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06.06.2014

09:02 Uhr

Bundesbankprognose

Rente mit 63 könnte Wachstum abwürgen

Die deutsche Wirtschaft zeigt sich in bemerkenswert guter Verfassung. Die Bundesbank schraubt deshalb ihre Prognose nach oben. Und warnt: Die Rentenpolitik der Bundesregierung könnte das Wachstum ausbremsen.

Optimistischer Warner: Bundesbank-Chef Weidmann. Reuters

Optimistischer Warner: Bundesbank-Chef Weidmann.

BerlinDie Bundesbank sieht in der Rentenpolitik der Großen Koalition eine Gefahr für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Zu dieser Einschätzung kommt Bundesbankpräsident Jens Weidmann. Bei der heutigen Vorstellung der neuen Frühjahrsprognose der Notenbank gab Weidmann zu bedenken, dass in der Zukunft demografisch bedingte Verknappungen am Arbeitsmarkt das Wachstum bremsen würden. „Maßnahmen wie die abschlagsfreie Rente mit 63 sind vor diesem Hintergrund nicht hilfreich“, sagte er.

Dessen ungeachtet konstatierte Weidmann, dass die deutsche Wirtschaft mit viel Schwung in das Jahr 2014 gestartet ist. Auch wenn sich das hohe Tempo des ersten Quartals nicht halten lassen wird, sind er und seine Volkswirte hinsichtlich der Perspektiven für das Wachstum hierzulande dennoch zuversichtlich. „Neben der sich weiter verbessernden konjunkturellen Lage der Industrieländer und der graduellen Erholung des Euro-Raums spricht nicht zuletzt die gestärkte deutsche Binnenwirtschaft für einen soliden Wachstumskurs der deutschen Wirtschaft“, kommentierte Weidmann die neue Prognose, die erstmals einen Zeithorizont von drei Kalenderjahren umfasst.

Größte Volkswirtschaften 2013 - 2028

Rang 10

2013
Kanada
1,8 Billionen Dollar
2028
Kanada
3,7 Billionen Dollar
Quelle: CEBR. Angaben beziehen sich auf das geschätzte Bruttoinlandsprodukt

Rang 9

2013
Italien
2,1 Billionen Dollar
2028
Mexiko
3,7 Billionen Dollar

Rang 8

2013
Russland
2,1 Billionen Dollar
2028
Russland
4,1 Billionen Dollar

Rang 7

2013
Brasilien
2,2 Billionen Dollar
2028
Großbritannien
4,3 Billionen Dollar

Rang 6

2013
Großbritannien
2,65 Billionen Dollar
2028
Deutschland
4,3 Billionen Dollar

Rang 5

2013
Frankreich
2,7 Billionen Dollar
2028
Brasilien
5,1 Billionen Dollar

Rang 4

2013
Deutschland
3,6 Billionen Dollar
2028
Japan
6,4 Billionen Dollar

Rang 3

2013
Japan
5 Billionen Dollar
2028
Indien
6,6 Billionen Dollar

Rang 2

2013
China
8,9 Billionen Dollar
2028
USA
32,2 Billionen Dollar

Rang 1

2013
USA
16,7 Billionen Dollar
2028
China
33,5 Billionen Dollar

Nach der neuen Schätzung der Bundesbank wird das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 1,9 (vorher: 1,7 Prozent) Prozent in diesem Jahr und um 2,0 Prozent im nächsten Jahr zulegen. Für 2016 wird ein BIP-Zuwachs um 1,8 Prozent erwartet. Bei einem Potenzialwachstum von jeweils 1,2 Prozent würde sich der gesamtwirtschaftliche Auslastungsgrad ausgehend von einem Normalniveau demnach „spürbar“ erhöhen.

Untermauert wird die Prognose von Zahlen des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden. Die deutschen Unternehmen haben demnach ihre Exporte im April dank der anziehenden Nachfrage aus Europa so kräftig gesteigert wie seit knapp zwei Jahren nicht mehr. Sie erhöhten sich um 3,0 Prozent zum Vormonat, wie die Statistiker am Freitag mitteilten. Das Plus fiel damit doppelt so stark aus wie von Ökonomen erwartet. Zudem stellte das gesamte Produzierende Gewerbe im April 0,2 Prozent mehr her und damit etwas weniger als erwartet.

Die Beschäftigung wird nach Einschätzung der Bundesbank-Fachleute weiter zulegen, wofür vor allem die kräftige Zuwanderung spricht. Der deutsche Staatshaushalt könnte zudem bis 2015 in etwa ausgeglichen bleiben, im Jahr 2016 könnte ein merklicher Überschuss erreicht werden. Dahinter stehen den Bundesbank-Ökonomen zufolge vor allem die günstige Konjunktur und weiter sinkende Zinslasten. Eine bessere Haushaltsentwicklung werde aber durch finanzpolitische Maßnahmen wie das kürzlich vom Bundestag verabschiedete Rentenpaket behindert.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

06.06.2014, 09:20 Uhr

...wenn ich schon "Rente mit 63" höre wird mir schlecht weil es.

Wer sich damit beschäftigt weiß dass das nichts weiter ist, als ein Element der Wahlpropaganda der SPD.

Die Rente "mit 63" gibt es so gut wie für keinen, das was kommt, ist - das die geburtenstarken Jahrgänge (62-69), wenn sie denn eine Ausbildung mit 17 gemacht haben sollten alle Voraussicht nach mit 65 in Rente gehen können.

Nur die klassische Rente ist 63 wie si in den Medien torpediert und diskutiert wird - ist Nonsens und Kokolores !

Account gelöscht!

06.06.2014, 09:25 Uhr

Es gibt keine Rente mit 63 liebes HB.
Es gibt eine Rente nach 45 Zahljahren, alles andere ist Polemik.
Und selbst diese Rente nach 45 Zahljahren gilt nur kurz wer Geburtsjahr 65 ist muss schon wieder bis 65 arbeiten auch wenn er dann 47 Jahre eingezahlt hat.
Und natürlich sind Unternehmer schon im Prinzip gegen alles was die Gewinne schmälern könnte - das beinhaltet Tariferhöhungen und alle anderen sozialen Leistungen... darauf basiert das System.

Account gelöscht!

06.06.2014, 10:15 Uhr

Und natürlich sind Unternehmer schon im Prinzip gegen alles was die Gewinne schmälern könnte - das beinhaltet Tariferhöhungen und alle anderen sozialen Leistungen.

Der Unternehmer will so wenig wie eben möglich belastet werden durch höhere Auszahlungen in welcher Form auch immer.
Der Arbeitnehmer versucht den Arbeitgeber so viel wie möglich auszusaugen, jeder denk eben an SICH.
WO ist da der Unterschied?
Es gibt keinen.
Jeder denkt an sich, nur ich nicht ,denn ich denke zu erst an MICH.

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