Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.01.2011

13:20 Uhr

Brüderle-Bericht

Euro-Streber Deutschland bleibt unter Defizitgrenze

VonDietmar Neuerer , Thomas Sigm

ExklusivVom Schuldensünder zum Musterknaben: Der Deutschland-Boom schrumpft den Schuldenberg des Bundes wesentlich schneller als erwartet. Die Bundesregierung erfüllt damit bereits in diesem Jahr die Schuldengrenze des Europäischen Stabilitätspakts. Die CDU sieht dennoch kaum Chancen für weitere Steuerentlastungen.

Alles gut für Deutschland: Die Konjunktur boomt. Quelle: ap

Alles gut für Deutschland: Die Konjunktur boomt.

BERLIN. Das geht aus dem Jahreswirtschaftsbericht 2011 hervor, den Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) morgen veröffentlicht. "Für das laufende Jahr erwartet die Bundesregierung ein gesamtstaatliches Defizit von rund 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts", heißt in dem Bericht mit dem Titel "Deutschland im Aufschwung - den Wohlstand von morgen sichern", der dem Handelsblatt (Mittwochsausgabe) vorliegt. Damit werde der zulässige Referenzwert des Maastricht-Vertrags von drei Prozent bereits in diesem Jahr wieder unterschritten.

Für 2011 erwartet die Bundesregierung eine Fortsetzung des Aufschwungs. Laut dem Jahreswirtschaftbericht beträgt 2011 das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts 2,25 Prozent. "Die deutsche Wirtschaft wächst damit spürbar stärker als der Durchschnitt der Eurozone", heißt es in dem Bericht weiter. Wegen der etwas schwächeren weltwirtschaftlichen Impulse dürfte die Wachstumsdynamik etwas geringer ausfallen, als im vergangenen Jahr mit 3,6 Prozent. Der außenwirtschaftliche Impuls sei inzwischen auf die Binnennachfrage übergesprungen. "Sie entwickelt sich zunehmend zur treibenden Kraft der Wirtschaftsentwicklung."

Die Bundesregierung führt den kräftigen Aufschwung vor allem auf die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt zurück. "Die wirtschaftliche Erholung ist insbesondere ein Beschäftigungsaufschwung", heißt es in dem Bericht. Die Regierung prognostiziert für 2011 eine Arbeitslosenquote von 7 Prozent und damit deutlich unter 3 Millionen. 2010 betrug die Arbeitslosenquote 7,7 Prozent.

Gestützt werden die Konjunkturerwartungen der Bundesregierung von Experten-Einschätzungen. Die ZEW- Konjunkturerwartungen stiegen im Januar deutlich um 11,1 Punkte auf 15,4 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Damit hat sich das Stimmungsbarometer zum dritten Mal in Folge aufgehellt. Im In- und Ausland werde wieder investiert, erläuterte das ZEW. Zudem seien von der US-Wirtschaft Ende 2010 positive Signale gekommen. Dies lasse auf eine weiterhin robuste Weltkonjunktur hoffen.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der Unions-Fraktion im Bundestag, Joachim Pfeiffer, sieht trotz der guten Konjunkturentwicklung kaum Chancen für weitere Steuerentlastungen noch in dieser Legislaturperiode. Die wirtschaftliche Lage sei zwar positiv, die Koalition habe jedoch „klare Prioritäten“, sagte Pfeiffer Handelsblatt Online. Das wichtigste sei die Konsolidierung des Haushalts sowie die Einhaltung der Schuldenbremse. Zum Zweiten gehe es darum, Steuervereinfachungen vorzunehmen und den Bürokratieabbau voranzutreiben. Die Union wolle mit weniger Bürokratie zu mehr Wachstum. „Wenn dann noch Spielräume für Steuerentlastungen vorhanden sind, müssen diese natürlich genutzt werden“, so Pfeiffer.

Kommentare (25)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Vorsicht Taschentrickdiebe

18.01.2011, 14:25 Uhr

Was hat Angie gesagt: "Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt."
Das heisst auf Gut Deutsch ich muss euch einiges weg nehmen. Das geht durch inflation und Steuern. Das sind noch die besseren Tage.
Der Kampf um den Euro ist als eine Schupserei der Taschentrickdiebe zu sehen, während sie hinschauen, nimmt der dritte ihnen den Geldbeutel ab.
Die Polizei warnt das Juncker, Merkel, Schäuble und Co. schon Kriminell auffällig

Topmeldung!!! Deutschland hatte noch nie Schulden, war alles nur ein Scherz.

18.01.2011, 14:36 Uhr

Euer baron v. Münchhausen

Andreas

18.01.2011, 14:37 Uhr

Könnten wir uns darauf verständigen, dass eine Volkswirtschaft als Musterknabe bewertet wird, wenn sie ihre Schludenlast pro Jahr um sagen wir 2,8% - 4,9% pro zurückführt bzw. eine Guthaben in dieser Höhe pro Jahr aufbaut. Gehen wir noch ein Stück weiter und verständigen wir uns darauf, dass eine Staats- bzw. Volkswirtschaft erst dann als Musterknabe bewertet wird, wenn sie zwischen 28%- 37% der jährlichen Staatsausgaben an finanziellen Rücklagen hält. Die Toleranz ergibt sich hier diesbezüglich der volkswirtschaftlichen Größe wegen.

Kein Land in Sicht !!! Wir müssen weiter.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×