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23.05.2014

09:11 Uhr

Bruttoinlandsprodukt

Investitionen und Konjunktur treiben Konsum an

Der Ausfall des Winters macht sich bemerkbar: Das Bruttoinlandsprodukt stieg im ersten Quartal 2014 so stark wie seit drei Jahren nicht. Insbesondere die Bauwirtschaft hat kräftig vom Ausfall des Winters profitiert.

Stein auf Stein: Die Bauinvestitionen lagen um 3,6 Prozent über dem Niveau des Vorquartals. dpa

Stein auf Stein: Die Bauinvestitionen lagen um 3,6 Prozent über dem Niveau des Vorquartals.

WiesbadenDie deutsche Wirtschaft wächst aus eigener Kraft. Auch ohne den gewohnten Rückenwind von den Exporten legte das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal mit 0,8 Prozent so stark zu wie seit drei Jahren nicht mehr und doppelt so stark wie Ende 2013. Dafür sorgten kauffreudige Verbraucher und investitionsfreudige Unternehmen. „Bei diesem kräftigen Wachstum zum Jahresbeginn spielte allerdings auch die extrem milde Witterung eine Rolle“, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Besonders die Baubranche blieb von den sonst üblichen Unterbrechungen durch Schnee und Eis verschont.

Die privaten Konsumausgaben zogen angesichts der Rekordbeschäftigung, steigender Löhne und niedriger Inflation um 0,7 Prozent an. Das Staat erhöhte seine Konsumausgaben um 0,4 Prozent. Die Unternehmen investierten angesichts guter Geschäftsaussichten und niedriger Zinsen 3,3 Prozent mehr in Maschinen, Anlagen und andere Ausrüstungen. Das war der stärkste Zuwachs seit dreieinhalb Jahren. Die Bauinvestitionen kletterten sogar um 3,6 Prozent und damit so deutlich wie zuletzt vor drei Jahren. Dagegen bremste der Außenhandel, weil die Exporte mit 0,2 Prozent schwächer wuchsen als die Importe mit 2,2 Prozent.

Größte Volkswirtschaften 2013 - 2028

Rang 10

2013
Kanada
1,8 Billionen Dollar
2028
Kanada
3,7 Billionen Dollar
Quelle: CEBR. Angaben beziehen sich auf das geschätzte Bruttoinlandsprodukt

Rang 9

2013
Italien
2,1 Billionen Dollar
2028
Mexiko
3,7 Billionen Dollar

Rang 8

2013
Russland
2,1 Billionen Dollar
2028
Russland
4,1 Billionen Dollar

Rang 7

2013
Brasilien
2,2 Billionen Dollar
2028
Großbritannien
4,3 Billionen Dollar

Rang 6

2013
Großbritannien
2,65 Billionen Dollar
2028
Deutschland
4,3 Billionen Dollar

Rang 5

2013
Frankreich
2,7 Billionen Dollar
2028
Brasilien
5,1 Billionen Dollar

Rang 4

2013
Deutschland
3,6 Billionen Dollar
2028
Japan
6,4 Billionen Dollar

Rang 3

2013
Japan
5 Billionen Dollar
2028
Indien
6,6 Billionen Dollar

Rang 2

2013
China
8,9 Billionen Dollar
2028
USA
32,2 Billionen Dollar

Rang 1

2013
USA
16,7 Billionen Dollar
2028
China
33,5 Billionen Dollar

„Die Binnenwirtschaft trägt das Wachstum“, sagte Nordea-Ökonom Holger Sandte. „Das sind einfach gute Zahlen.“ Auch der Export werde im Laufe des Jahres wieder an Schwung gewinnen. „Im Rest der Euro-Zone läuft es nicht mehr ganz so schlecht, auch einige Schwellenländer haben sich berappelt“, begründete Sandte seinen Optimismus. „Deutschland wächst im Trend wieder so schnell wie vor der Finanzkrise“, sagte Ökonom Lothar Hessler von HSBC Trinkaus. „Der Investitionsstau bei den Unternehmen löst sich zunehmend auf.“ Diese hatten viele Ausgaben aus Sorge vor einem Auseinanderbrechen der Euro-Zone auf die lange Bank geschoben.

Europas größte Volkswirtschaft ist damit einmal mehr die Wachstumslokomotive der Euro-Zone, die im ersten Quartal dank des kräftigen deutschen Aufschwungs ein Plus von 0,2 Prozent schaffte. Allerdings dürfte es in diesem Tempo nicht weitergehen. Bereits im März schrumpften sowohl die Industrieaufträge als auch Produktion und Exporte. Die Ukraine-Krise und die Konjunkturabkühlung in China dürften dafür mitverantwortlich sein. „Die Frühjahrsbelebung wird etwas schwächer ausfallen als gewohnt“, heißt es auch im Monatsbericht des Bundeswirtschaftsministeriums. Die Regierung rechnet für 2014 mit einem Wachstum von 1,8 Prozent. 2015 sollen es 2,0 Prozent sein.

Von

dpa

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