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06.06.2014

11:47 Uhr

Bruttoinlandsprodukt

Griechische Wirtschaft schrumpft nur noch leicht

Ist die Euro-Krise überwunden? Die Talfahrt der griechischen Wirtschaft scheint sich ihrem Ende zu nähren. Das Bruttoinlandsprodukt sank zwischen Januar und März so schwach wie seit 2008 nicht mehr.

Anfang 2013 war die Konjunktur noch um rund sechs Prozent eingebrochen. Seitdem verlangsamt sich die Talfahrt stetig. dpa

Anfang 2013 war die Konjunktur noch um rund sechs Prozent eingebrochen. Seitdem verlangsamt sich die Talfahrt stetig.

AthenDie Talfahrt der griechischen Wirtschaft nähert sich dem Ende. Die Wirtschaft schrumpfte Anfang 2014 so wenig wie seit rund fünfeinhalb Jahren nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt sank zwischen Januar und März nur um 0,9 Prozent zum Vorjahresquartal, wie das nationale Statistikamt Elstat am Freitag mitteilte. In einer ersten Schätzung hatte die Behörde noch ein Minus von 1,1 Prozent gemeldet. Diese Daten sind nicht um jahreszeitliche Schwankungen bereinigt.

Anfang 2013 war die Konjunktur noch um rund sechs Prozent eingebrochen. Seitdem verlangsamt sich die Talfahrt stetig. Griechenland und seine internationalen Geldgeber aus EU und IWF sagen der Wirtschaft nach sechs Jahren Rezession für 2014 erstmals wieder ein Wachstum von 0,6 Prozent voraus.

Das Ende der Eurokrise?

Was bedeutet der Schritt Lissabons für die Eurozone?

Es ist ein Indiz, dass sich die Finanzlage im gemeinsamen Währungsgebiet erheblich beruhigt hat. Länder im Süden des Kontinents können sich zur Zeit zu sehr günstigen Konditionen an den Finanzmärkten Geld leihen.

Lissabon will keine Übergangshilfen mehr. Ist das realistisch?

Ja. Die EU-Kommission, die in der Troika vertreten ist, unterstützt den Beschluss für einen „sauberen Ausstieg“ ausdrücklich. „Das sorgt für eine bessere Stimmung und Vertrauen von (Finanz-)Investoren“, lautet die Devise des verantwortlichen EU-Vize-Kommissionspräsidenten Siim Kallas.

Das Vertrauen kehrt also in die Eurozone zurück?

Ja. Aber dies hat vor allem zwei Gründe. Da ist zunächst die Europäische Zentralbank (EZB). Die Notenbank versprach, den Euro um jeden Preis zu retten. EZB-Patron Mario Draghi ist auch bereit, gegen die niedrige Inflation sowie gegen die Deflation zu kämpfen. Deflation ist ein umfassender Preisverfall, der die Konjunktur ausbremsen kann.

Was ist der andere Grund?

Angesichts von Turbulenzen bei aufstrebenden Wirtschaftsriesen in Asien oder Südamerika gilt Europa wieder als ein „sicherer Hafen“ für Anleger. Aus Russland gibt es wegen der Annexion der Krim einen bedeutenden Kapitalabfluss. Nach Moskauer Schätzungen waren es allein im ersten Vierteljahr rund 50 Milliarden Euro. Von internationalen Kapitalströmen profitiert auch der krisengeschüttelte europäische Süden.

Wie ist die Lage in Griechenland?

Griechenland hat die schwere Rezession überwunden und wird wieder wachsen. Das soll auch dem angespannten Arbeitsmarkt zugutekommen. Jeder Vierte ist dort ohne Job. Athen erzielte 2013 erstmals seit langem einen Haushaltsüberschuss - ausgeblendet sind dabei jedoch der Schuldendienst und Kapitalspritzen an Banken.

Braucht Athen ein neues Rettungspaket?

Die griechische Koalitionsregierung ist dagegen. Finanzminister Ioannis Stournaras strebt aber an, Zahlungsfristen für die Hilfskredite weiter zu strecken, um dem Land Luft zu verschaffen. Entscheidungen der Eurogruppe wird es voraussichtlich erst im Herbst geben. Ende des Jahres läuft das Griechenland-Programm von europäischer Seite aus.

Wie sieht es in Zypern aus?
Viele wollen das Kapitel „Eurokrise“ abschließen. Ist das gerechtfertigt?

Nein. Es sind nach dem Willen der Brüsseler Währungshüter weitere Reformen in vielen Ländern der Eurozone nötig, um die Erholung dauerhaft abzusichern. Nach der Krise steigen die Schuldenberge der 18 Euro-Mitgliedstaaten im laufenden Jahr sogar weiter an - um einem Punkt auf 96 Prozent der Wirtschaftsleistung. In Griechenland wächst beispielsweise der staatliche Schuldenberg um zwei Punkte auf 177 Prozent. Erlaubt sind höchstens 60 Prozent. Für Entwarnung ist es also viel zu früh, sagen die Experten.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

06.06.2014, 12:06 Uhr

Was soll denn auch noch in Griechenland an Wirtschaft schrumpfen, wenn fast keine Wirtschaft vorhanden ist?!
Die Wirtschaft sollte im Fall einer Genessung auch nicht mehr schrumpfen, sondern wachsen.
Daher wird das Negativ Wort "schrumpft" auch so nett mit dem Wort "Leicht" verpackt. Lug und Trug dieser ESM und das EEG.

Account gelöscht!

06.06.2014, 13:19 Uhr

wie, schrumpft noch? Ich dachte, es geht schon seit einem halben Jahr aufwärts

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