ein Austrocknen einzelner Anleihemärkte.

Die Notenbank strebt knapp zwei Prozent Inflation als optimalen Wert für die Entwicklung der Wirtschaft an. Aktuell liegt dieses Ziel aber weit entfernt: Im Februar gingen die Preise im Währungsraum sogar um 0,2 Prozent zurück. Dies war mit ein Grund, warum die Euro-Wächter vergangenen Woche die monatlichen Käufe ab April auf 80 Milliarden Euro von bislang 60 Milliarden Euro aufstockten.

Von

rtr

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