Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.07.2014

13:38 Uhr

Bundesbank

Das Wirtschaftswachstum macht Pause

Die Krisen in der Ukraine und in dem Irak haben der deutschen Wirtschaft im zweiten Quartal einen Dämpfer verpasst, glauben die Ökonomen der deutschen Bundesbank. Insgesamt soll der Aufschwung aber anhalten.

Eine Wachstumsdelle für die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal sieht die Bundesbank. Doch der Dämpfer soll von kurzer Dauer sein. dpa

Eine Wachstumsdelle für die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal sieht die Bundesbank. Doch der Dämpfer soll von kurzer Dauer sein.

BerlinDie deutsche Wirtschaft hat nach Ansicht der Bundesbank im Frühjahr eine Wachstumspause eingelegt. Auch wegen der Krisen in der Ukraine und im Irak dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Vierteljahr lediglich das Niveau des Vorquartals gehalten haben, stellen die Bundesbank-Volkswirte in ihrem am Montag vorgelegten Monatsbericht fest.

Sie sind damit etwas pessimistischer als von Reuters befragte Ökonomen, die für das zweite Quartal mit einem Wachstum von 0,2 Prozent rechnen. In den Monaten Januar bis März hatte die Wirtschaft um 0,8 Prozent zugelegt - das stärkste Plus seit drei Jahren. Trotz des Durchhängers im Frühjahr konstatiert das Bundesfinanzministerium einen fortdauernden Aufwärtstrend: „Der konjunkturelle Aufschwung in Deutschland hält an”, heißt es im Monatsbericht des Ministeriums.

Zu Jahresbeginn verlieh das milde Winterwetter der Konjunktur zusätzlichen Schub. In den ersten beiden Frühjahrsmonaten habe die Aufwärtsbewegung dann jedoch „merklich an Schwung verloren”, erklärte die Bundesbank. Die deutschen Dienstleister dürften zwar weiter zugelegt haben. Insbesondere die Baubranche konnte aber aus Sicht der Notenbankexperten das „sehr hohe Niveau im Winter” nicht halten. Auch die Industrie habe einen Gang zurückgeschaltet, wobei auch die verstärkten geopolitischen Spannungen eine Rolle gespielt haben dürften.

Niedrige Inflation: Bundesbank wirbt für höhere Löhne

Niedrige Inflation

Bundesbank wirbt für höhere Löhne

Die Wirtschaft brummt, doch die Inflation ist niedrig: Jens Ulbrich, Chefvolkswirtschaft der Bundesbank, sieht Spielraum für Lohnerhöhungen. Ein namhafter Experte springt ihm bei.

Ähnlich sehen dies die Volkswirte des Finanzministeriums: „Unsicherheiten, die sich aus den geopolitischen Krisenherden in der Ukraine und dem Irak ergeben, könnten die Unternehmen zur Zurückhaltung bewegt haben”, führten sie aus. Dem stehe zwar ein robuster Konsum gegenüber. „Allerdings könnte die Verschärfung geopolitischer Risiken über spürbar steigende Ölpreise dämpfend auf den privaten Konsum wirken.”

Trotz des Wachstumsdämpfers im Frühjahr ist der Aufschwung nach Ansicht der meisten Experten nicht in Gefahr. Die von Reuters befragten Volkswirte erwarten für das dritte und vierte Quartal einen BIP-Anstieg von jeweils 0,5 Prozent. Die Regierung rechnet für 2014 mit einem Wachstum von 1,8 Prozent. 2015 sollen es 2,0 Prozent sein.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×