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22.01.2007

14:41 Uhr

Bundesbank-Bericht

Deutscher Arbeitsmarkt hinkt hinterher

Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren verglichen mit der Situation in anderen Ländern der Euro-Zone verschlechtert. Das geht aus dem gestern vorgelegten Monatsbericht der Bundesbank hervor, in dem die Zentralbanker die Entwicklung des Beschäftigungsgrades und der Arbeitslosenquote des gesamten Euro-Raums von 1995 bis 2005 verglichen haben.

doh BERLIN. Zwar habe sich in Deutschland gemessen an beiden Kriterien nur relativ wenig in den betrachteten zehn Jahren verändert – sowohl die Beschäftigung als auch die Arbeitslosigkeit sei moderat gestiegen. „Wegen der deutlichen Verbesserung der Arbeitsmarktlage in einer Reihe von Partnerländern des Euro-Gebiets hat sich die relative Position Deutschlands allerdings erheblich verschlechtert“, fassen die Bundesbank-Ökonomen zusammen.

Besonders günstig – mehr Beschäftigte, weniger Arbeitslose – entwickelte sich dem Bericht zufolge die Lage in den zehn Jahren vor allem in Finnland, Irland und Spanien. Dabei bezieht sich die Bundesbank auf international vergleichbare Daten der Internationalen Arbeitsorganisation ILO.

Während die deutsche Arbeitslosenquote 1995 noch 2,5 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt der Euro-Länder gelegen habe, habe sie den Mittelwert zehn Jahre später um einen Prozentpunkt übertroffen. Gemessen an der Beschäftigungsquote habe Deutschland 1995 noch 6,5 Punkte über dem Durchschnitt des Euro-Raums gelegen, 2005 seien es dagegen nur noch zwei Punkte gewesen seien.

Vor allem in den Euro-Ländern, auf deren Arbeitsmarkt die Situation Mitte der 90er-Jahre „besonders ungünstig“ gewesen sei, habe sich die Lage verbessert. Die Bandbreite der länderspezifischen Arbeitslosenquoten sank daher gewaltig: von drei bis 18, 5 Prozent 1995 auf 4,5 bis zehn Prozent 2005. Auch die allgemein steigende Beschäftigungsquote bewegte sich laut Bundesbank im Währungsgebiet aufeinander zu.

Die Arbeitsmarktlage in Deutschland dürfte sich nun allerdings verglichen mit den Euro-Ländern verbessern, erwartet die Bundesbank. Ausschlaggebend dafür sei der wirtschaftliche Aufschwung, mit dessen fortschreitender zyklischer Erholung zu rechnen sei. Dabei komme Deutschland zugute, dass die jahrelange Lohnzurückhaltung die Arbeitskosten relativ zum übrigen Euro-Raum deutlich verringert habe.

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