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06.01.2010

07:01 Uhr

Business-Monitor

Deutsche Wirtschaft verteidigt Spitzenposition

VonDorit Marschall

ExklusivDie deutsche Wirtschaft startet zum vierten Mal in Folge als wettbewerbsfähigstes Land der großen Volkswirtschaften Europas in das neue Jahr. Dazu haben Europas Manager das Land gewählt. Weltweit liegt China vorn. Deutschland hat nach Expertenansicht „ein ganzes Bündel“ zu bieten. