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29.09.2011

15:40 Uhr

BIP-Schub

US-Wirtschaft wächst stärker als erwartet

Hoffnungsschimmer für Amerika. Die US-Wirtschaft ist im zweiten Quartal stärker als erwartet gewachsen. Auch von der Jobfront kommen gute Nachrichten. Der Dax reagierte prompt und schob sich deutlich ins Plus.

US-Flagge. Reuters

US-Flagge.

WashingtonDie US-Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2011 etwas stärker gewachsen als bislang angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist von April bis Juni auf das Jahr hochgerechnet um 1,3 Prozent gestiegen, wie das US-Handelsministerium am Donnerstag in Washington in einer dritten Schätzung mitteilte. Damit wurden vorläufige Zahlen um 0,3 Punkte nach oben korrigiert.

Volkswirte hatten mit einem etwas schwächeren Wachstum um 1,2 Prozent gerechnet. Im ersten Quartal war die US-Wirtschaft um sehr schwache 0,4 Prozent gewachsen.

Leichte Entspannungssignale sendet auch der Arbeitsmarkt. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind in der vergangenen Woche deutlich stärker als erwartet gefallen. Im Wochenvergleich sei die Zahl um 37.000 auf 391.000 zurückgegangen, teilte das US-Arbeitsministerium mit. Volkswirte hatten einem Rückgang auf 420.000 Anträge gerechnet. Die Zahl in der Vorwoche wurde um 5.000 auf 428.000 nach oben korrigiert.

Obamas Plan zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit

Wie hoch ist die Arbeitslosigkeit in den USA?

Die Arbeitslosenquote in den USA stagniert seit Langem bei neun Prozent. Damit sind etwa 14 Millionen US-Bürger, die arbeiten wollen, ohne Stelle.

Was sind die wichtigsten Maßnahmen, die Obama vorgeschlagen hat?

Obamas Maßnahmenpaket sieht eine Halbierung der Lohnsteuer für Arbeitnehmer vor. Außerdem sollen Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen oder die Löhne ihrer Mitarbeiter erhöhen, entlastet werden. Durch Zuschüsse an klamme Einzelstaaten und Kommunen sollen Entlassungen im öffentlichen Dienst verhindert werden. Schulen und Infrastruktur sollen modernisiert und damit Arbeitsplätze in der Baubranche geschaffen werden.

Wie viel kosten Obamas Vorschläge?

Das Konjunkturpaket zur Belebung des Arbeitsmarktes soll einen Umfang von 447 Milliarden Dollar (318 Milliarden Euro) haben. Die größten Posten des Programms sind neben den Steuerentlastungen mit rund 105 Milliarden Dollar die öffentlichen Konjunkturprogramme, mit fast 50 Milliarden der Erhalt von Sozialhilfeleistungen, mit 35 Milliarden die Zuschüsse an Staaten und Kommunen und mit 25 Milliarden die Modernisierung von 35.000 staatlichen Schulen.

Müssen die USA zur Finanzierung von Obamas Plänen mehr Schulden machen?

Nach den Worten des Präsidenten nicht. Die Finanzierung des Konjunkturprogramms sei sichergestellt und werde nicht zu weiteren Schulden führen, sagte Obama. Das Paket soll mit einer Mischung aus Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen gestemmt werden. Demnach sind Kürzungen in den Gesundheitsprogrammen Medicare und Medicaid geplant. Außerdem will Obama die Steuern für Besserverdienende erhöhen.

Wie reagierten Obamas politische Gegner?

Vertreter der Republikaner äußerten sich nach der Rede ablehnend. John Boehner, der republikanische Präsident des US-Repräsentantenhauses, sagte nach Obamas Rede immerhin, der Vorschlag werde in Erwägung gezogen. Der republikanische Abgeordnete Ron Paul sprach sich rundweg dagegen aus. Das Programm werde lediglich die Staatsschulden der USA erhöhen, aber keine zusätzlichen Arbeitsplätze schaffen, sagte er. Die Abgeordnete Michele Bachmann, die sich um die Nominierung als republikanische Präsidentschaftskandidatin bewirbt, forderte den Kongress auf, das Paket abzulehnen. „Überlassen wir die Wirtschaft dem freien Markt“, forderte die Vertreterin der ultrakonservativen Tea Party. Der republikanische Minderheitsführer im Senat, Mitch McConnell, hatte Obamas Idee zur Schaffung neuer Arbeitsplätze bereits vor der Rede zurückgewiesen.

Die guten US-Daten gaben dem Dax neue Kraft und schoben ihn 1,2 Prozent ins Plus auf 5.643 Punkten. Sein Tageshoch markierte er bei einem Kurs von 5.651 Punkten. Die Indizes in der zweiten Reihe zogen ebenfalls an. Der MDax lag 0,5 Prozent im Plus auf 8.592 Punkte. Der TecDax konnte seine Verluste auf 0,8 Prozent bei einem Kurs von 680 Zählern reduzieren. Nach der Abstimmung des Bundestages zum EFSF verlor der TecDax zwischenzeitlich 1,3 Prozent.

Die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit in den USA hat erst am Mittwoch Notenbankchef Ben Bernanke veranlasst, Alarm zu schlagen. Er sprach von einer „nationalen Krise“. Seit April 2009 seien über neun Prozent der Amerikaner ohne Job. Etwa 45 Prozent der Arbeitslosen hätten länger als ein halbes Jahr keine Stelle. „Das ist ohne Beispiel“, sagte Bernanke am Mittwochabend (Ortszeit) in Cleveland.

In der vergangenen Woche hatte die US-Notenbank beschlossen, die Konjunktur durch den Tausch von Anleihen zu stützen. Sie will dabei kurz laufende Anleihen aus ihrem Bestand verkaufen und dafür lang laufende Anleihen kaufen. Ziel dieser Operation ist es, den langfristigen Zins weiter zu senken. Bernanke hat allerdings bereits in der Vergangenheit davor gewarnt, dass die Geldpolitik kein Allheilmittel sei.

Auch die Politik könne einiges beitragen, um die Konjunktur zu stützen. Maßnahmen zur „Erholung des Immobilienmarktes würden sicherlich nützlich sein“, sagte der Fed-Chef am Mittwochabend.

Kommentare (6)

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pendler

29.09.2011, 14:52 Uhr

So lange das Geld dieser Welt in den USA ihren Hauptsitz haben, wird Ami-Lang NIE Pleite gehen

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts starteten die Banken, die durch Rothschild kontrolliert waren, eine große Kampagne, um die reiche US-Wirtschaft unter ihre Kontrolle zu bekommen. Die europäischen Rothschilds finanzierten die J. P. Morgan & Co. Bank, die Bank von Khun Loeb & Co, John D. Rockefellers Standard Oil Co., Edward Harrimans Eisenbahn und Andrew Carnegie's Stahlwerke. Diese Verbindung war sicherlich mehr als nur ein Standbein in der US-Wirtschaft. Um 1900 sandten die Rothschilds einen anderen Agenten in die USA, Paul Warburg (siehe: Familie Warburg)), um mit der "Khun Loeb & Co. Bank" zusammenzuarbeiten. (Merken Sie sich diesen Rothschild-Agenten gut, er hat viele Organisationen miteinander vernetzt.

Moika

29.09.2011, 15:05 Uhr

Wie war das mit der einen Schwalbe, die noch keinen Frühling macht...

GausN

29.09.2011, 15:12 Uhr

... Sommer !!

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