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05.12.2014

08:30 Uhr

Bundesbank kappt Wachstumsprognose

„Vorübergehende Schwächephase“

Die Bundesbank hat ihre Prognose für die deutsche Wirtschaft deutlich gesenkt. Dennoch bleibt Bundesbank-Präsident Jens Weidmann optimistisch. Er hofft, dass es sich nicht um eine andauernde Krise handelt.

Bundesbank-Chef Jens Weidmann korrigiert die Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft nach unten. Anzeichen für eine Rezession sieht er aber nicht. Reuters

Bundesbank-Chef Jens Weidmann korrigiert die Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft nach unten. Anzeichen für eine Rezession sieht er aber nicht.

FrankfurtDie Bundesbank hat ihre Prognose für die Konjunktur in Deutschland deutlich gesenkt. Im zu Ende gehenden Jahr dürfte die Wirtschaft demnach nur um 1,4 Prozent und im kommenden Jahr um ein Prozent wachsen, teilte die Bundesbank am Freitag in Frankfurt mit. Noch im Sommer hatte sie mit einem Wachstum von 1,9 für dieses und zwei Prozent für das kommende Jahr gerechnet. Für 2016 erwarten die die Bundesbank-Ökonomen einen realen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,6 Prozent.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann zeigte sich dennoch optimistisch. Es bestehe die begründete Hoffnung, dass sich die aktuelle Schwächephase als vorübergehend erweise, erklärte er zu der neuen Halbjahresprognose. Weidmann begründete seine zuversichtliche Einschätzung mit der insgesamt immer noch bemerkenswert guten Verfassung der deutschen Wirtschaft. "Dies kommt nicht nur der Binnenkonjunktur zugute, sondern erlaubt auch, Chancen auf Auslandsmärkten wahrzunehmen."

Für und Wider staatlicher Konjunkturprogramme

Weltweite Krisen...

... und sozialpolitische Weichenstellungen der Bundesregierung haben nach Einschätzung von Ökonomen die deutsche Wirtschaft ausgebremst. Auf der IWF-Jahrestagung ist die weltweit lahmende Konjunktur eines der wichtigsten Themen. Soll der Staat bei uns oder anderswo mehr investieren, um gegenzusteuern?

Pro: Mehr Aufträge

Mehr öffentliches Geld etwa für die Sanierung maroder Straßen, den Ausbau moderner Datennetze oder die Energiewende würden Bauwirtschaft und Handwerk Aufträge verschaffen. Das sichert auch Arbeitsplätze.

Pro: Mehr Konsum

Der Staat könnte Steuern und Abgaben senken, damit Haushalte und Unternehmen mehr konsumieren und investieren.

Pro: Mögliche Initialzündung

Idealerweise wird ein staatlicher Investitionsschub zur Initialzündung für die gesamte Konjunktur und bringt den Wachstumsmotor in Schwung.

Contra: „Konjunkturelle Strohfeuer“

Ein Mehr an staatlichen Investitionen ist keine Gewähr für dauerhaftes Wachstum. Kritiker sprechen von „konjunkturellen Strohfeuern“.

Contra: Staat holt Geld an anderer Stelle

Gibt der Staat an einer Stelle mehr Geld aus, muss er dies an anderer Stelle wieder reinholen. Schließlich will die Bundesregierung schon 2015 möglichst keine neuen Schulden machen.

Contra: Steigende Kreditzinsen

Staatliche Konjunkturprogramme können sogar nach hinten losgehen: Die Aussicht auf einen Anstieg des Staatsdefizits könnte die Kreditzinsen steigen lassen und so private Investitionen vermindern.

Bei der Preisentwicklung würden vor allem die wegen der guten Lage am Arbeitsmarkt steigenden Löhne zu Buche schlagen, erklärte die Bundesbank. Zusätzlich werde der neue Mindestlohn wirken. Die Teuerung könne sich gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) von 0,9 Prozent im laufenden Jahr auf 1,1 Prozent im kommenden Jahr und dann weiter auf 1,8 Prozent im Jahr 2016 verstärken. Die Inflationsrate ohne Berücksichtigung der Energiepreise dürfte sich infolge der spürbar steigenden Löhne bis zum Jahr 2016 auf zwei Prozent erhöhen. Der Ölpreisrückgang der vergangenen Monate wirke wie ein "kleines Konjunkturprogramm", sagte Weidmann.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Herr Vittorio Queri

05.12.2014, 09:10 Uhr

>> Dennoch bleibt Bundesbank-Präsident Jens Weidmann optimistisch. >>

Weidmann muss in regelmäßigen Abständen die Daseinsberechtigung der Bundesbank ins Leben rufen.

Sie ist aber ÜBEFLÜSSIG wie ein Kropf.

Und kostet eine Menge Geld des Steuerzahlers.

Den Laden sollte man abwickelt, zumal die Meinung eines Bundesbänkers keinen Menschen interessiert.

Herr Alex Hemp

05.12.2014, 09:29 Uhr

"Er hofft, dass es sich nicht um eine andauernde Krise handelt."
Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, trotzdem muss ich mich über diese weltfremde Äußerung wundern. Der Mann soll von Wirtschaft wohl Ahnung haben, immerhin hat er den Job bekommen. Scheint aber nicht mit Weit- oder Durchblick zu kongruieren.

Account gelöscht!

05.12.2014, 10:04 Uhr

Die Wirtschaft kann sich mit dieser marktwirtschaftlichfeindlichen Energiewende auf diesen asozialen und perfiden EEG eines grünsozialistischen Gedankengutes nicht erholen!
Die Wirtschaft wird weiter durch diese CO2 Reduzierungsmaßnahmen einer CO2-Klimaerwärmungslüge der Bundeskanzlerin schrumpfen.
Energiewende/EEG/Energieeinsparparolen/CO2 Wahn = erst kommt die Lüge, dann der Betrug/Selbstbetrug, danach folgt der Mangel und zum Schluss sind wir in der Armut einer DDR 2.0 vereint.

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