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15.05.2013

11:27 Uhr

BIP schrumpft weiter

Europa verharrt in der Rezession

Die Rezession hält weiter an: Seit mehr als eine Jahr schrumpft die Wirtschaft im Euroraum – auch im ersten Quartal 2013 geht weiter bergab. Die einzige positive Nachricht: Das Minus fällt geringer aus als zuletzt.

Europa wartet weiterhin auf den wirtschaftlichen Befreiungsschlag. ap

Europa wartet weiterhin auf den wirtschaftlichen Befreiungsschlag.

Brüssel/LuxemburgDie Wirtschaft in der Euro-Zone ist auch Anfang 2013 in der Rezession geblieben. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den 17-Ländern schrumpfte zwischen Januar und März um 0,2 Prozent zum Vorquartal, wie die Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch mitteilte.

Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem leichten Minus von 0,1 Prozent gerechnet. In den großen Mitgliedsländern lief die Konjunktur durch die Bank schlechter als erwartet. Die Wirtschaft in Deutschland wuchs nur um 0,1 Prozent, während das Bruttoinlandsprodukt in Frankreich mit 0,2 Prozent stärker sank als angenommen.

Reichsten Euro-Länder nach Nettovermögen

Nettohaushaltsvermögen

Als Haushaltsvermögen gelten alle privaten Besitztümer der Menschen innerhalb eines Haushalts - also Sparbücher, Konten aber auch Lebensversicherungen und vor allem Immobilienvermögen. Die EZB-Studie zeigt nun erstmals, wie das Haushaltsvermögen in den Euro-Staaten aufgeteilt ist. Die Daten stammen aus den Jahren 2008 bis 2010. Nicht einbezogen sind die Euro-Länder Irland und Estland, da die Erhebung der Daten bereits begann, als die beiden Staaten den Euro noch gar nicht eingeführt hatten.

Platz 15: Slowakei

Mit einem durchschnittlichen Nettohaushaltsvermögen von nur 79.700 Euro ist die Slowakei das traurige Schlusslicht innerhalb der erhobenen Euro-Länder. Damit hat das kleine Land, das zwischen Polen und Ungarn liegt, in dem zwar 1,4 Prozent aller Haushalte in der Euro-Zone liegen, nur 0,5 Prozent des Vermögens.

Platz 14: Griechenland

Der reiche Grieche ist ein Mythos. Der Großteil der griechischen Haushalte ist arm: Mit nur 147.800 Euro Nettovermögen liegen die griechischen Haushalte weit unter dem Durchschnitt in der Euro-Zone von 230.800 Euro. Obwohl Griechenland drei Prozent aller Haushalte in der Euro-Zone stellt, besitzen die Menschen dort nur 1,9 Prozent des Vermögens.

Platz 13: Slowenien

In Slowenien liegt das durchschnittliche Nettohaushaltvermögen bei 148.700 Euro und damit nur wenige tausend Euro höher als das der Griechen. Doch Slowenien ist ein kleines Land: Die 0,6 Prozent der Haushalte halten 0,4 Prozent des privaten Vermögens innerhalb der Euro-Zone.

Platz 12: Portugal

Auch im Krisenland Portugal besitzen die Menschen nicht viel, im Durchschnitt 152.900 Euro je Haushalt. Damit besitzen die portugiesischen Haushalte, die 2,8 Prozent aller Haushalte in der Euro-Zone darstellen, nur 1,9 Prozent des Vermögens.

Platz 11: Finnland

161.500 Euro besitzen die finnischen Haushalte im Durchschnitt, damit reicht es im Vergleich unter den Euro-Ländern für Platz Elf. Die Finnen halten mit 1,8 Prozent der europäischen Haushalte 1,3 Prozent des Vermögens.

