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17.02.2006

13:20 Uhr

BIP-Zahlen 2005

Osdeutsche Wirtschaft fällt weiter hinter Westen zurück

Die Wirtschaft in den ostdeutschen Bundesländern ist vergangenes Jahr weiter hinter Westdeutschland zurückgefallen. Von Berlin übernahm Brandenburg die rote Laterne, das als einziges Land einen spürbaren Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) verkraften musste.

Total-Raffinerie Leuna: Allein Sachsen-Anhalt konnte seinen Abstand zum Westen verringern. Foto: dpa

Total-Raffinerie Leuna: Allein Sachsen-Anhalt konnte seinen Abstand zum Westen verringern. Foto: dpa

HB BERLIN. Während die Wirtschaft in den alten Bundesländern um ein Prozent wuchs, stagnierte das BIP in den neuen Ländern, wie aus den am Freitag veröffentlichten Daten des Arbeitskreises Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder hervorging. Die deutsche Wirtschaft wuchs damit insgesamt um 0,9 Prozent.

Das kräftigste Wirtschaftswachstum verbuchte das Saarland mit einem realen BIP-Zuwachs von 2,7 Prozent. An zweiter Stelle folgten Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein mit jeweils 1,5 Prozent Wachstum. Über dem Bundesdurchschnitt lag das Wachstum auch in Hamburg, Bayern und Sachsen-Anhalt. Nordrhein-Westfalen als bevölkerungsreichstes Land kam auf einen Zuwachs von 0,5 Prozent. Schlusslicht war Brandenburg mit einem BIP-Rückgang um 1,1 Prozent. In Sachsen und Berlin sank das BIP jeweils minimal.

Schon 2004 hatte das Saarland mit 3,6 Prozent die Wachstumsrangliste angeführt. „Das erneut gute Abschneiden im Jahr 2005 ist in erster Linie der heimischen Industrie zu verdanken“, erklärte das Statistische Landesamt des Saarlandes. Hauptstützen seien die Metallindustrie und der Fahrzeugbau gewesen. Jenseits der Industrie kamen die anderen Wirtschaftsbereiche wie in ganz Deutschland kaum voran. „Handel und Gastgewerbe steuerten ebenso wenige Wachstumsimpulse bei wie die übrigen Dienstleistungsbranchen.“

In Brandenburg ließ die Schwäche der von der heimischen Nachfrage abhängigen Branchen die Wirtschaftsleistung schrumpfen. Die Industrie sei auch 2005 gewachsen, erklärte Brandenburgs Statistikamt. „Dämpfend auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wirkten die Ergebnisse im Baugewerbe sowie die Konsolidierungsbemühungen der öffentlichen Haushalte.“ Auch in Sachsen - das über Jahre hinweg überdurchschnittlich gewachsen war - zehrte die Flaute bei Dienstleistern und Bauwirtschaft den erneut kräftigen Zuwachs bei der Industrie auf. Die anderen Ost-Länder verbuchten ebenfalls kräftige Zuwächse im verarbeitenden Gewerbe, der von der Schwäche anderer Bereiche aber ausgebremst wurde.

Bei der Wirtschaftskraft bezogen auf die Einwohnerzahl bildeten die fünf neuen Länder und Berlin weiter die Schlussgruppe. An der Spitze lag Hamburg mit einem BIP pro Kopf von 45 900 Euro im vergangenen Jahr. Über dem Bundesschnitt von 27 200 Euro lagen auch Bremen, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg. Mecklenburg-Vorpommern erreichte dagegen mit einem Pro-Kopf-BIP von 18 400 Euro gerade einmal 40 Prozent der Wirtschaftskraft Hamburgs. Auch die anderen Ost-Länder lagen mit weitem Abstand hinter dem schwächsten westdeutschen Bundesland Niedersachsen, wo das BIP je Einwohner bei 23 600 Euro lag. Allein Sachsen-Anhalt konnte den Abstand zum Bundesschnitt verringern.

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