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04.07.2016

13:44 Uhr

Brexit-Votum dämpft Erwartungen

Börsianer pessimistischer für Zukunft der Euro-Zone

Anleger und Analysten bewerten die Konjunkturaussichten der Euro-Zone so schlecht wie zuletzt Ende 2014. Sie sehen die politischen Risiken als entscheidende Belastung. Auch für die deutsche Prognose hat das Auswirkungen.

Das Stimmungsbarometer für die Konjunkturerwartungen in der Euro-Zone fiel im Juli um 12,0 Zähler auf minus 2,0 Punkte. dpa

Anleger sind pessimistisch

Das Stimmungsbarometer für die Konjunkturerwartungen in der Euro-Zone fiel im Juli um 12,0 Zähler auf minus 2,0 Punkte.

BerlinDas Brexit-Votum dämpft die Konjunkturerwartungen der Anleger für die Euro-Zone spürbar. Das Stimmungsbarometer fiel im Juli um 12,0 Zähler auf minus 2,0 Punkte, wie die Investmentberatung Sentix am Montag zu ihrer Umfrage unter knapp 1100 Anlegern und Analysten mitteilte. Das ist der schlechteste Wert seit November 2014. Die Umfrage wurde vom 30. Juni bis 2. Juli erhoben und damit komplett nach dem britischen Referendum für einen EU-Austritt vom 23. Juni.

Auch die Lage beurteilten die Börsianer schlechter. Dadurch rutschte der Gesamtindex – Lage und Erwartungen zusammen – nach zuvor drei Anstiegen in Folge wieder ab. „Die Euroland-Konjunktur befindet sich gefährlich nahe an einer Stagnation“, sagte Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner.

Die Aktienmärkte waren nach dem Referendum auf Talfahrt gegangen. „Auch wenn sich die Märkte in den letzten Tagen von ihrem ersten Schock erholt haben, trifft dies auf die konjunkturelle Situation nicht in gleichem Umfang zu“, ergänzte Hübner. „Die entfachten politischen Risiken stellen eine Belastung dar.“ Die wirtschaftliche Dynamik habe erheblich gelitten.

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Das Barometer für die Konjunkturerwartungen in Deutschland gab von 7,9 auf 2,7 Punkte nach. Das ist der schlechteste Wert seit März. Ökonomen hatten zuletzt ihre Prognose für das Wachstum der deutschen Wirtschaft gesenkt – vor allem für 2017: Die BayernLB nahm ihre Schätzung von 1,6 auf 1,1 Prozent zurück, die Berenberg Bank von 1,7 auf 1,5 Prozent, die DekaBank von 1,4 auf 1,1 Prozent und die Helaba von 1,5 auf 1,3 Prozent.

Großbritannien – drittgrößter deutscher Exportkunde – könnte bei einem Austritt aus der Europäischen Union aus dem EU-Binnenmarkt herausfallen. Dadurch drohen Zölle im Warenhandel, die diesen bremsen könnten. Das lastet auf den wirtschaftlichen Perspektiven, weshalb viele Unternehmen ihre Investitionen überdenken.

Von

rtr

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