Platz 10: Niederlande

Auch unsere holländischen Nachbarn liegen unter dem EU-Durchschnitt. 170.200 Euro beträgt dort das durchschnittliche Haushaltsnettovermögen. Damit haben die Niederländer zwar 5,3 Prozent der Haushalte in der Euro-Zone, aber nur 4,0 Prozent des Vermögens.

Platz 9: Deutschland

Für Deutschland, stärkste wirtschaftliche Kraft innerhalb der Euro-Zone, reicht es im Vergleich der Haushaltsvermögen nur für Platz Neun: Durchschnittlich 195.200 Euro besitzen die deutschen Haushalte - und liegen damit unter dem Euro-Zonen-Durchschnitt von 230.800 Euro. 28,7 Prozent der Haushalte der Euro-Zone liegen in Deutschland, aber trotzdem nur 24,3 Prozent des Vermögens.

Platz 8: Frankreich

Frankreich steht besser da als Deutschland. Durchschnittlich 233.400 Euro beträgt dort das Nettovermögen der Haushalte und liegt damit leicht über dem Mittelwert der Euro-Zone. 20,2 Prozent der Haushalte halten 20,3 Prozent des Vermögens innerhalb der Euro-Zone.

Platz 7: Österreich

265.000 Euro besitzen österreichische Haushalte im Durchschnitt an Vermögen. Damit haben die Österreicher anteilig mehr Vermögen als Haushalte der Euro-Zone: 2,7 Prozent der Haushalte besitzen 3,1 Prozent des Vermögens.

Platz 6: Italien

Auch das Krisenland Italien liegt deutlich über dem durchschnittlichen Nettohaushaltsvermögen der Euro-Zone: 275.200 Euro an Vermögen haben die italienischen Haushalte im Durchschnitt angehäuft. Damit machen sie zwa rnur 17,2 Prozent aller Haushalte der Euro-Zone aus, halten aber 20,6 Prozent des Vermögens.

Platz 5: Spanien

Trotz der hohen Arbeitslosigkeit besitzen auch die spanischen Haushalte noch viel Vermögen, durchschittlich 291.400 Euro. Die Daten stammen allerdings aus dem Jahr 2008. Damals besaßen die spanischen 12,3 Prozent der Haushalte innerhalb der Euro-Zone rund 15,6 Prozent des Vermögens.

Platz 4: Belgien

In Belgien liegt das Nettohaushaltseinkommen durchschnittlich bei 338.600 Euro - und damit weit über dem der Nachbarländer Niederlande oder Deutschland. 3,4 Prozent der Haushalte der Euro-Zone liegen in Belgien, dort sammelt sich aber 5,0 Prozent des Vermögens.

Platz 3: Malta

Die bevölkerungsärmsten Euro-Länder haben die reichsten Haushalte. Mit 366.000 Euro Durchschnittsvermögen liegen die Haushalte auf der kleinen Mittelmeerinsel auf Platz drei. 0,1 Prozent der Haushalte der Euro-Zone sind auf der Insel zu finden - aber auch 0,2 Prozent des Vermögens.

Platz 2: Zypern

670.900 Euro Vermögen besitzen die Haushalte in Zypern im Durchschnitt - fast das dreifache des Mittelwerts der Euro-Zone, der bei 230.800 Euro liegt. Damit häuft sich bei den 0,2 Prozent der Haushalte der Euro-Zone rund 0,6 Prozent des Vermögenbesitzes.

Platz 1: Luxemburg

Die Luxemburger sind jedoch noch fast 40.000 Euro reicher als die Zyprioten: 710.100 Euro Vermögen besitzen die luxemburgischen Haushalte - und damit 0,4 Prozent des privaten Vermögens innerhalb Euro-Zone, auch wenn sich nur 0,1 Prozent aller Haushalte der Euro-Zone in Luxemburg befinden. Das Großherzogtum hat damit unbestritten das höchste Nettohaushaltsvermögen.

