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18.07.2011

14:22 Uhr

Bundesbank-Bericht

Euroländer entwickeln sich beim Export weiter auseinander

Die Ungleichgewichte in der Eurozone nehmen zu. Während Deutschland beim Export kräftig wächst, verlieren die Südländer an Wettbewerbsfähigkeit. Immer mehr Exporte gehen in die Schwellenländer.

Ein verbogenes Schild weist in Frankfurt auf die Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank hin. Quelle: picture-alliance/ dpa

Ein verbogenes Schild weist in Frankfurt auf die Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank hin.

Deutschland stellt beim Exportwachstum die großen Euro-Partnerländer deutlich in den Schatten. Damit vergrößert sich die Kluft zwischen Deutschland und den anderen drei großen Euro-Ländern Frankreich, Italien und Spanien. "In den vier großen Mitgliedsländern des Euro-Raums (EWU-4) war lediglich die Entwicklung der spanischen Ausfuhren ähnlich dynamisch, während französische und italienische Exporteure erheblich geringere Zuwächse erzielten", heißt es in dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht der Bundesbank. Hinzu kommt, dass Spanien vergleichsweise exportschwach ist und deshalb von einem niedrigen Ausgangsniveau wächst. Die Bundesbank-Experten bekräftigten: „Der Wachstumsvorsprung der deutschen Exportwirtschaft war sowohl bei den Waren als auch bei den Dienstleistungen zu beobachten.“

Die Handelsungleichgewichte innerhalb der Eurozone gelten als eine wichtige Ursache für die derzeitige Eurokrise. Die meisten südeuropäischen Länder, darunter Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland und Portugal weisen hohe Defizite aus. Demgegenüber stehen Überschüsse von Deutschland, den Niederlanden und inzwischen auch Irland.

Ein Grund für die unterschiedliche Entwicklung ist die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Länder. "Der reale Export Deutschlands erhielt von einer Verbesserung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit Impulse, während sich von dieser Seite für Italien und Spanien ein negativer Effekt ergab," schreibt die Bundesbank

Außerdem habe Deutschland viel stärker vom Wachstum Chinas profitiert als die anderen Euro-Partnerländer. Das Angebot der deutschen Wirtschaft passe besonders gut zum chinesischen Importbedarf. Zwischen 1999 und 2010 wuchs der deutsche Handel mit China im jährlichen Durchschnitt um 20 Prozent - der französische Handel mit China hingegen jährlich im Schnitt um 11,5 Prozent.

Generell exportieren die Euro-Länder immer stärker in Regionen außerhalb ihres Währungsraumes. Etwas mehr als 60 Prozent der deutschen Exporte gehen inzwischen in Länder außerhalb des Währungsraumes. Auch Italien (58 Prozent), Frankreich (52,5 Prozent) und Spanien ( 44,5 Prozent) exportieren immer mehr in die Länder außerhalb des Euroraumes.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

18.07.2011, 14:46 Uhr

Diesr ganze Artikel ist oberflächlich.
Spanien oder Italien haben schon immer weniger exportiert, da sie nie solche großen Industrieländer waren wie Deutschland.
Sie hbebn aber trotzdem gut gelebt, denn sie hatten eine sehr gute Tourismus-Branche.
Und Frankreich hat offenkundig auch ein wenig weniger Industrie. Das ist ja auch der Grund, warum Sarkozy neue Stänkereien mit Deutschland anfängt und diese Euro-Rettung will, wo Deutschland das meiste zahlt.
Vielleicht sollte man endlich mal begreifen, dass eine Wirtschaft nicht nur Export besteht und Länder unterschiedlich sind. Solche Vrgleich sind genau so blöde wie die Pisastudien, die deutsche und finnische Schulen vergleichen
....Außerdem habe Deutschland viel stärker vom Wachstum Chinas profitiert als die anderen Euro-Partnerländer.....

ja klar, denn deutsche Firmen sind ja wie die gierigen Goldgräber nach China gegangen, haben hier die Firmen geschlossen, die Leute arbeitslos gemacht, um für Dumpinglöhne in China billigst zu produzieren.
Das hat so kein anderes Land gemacht.
Und anschließend hat die deutsche Wirtschaft sich aufgeregt über Plagiate. Mann sind die blöde. Ist doch kalr, wenn wir dort produzieren, was ja nur als johnt-venture funktioniert udnd ie Chinesen raus haben wie es geht, machen sie ihr eigenes Werk auf und stellen Plagiate her.
Und dafür dass in China lles so bestens funktioniert und die immer reicher werden, bekomemn sie von Merkel auch noch 80 Mio im Jahr Entwicklungshilfe.
Der Deutsche Staat wird von unsren eigenen Politikern und Industrie-Managern ausgebeutet.
Also wo hat unser Land, wo haben die Bürger profitiert?
Profitiert vom Euro haben einzig und alleine Großunternehmen und Kapitlisten.
Man sollte mal überprüfen, wie viel Geld unserem Land entzogen wird durch den Euro. Das wäre mal ganz interessant

Kackbolzen

18.07.2011, 15:11 Uhr

Es bedeutet ganz einfach, dass der Euro für die deutsche Wirtschaft zu schwach ist! Deutschland braucht eine stärkere Währung! Die würde auch garantieren, dass der Wohlstand in Deutschland bleibt - ähnlich wie in der Schweiz.
Natürlich würden mit einer stärkeren Währung die Außenhandelsüberschüsse verringert werden - aber wollen das nicht sowieso alle anderen?
Die anderen Europäer wollen, dass Deutschland zweifach zahlt: Erst die Schulden der PIIGS, und dann noch mit Verzicht auf Gewinn des Exportüberschusses. Das nennt man dann "europäische Integration" und "Einbinden Deutschlands in die EU". Ich nenne das Versklavung! Ein neues Versailles!

Euroverlierer

18.07.2011, 18:19 Uhr

""Der reale Export Deutschlands erhielt von einer Verbesserung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit Impulse, während sich von dieser Seite für Italien und Spanien ein negativer Effekt ergab".

Na ja, sowas nennt man auch kurz "Lohn-, Sozial- und Rentendumping".

Und genau dies ist die Hauptursache der sich offenbar neuerdings auch im Handelsblatt niederschlagenden Lafontain & Flassbeckschen Erkenntnis aus 1998:

"Die Handelsungleichgewichte innerhalb der Eurozone gelten als eine wichtige Ursache für die derzeitige Eurokrise".

Kurzum: Lohn-, Sozial- und Rentendumping in Deutschland und einen fehlende Wirtschafts-, Fiskal - und Sozialunion führen die Eurozone in eine Tranferunion, kurzum die deutschen "Exportsklaven" sind doppelte Lohndumpingverlierer, während die 5%-Elite der deutschen "Exportweltmeister" - sprich Industriellen und in ihrem Schlepptau ihre Hausbanken- und Spekulanten (einschließlich Finanzcasinos) weiterhin Gewinne privatisiert.

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