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07.10.2014

09:13 Uhr

Bundeswirtschaftsministerium berichtet

Deutsche Firmen fahren Produktion runter

Die deutsche Industrie erleidet den nächsten Rückschlag: Die Produktion bricht ein – so stark wie zuletzt im Jahr 2009. Und das ist erst ein Vorgeschmack. Die kommenden Monate werden hart, sagen Experten.

Schwache Industrieproduktion zieht Dax ins Minus

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BerlinDie deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im August so kräftig heruntergefahren wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr. Industrie, Baubranche und Energie-Erzeuger drosselten ihren Ausstoß zusammen um 4,0 Prozent zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Dienstag in Berlin mitteilte. Das ist das größte Minus seit Januar 2009. Von Reuters befragte Ökonomen hatten im Mittel nur mit einem Rückgang von 1,5 Prozent gerechnet, nach 1,6 Prozent Wachstum im Juli.

„Die Industriekonjunktur durchläuft gegenwärtig eine Schwächephase“, erklärte das Ministerium. Dies betreffe neben der Produktion auch die Aufträge und Umsätze. „Der aktuelle Rückgang ist allerdings durch Ferientageeffekte überzeichnet.“ Insgesamt sei für das gesamte dritte Quartal mit einer schwachen Produktion zu rechnen.

Der deutschen Industrie waren die Aufträge im August so stark weggebrochen wie seit Januar 2009 nicht mehr. Die Bestellungen fielen wegen der späten Ferien und geringerer Großaufträge um 5,7 Prozent und damit stärker als erwartet.

Größte Volkswirtschaften 2013 - 2028

Rang 10

2013
Kanada
1,8 Billionen Dollar
2028
Kanada
3,7 Billionen Dollar
Quelle: CEBR. Angaben beziehen sich auf das geschätzte Bruttoinlandsprodukt

Rang 9

2013
Italien
2,1 Billionen Dollar
2028
Mexiko
3,7 Billionen Dollar

Rang 8

2013
Russland
2,1 Billionen Dollar
2028
Russland
4,1 Billionen Dollar

Rang 7

2013
Brasilien
2,2 Billionen Dollar
2028
Großbritannien
4,3 Billionen Dollar

Rang 6

2013
Großbritannien
2,65 Billionen Dollar
2028
Deutschland
4,3 Billionen Dollar

Rang 5

2013
Frankreich
2,7 Billionen Dollar
2028
Brasilien
5,1 Billionen Dollar

Rang 4

2013
Deutschland
3,6 Billionen Dollar
2028
Japan
6,4 Billionen Dollar

Rang 3

2013
Japan
5 Billionen Dollar
2028
Indien
6,6 Billionen Dollar

Rang 2

2013
China
8,9 Billionen Dollar
2028
USA
32,2 Billionen Dollar

Rang 1

2013
USA
16,7 Billionen Dollar
2028
China
33,5 Billionen Dollar

Ihre Produktion fuhr die Industrie im August um 4,8 Prozent nach unten. Die Hersteller von Investitionsgütern wie Maschinen und Anlagen meldeten dabei mit 8,8 Prozent das größte Minus. Die Produzenten von Vorleistungsgütern wie Chemikalien stellten 1,9 Prozent weniger her, die Konsumgüterbranche 0,4 Prozent weniger. Die Bauproduktion fiel um 2,0 Prozent. Die Energieversorger fuhren ihre Fertigung dagegen um 0,3 Prozent hoch.

„Nach dem guten Juli kommt im August das bittere Erwachen. Die konjunkturelle Dynamik in Deutschland ist zum Erliegen gekommen. Über die Exportseite werden wir in den kommenden Monaten eine Belastung spüren. Die gesamte Stimmung dürfte sich weiter eintrüben, die private Konsumlaune lässt auch nach. Im dritten Quartal könnte die Wirtschaft erneut leicht geschrumpft sein“, sagt Ulrike Karstens von Sal. Oppenheim. Die gesamte Stimmung dürfte sich weiter eintrüben, die private Konsumlaune lasse auch nach. Im dritten Quartal könnte die Wirtschaft erneut leicht geschrumpft sein.

„Die Industrieaufträge waren schon nicht so toll. Die Produktionszahlen sind noch etwas ernüchternder. Die späten Sommerferien erklären nicht alles“, erklärt Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus.

Von

rtr

Kommentare (16)

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Herr Rene Weiß

07.10.2014, 09:45 Uhr

Zum Glück gibt es diverse Krisen, worauf man es schieben kann. Man hätte aber auch mit fachmännischen Rahmenbedingungen die Flaute überkompensieren können. SPD-Wirtschaftsminister, SPD-Arbeitsministerin. Nein, wegnehmen und verteilen ist per Gesetz möglich. Wirtschaftspolitik erfordert intellektuelle Kompetenz; von Hednricks und Co. präferierte Verbotsgesetze schaffen keine Arbeistplätze.

Frau Ute Umlauf

07.10.2014, 10:16 Uhr

Alles reine Panikmache! Ruhig bleiben u. weiter arbeiten.

Herr Neuer Neumann

07.10.2014, 10:28 Uhr

Die allmähliche Angleichung an französische Verhältnisse.

Denn merke, im Sozialismus gilt: nicht dem Besseren nacheifern, sondern den Besseren schlechtmachen (oder, wie im Falle Deutschlands: sich selbst schwächen lassen).
Man könnte auch sagen: es gilt das Prinzip der Abwärtsspirale.
Und damit sich die Abwärtsspirale politisch mehrheitsfähig machen lässt, macht man ein bisschen moralische Propaganda drum herum, und empört sich über die, die es besser machen. Das sind dann die Kapitalisten.

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