Düster sieht es vor allem in Italien aus: Das Land steckt in der längsten Rezession seit Jahrzehnten. Die Wirtschaftskraft büßte zum Jahresauftakt 0,5 Prozent ein. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone schrumpft damit schon seit sieben Quartalen in Folge und damit so lange wie noch nie seit Beginn der Statistik 1970.

Positive Signale gab es kaum: Österreichs Wirtschaft stagnierte zum Jahresauftakt, das BIP in den Niederlanden sank um 0,1 Prozent. Portugals Wirtschaft schrumpfte um 0,3 Prozent, die spanische um 0,5 Prozent zum Vorquartal. Auch der Krisenstaat Griechenland dümpelt weiter im Konjunkturtief. Das BIP sank unbereinigt um 5,3 Prozent zum Vorjahresquartal. (Reporter: Klaus Lauer, Robin Emmott; redigiert von Georg Merziger)

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

15.05.2013, 12:23 Uhr

Das ist die Folge der Gemeinschaftswährung.

Die Gemeinschaftswährung nimmt der europäischen Wirtschaft die Flexibilität. Die Rezession kann nur durch die währungstechnische Abkopplung der Währungen untereinander beendet werden. Dazu müssen nationale Währungen wiedereingeführt werden. Anders kommt die Wirtschaft nicht in Schwung.

Ob ein Nord-Euro und ein Süd-Euro helfen, darf bezweifelt werden. Die Leistungsbilanzen innerhalb dem Nord-Euro oder dem Süd-Euro sind sehr unterschiedlich. Das bedeutet, dass die Teilnehmerstaaten im Süd-Euro-Raum den makroökonomischen Reibungskräften weiter ausgesetzt wären. Die Tendenz zeigt in Richtung nationaler Währungen.

graete

15.05.2013, 14:05 Uhr

Wie soll es denn aufwärts gehen in GANZ EUROPA wenn die EU ein Girokto für alle proklamiert, das Bargeld letztlich unter Strafe verbieten will und die Leute nach 15. März 2013 Zypern sehen, WAS MÖGLICH IST und daher das Geld daheim/im Keller bunkern????Wie Juncker meinte: "wir probieren zunächst etwas aus, ein Feldversuch. Wenn dann kein Protest kommt, machen wir WEITER!!!" Der gleiche Juncker meinte in seinem NeujahrsVORTRAG - nicht am Rande einer Veranstaltung - in Luxemburg: "denkt an 1913, das letzte Friedensjahr vor dem kalten Krieg!" Merkel meinte: "wenn wir das nicht schaffen, haben wir wieder Krieg!" -

Account gelöscht!

15.05.2013, 16:43 Uhr

Das ist ja schrecklich!
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Jetzt gibt es den Euro schon seit 12 Jahren (eingeführt wurde er am 1.1.2002) und seit 2008 muß er ständig "gerettet" werden. Und die Anzahl der Länder, die "gerettet" werden müssen, steigt kontinuierlich.
Aber woran liegt das?
Es liegt daran, dass hier Länder mit unterschiedlicher Wirtschaftskraft und Mentalität "zwangsvereinigt" wurden. Sie sind unter der Esperantowährung Euro nicht (über)lebensfähig. Ohne Euro könnten sie - wie früher auch - ihre nationale Währung abwerten und wären dann wieder wettbewerbsfähig.
Hier könnte man auch den Ringspruch anwenden:
"Ein "Euro" sie zu knechten,
sie alle zu finden,
ins Dunkel zu treiben
und ewig zu binden."

Und wie aieren unsere Eurokraten?
Sie erfinden immer neue "Rettungsmechanismen".
■ ESM (Europäischer Schulden Mechanismus)
■ EFSF
■ EFSM
■ ELA
■ ABS
■ LTRO
■ Target2
■ Eurobonds
■ Schuldenunion
■ Banenunion
■ Bad Banks
■ EZB (ehemals „Banca d'Italia“) und EIB

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