Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.08.2014

13:23 Uhr

BIP

Britisches Wirtschaftswachstum stellt Euro-Zone in den Schatten

Die deutsche Wirtschaftsleistung schrumpft, Frankreich stagniert – doch nicht überall in Europa sieht es so düster aus: Die britische Wirtschaft schlägt mit kräftigen Wachstum nahezu jedes Land der Euro-Zone.

Englands Wirtschaftswachstum ist ein Novum in der Eurozone. dpa

Englands Wirtschaftswachstum ist ein Novum in der Eurozone.

LondonDie britische Wirtschaft überflügelt mit kräftigen Wachstum nahezu jedes Land der Euro-Zone. Sie legte in den Monaten April bis Juni um 0,8 Prozent zum Vorquartal zu, wie das Statistikamt ONS am Freitag in einer zweiten Schätzung mitteilte. In der konjunkturell stagnierenden Euro-Zone hat nur Lettland mit einem Plus von einem Prozent eine höhere Wachstumszahl zu bieten.

Zum Vorjahresquartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Großbritannien sogar um 3,2 Prozent zu und damit einen Tick stärker als zunächst erwartet. Das ist die höchste Zunahme seit mehr als sechs Jahren.

Hauptgrund für die Revision war nach Angaben des ONS, dass sich die Baukonjunktur besser entwickelte als zunächst berechnet. Die Wirtschaft auf der Insel hat die Schwächephase nach der weltweiten Finanzkrise abgehakt. Die Wirtschaftsleistung ist insgesamt wieder höher als Anfang 2008.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt dem Land 2014 ein um 3,2 Prozent anziehendes BIP voraus. Damit dürfte es stärker als jedes andere große Industrieland wachsen. Deutschland, dessen Wirtschaft im Frühjahr leicht schrumpfte, traut der Fonds 2014 ein Plus von 1,9 Prozent zu.

Nach revidierten Daten des Statistikamtes in London war auch der Wirtschaftseinbruch in der Finanzkrise nicht so tief wie ursprünglich berechnet: Demnach schrumpfte die Wirtschaft im Rezessionsjahr 2008 nur um 0,3 Prozent und nicht um 1,1 Prozent. Die Bank of England hält den Leitzins seit mehr als fünf Jahren auf dem historisch niedrigen Niveau von 0,5 Prozent und hat trotz der brummenden Wirtschaft keine Eile mit einer Erhöhung.

Einkaufsmanager-Index: Eurozonen-Industrie kommt ins Stottern

Einkaufsmanager-Index

Eurozonen-Industrie kommt ins Stottern

Während die deutschen Unternehmen zurzeit eine Schippe drauflegen, macht die Industrie in der Eurozone nur mäßige Fortschritte. Derzeit gibt es sogar „Anzeichen einer Stagnation“. Vor allem in Frankreich geht es bergab.

Der Notenbanker David Miles verwies im Gespräch mit der BBC jüngst auf erste Signale, die eine Abkühlung am Häusermarkt anzeigten. Zugleich sei vorerst nicht mit einem starken Anziehen der Verbraucherpreise zu rechnen. Experten erwarten, dass die BoE erst Anfang kommenden Jahres die Zinszügel anziehen wird. Sie wäre damit aber international voraussichtlich Vorreiter unter den großen Notenbanken.

In der Euro-Zone wird wegen der stagnierenden Wirtschaft und der anhaltenden Deflationssorgen erst später mit der Zinswende gerechnet.

Von

rtr

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

15.08.2014, 12:26 Uhr

Und dieses Wachstum wird sich mit den Bau neuer Kernkraftwerke in Zukunft noch beschleunigen. Zuverlässig und preisgünstige Energie/Strom ist der Schlüssel für ein wirtschaftliches Wachstum. Weiterhin sind Ökologische Ideologien wie Klimaschutz und Erneuerbare Energien zurück zu fahren. England ist auf einen guten Weg, wenn es gelingt diesen Öko-Sozialistischen Virus einer technik- und wohlstandsfreindlichen Gedankenguts in der EU parolie zu bieten.

Herr Fred Meisenkaiser

15.08.2014, 12:34 Uhr

Nicht wieder die alte Leier! gerade jetzt merkt Deutschland wie wichtig es wäre, etwas weniger von Rohstoffimporten abhängig zu sein: Wir haben keine!

Die EE kommen, ob es RWE wolen oder nicht! Die Speicherung via Erdgas ist geklärt. Man muß es nur wollen. Und das Beste: Sonne und Wind schicken keine rechnung. Wir zahlen dann nur da, was Schwarz/Gelb an Geschenken an Netzbetreiber und Energiekonzerne verschwendet haben!

Herr Fred Meisenkaiser

15.08.2014, 12:37 Uhr

Was macht übrigens die marode britische Infrastruktur? Mein letzter Stand ist, das die Privatisierung der Wasserleitungen erbärmlich gescheitert ist. Die Wasserversorgung war größtenteils zusammengebrochen, da zwar Gewinne abgeschöpft wurden, jedoch keinerlei Investitionen erfolgten. Ähnlich beim Bahnnetz.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×