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07.09.2011

11:19 Uhr

Bundesweite Statistik

Verwalter erwarten Anstieg der Insolvenzen

Die aktuellen Zahlen sind beruhigend solide, doch bald schon könnte die Zahl der Insolvenzen in Deutschland rapide ansteigen. Insolvenzverwalter rechnen damit, dass die Finanzkrise auch auf den Mittelstand durchschlägt.

Endstation Insolvenz: Glaubt man den Prognosen, werden die Banken demnächst spürbar zurückhaltender auf Kreditwünsche reagieren. dpa

Endstation Insolvenz: Glaubt man den Prognosen, werden die Banken demnächst spürbar zurückhaltender auf Kreditwünsche reagieren.

Wiesbaden / BerlinAngesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten rechnen Insolvenzverwalter mit einem Anstieg der Firmenpleiten noch in diesem Jahr. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis die Krise auf die Realwirtschaft durchschlage, sagte Christoph Niering, Vorsitzender des Insolvenzverwalterverbandes VID. „Erfahrungsgemäß verleiten Krisen wie diese die Banken zu mehr Zurückhaltung bei der Kreditvergabe.“ Die Experten rechnen daher ab Spätherbst mit einem Anstieg der Firmenzusammenbrüche.

Zu Jahresanfang sorgte der Konjunkturaufschwung noch für einen deutlichen Rückgang bei den Firmenpleiten. Im ersten Halbjahr mussten 15.247 Unternehmen den Gang zum Insolvenzrichter antreten, das war ein Rückgang um 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen sank zwischen Januar und Juni um 3,9 Prozent. Damit bestätigten die Statistiker einen Trend, über den zuvor bereits Wirtschaftsinformationsdienste wie Creditreform berichtet hatten.

Die voraussichtlich offenen Forderungen der Gläubiger beliefen sich den Statistikern zufolge auf 15,8 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2010 waren es noch 21,2 Milliarden Euro gewesen.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

07.09.2011, 13:35 Uhr

Ja, ich denke, das wird so kommen.
Habe ich gerade selbst gemerkt. War kurz in der Stadt was erledigen und stellte fest, dass zwei mittelständische sehr gute Unternehmen, die vor vier Wochen noch da waren, weg sind.
Ein größerer Modeladen mit den Modellen von unserer Textilfabrik Kemper, ein uraltes Unternehmen über die Grenzen bekannt und ein alteingesessener Buchladen.
Und so wird e weitergehen.

Sylvia

07.09.2011, 15:30 Uhr

Ja, Margrit, bei uns sieht es verd**** ähnlich aus. Ein kleineres Unternehmen nach dem Anderen. Langsam gehen mir die alt bewährten Lieferanten aus. So macht das Einkaufen als Kunde dann so richtig große Freude.

Und, falls es Jemand noch nicht wissen sollte, was uns da mit dem Hineinziehen des Mittelstandes in diese Krise droht, ein paar Infos zu demselben aus der Wikipedia:

"Volkswirtschaftliche Bedeutung

Der Mittelstand in der Bundesrepublik Deutschland umfasst nach quantitativer Definition

rund 99,7 % aller umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen, in denen knapp
65,9 % aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten angestellt sind,
rund 38,3 % aller Umsätze erwirtschaftet werden sowie
rund 83,0 % aller Auszubildenden ausgebildet werden."

Wenn diese Zahlen so noch aktuell sind: Prost Deutschland!

Noch vor 3 Jahren hätte ich niemals gedacht, dass unsere politischen Akteure (hinter sich die rege diktierenden, export-fixenden, bisherigen Profiteure), es tatsächlich so weit kommen lassen werden. Man lernt tatsächlich nie aus.

Nun ja ... und seit Karlsruhe heute habe ich das drängende Gefühl, diesem kranken Staatsgebilde am Besten schleunigst den Rücken kehren ...

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