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01.02.2005

11:13 Uhr

BME/NTC-Einkaufsmanagerindex

Aufschwung deutscher Industrie legt wieder zu

Dank einer schnelleren Zunahme von Aufträgen und Produktion hat die Erholung der deutschen Industrie am Jahresanfang etwas an Fahrt gewonnen. Der BME/NTC-Einkaufsmanagerindex (EMI) kletterte auf 52,4 von 51,7 Punkten, wie die britische Forschungsgruppe NTC am Dienstag mitteilte.

HB BERLIN. Das stärkere Neugeschäft aus dem In- und Ausland ließ die Produktion kräftig steigen, wobei der starke Euro das Geschäft kaum belastete. „Es gibt klare Anzeichen dafür, dass die Inlandsnachfrage stärker wird und sich so ein ausgeglicheneres Wachstums ergibt“, sagte NTC-Chefvolkswirt Chris Williamson mit Blick auf die bisher einzig vom Export getragene Erholung. Allerdings schlugen sich die besseren Geschäfte im Schnitt noch nicht in neuen Stellen nieder: Die Firmen entließen sogar mehr Mitarbeiter als zuvor.

Auch in der gesamten Euro-Zone erholte sich die Industrie von ihrer Schwächephase im Herbst; der EMI für die Euro-Zone kletterte auf 51,9 von 51,4 Punkten. „Die Wachstumsrate bleibt aber noch enttäuschend“, folgerte Williamson aus der monatlichen Befragung von rund 3000 Firmen. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Anstieg des EMI für Deutschland auf 52,0 Zähler und für die Euro-Zone mit einer Verbesserung auf 51,7 Punkte gerechnet.

Auch bei der vergangene Woche veröffentlichten Umfrage des Münchner Ifo-Instituts hatte sich die Stimmung in der deutschen Industrie verbessert. Der Auftragseingang legte den Einkaufsmanagern zufolge so stark zu wie seit vier Monaten nicht mehr, der entsprechende Index kletterte auf 54,1 von 52,6 Punkten. Vor allem aus der EU kamen mehr Aufträge. „Auch das Neugeschäft mit US-Firmen hat sich weiter verbessert und wurde vom starken Euro kaum beeinträchtigt“, erklärte NTC. Angesichts der steigenden Nachfrage nach Konsumgütern sagte Williamson: „Die Verbraucher in Deutschland scheinen wieder Vertrauen zu fassen, was sich offenbar im Dezember und Januar in höheren Ausgaben für Industrieprodukte niedergeschlagen hat.“ Angesichts vollerer Orderbücher fuhren die Firmen ihre Produktion stärker hoch als Ende vorigen Jahres, der Produktionsindex stieg auf 54,4 von 52,4 Punkten.

Die Wachstumsbelebung in der Industrie war jedoch nicht stark genug, um den Beschäftigungsabbau in der Branche zu stoppen. Der Beschäftigungsindex sank auf 47,1 von 47,9 Punkten und deutete damit an, dass in der Industrie im Januar so viele Arbeitsplätze verloren gingen wie schon seit mehr als einem Jahr nicht mehr. „Der Stellenabbau ist nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass die Firmen sich dem höheren Wechselkurs stellen müssen und gleichzeitig die Rohstoffpreise steigen“, sagte Williamson. Teurer wurden vor allem Energie, Stahl, Chemikalien sowie Transportdienstleistungen. Da die Verkaufspreise wesentlich langsamer anstiegen als die Kosten, standen die Gewinne der Firmen weiter unter Druck.

Auch in der gesamten Euro-Zone entließen die Firmen mehr Mitarbeiter, obwohl sowohl die Auftragseingänge als auch die Produktion im Januar deutlicher zunahmen als am Jahresende. Das Wachstum war zum sechsten Mal in Folge in Frankreich am deutlichsten, aber auch Firmen in allen anderen Ländern der Euro-Zone fuhren ihre Produktion hoch - mit Ausnahme der Niederlande. Nur in Spanien, Irland und Österreich stellten die Firmen wieder mehr Mitarbeiter ein.

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