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14.08.2015

11:07 Uhr

Bruttoinlandsprodukt

Wirtschaft der Euro-Zone verliert an Schwung

Das Wachstum der Wirtschaft in der Euro-Zone hat einen kleinen Dämpfer erhalten. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs nicht so stark wie erwartet. Auch die Aussichten bleiben aufgrund der schwachen Weltwirtschaft gedämpft.

Das Bruttoinlandsprodukt in der Euro-Zone ist nicht so stark gestiegen wie erwartet. dpa

Wirtschaft der Euro-Zone

Das Bruttoinlandsprodukt in der Euro-Zone ist nicht so stark gestiegen wie erwartet.

Brüssel/BerlinDer Aufschwung in der Euro-Zone hat im zweiten Quartal wegen der Schwäche in Frankreich und Italien überraschend an Kraft verloren. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs von April bis Juni um 0,3 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte. In den beiden Vorquartalen hatte es noch zu einem Plus von 0,4 Prozent gereicht. Von Reuters befragte Ökonomen hatten für das Frühjahr ebenfalls 0,4 Prozent erwartet.

Die großen Euro-Länder schnitten sehr unterschiedlich ab. Die größte Volkswirtschaft Deutschland gewann leicht an Schwung und wuchs um 0,4 Prozent. Die Nummer zwei Frankreich stagnierte hingegen nach einem starken Jahresauftakt, während sich das Wachstum in Italien auf 0,2 Prozent abschwächte. Ausgerechnet das krisengeplagte Griechenland hängte die großen Drei ab: Es schaffte ein Plus von 0,8 Prozent, wozu wohl eine starke Tourismussaison beigetrug. In Spanien legte das Bruttoinlandsprodukt sogar um 1,0 Prozent zu.

Volkswirte zur Wirtschaftsentwicklung im 2. Quartal 2015

Ulrike Kastens, Sal. Oppenheim

"Immerhin, die deutsche Wirtschaft wächst. Dieses Mal hauptsächlich begünstigt durch die gute Exportnachfrage. Stimmungsindikatoren zeigen, dass sich die deutsche Wirtschaft auch in den kommenden Monaten weiter auf einem Erholungskurs befinden wird. Doch die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Die im zweiten Quartal zu beobachtende Exportdynamik wird sich so nicht weiter fortsetzen, da vor allem die für Deutschland wichtigen Schwellenländer mit eigenen Problemen kämpfen. Die Binnennachfrage - und hier vor allem der Konsum - wird daher die entscheidende Konjunkturstütze sein, auch dank des erneuten Ölpreisrückgangs."

Holger Sandte, Nordea

"Immerhin, die deutsche Wirtschaft wächst. Dieses Mal hauptsächlich begünstigt durch die gute Exportnachfrage. Stimmungsindikatoren zeigen, dass sich die deutsche Wirtschaft auch in den kommenden Monaten weiter auf einem Erholungskurs befinden wird. "Das lag im Rahmen der Erwartungen. Das Wachstum ist nicht gerade rasend, aber es steht auf breiter Basis. Die größte Schwachstelle sind die Investitionen der Unternehmen, und das dürfte wohl so bleiben. Da fehlt es offenbar an guten Absatzaussichten. Für das Gesamtjahr 2015 sind 1,5 bis 1,7 Prozent Wachstum wahrscheinlicher als zwei Prozent. Solange die Konjunktur in Europa lahmt und das Wachstum in den Schwellenländern nachlässt, ist nicht mehr drin.Doch die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Die im zweiten Quartal zu beobachtende Exportdynamik wird sich so nicht weiter fortsetzen, da vor allem die für Deutschland wichtigen Schwellenländer mit eigenen Problemen kämpfen. Die Binnennachfrage - und hier vor allem der Konsum - wird daher die entscheidende Konjunkturstütze sein, auch dank des erneuten Ölpreisrückgangs."

Alexander Krüger, Bankhaus Lampe

"Der Aufschwung in Deutschland ist weiter intakt, und er wird sich weiter fortsetzen. Die aktuelle Dynamik ist jetzt allerdings das höchste der Gefühle. Denn es bestätigt sich immer mehr, dass die Weltwirtschaft nur verhalten expandieren wird. Das setzt dem Export- und Investitionswachstum bei uns Grenzen. Das Wirtschaftswachstum dürfte 2015 eher bei 1,6 als bei zwei Prozent liegen."

Die Aussichten bleiben gedämpft. Besonders der Exportaufschwung ist trotz des billigeren Euro, der Waren in Übersee günstiger gemacht, gefährdet. Grund dafür ist die schlappe Weltwirtschaft. Besonders China sorgte zuletzt mit schwachen Konjunkturdaten, Börsen- und Währungsturbulenzen für negative Schlagzeilen. Die EU-Kommission erwartet 2015 ein Wachstum von 1,5 Prozent. 2014 waren es 0,9 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Werner Wilhelm

14.08.2015, 12:49 Uhr

Es gab schon immer ein Problem bei der Berechnung des BIP/Wirtschaftswachstums auf Grund der verwendeten mathematisch-statistischen Methoden, ins besonders auch was die Inflationsberechnung (BIP-Deflator) betrifft.

Nachdem nun seit dem letzten Jahr in der Eurozone verstärkt Schätzwerte einfließen, kann man über das veröffentlichte BIP/Wirtschaftswachstum nun komplett ein Ei schlagen.

Die Werte auf ein zehntel Prozentpunkt genau sagen, ist ein Schenkelklopfer wert, weil man dies noch nicht mal im Nachhinein so genau sagen kann.

Die Alternative wäre die Betrachtung der Entwicklung der Arbeitslosenquote. Hier könnten die Arbeitsämter sehr genaue Zahlen liefern, wenn dort nicht auch getürkt würde was der Teufel hält.

Friedrich Lubumba

14.08.2015, 15:20 Uhr

An Lubuma Business Hanf &co kann es nicht liegen. Immer gute Geld von die Kunden und steuerfrei vür die Asyllade.

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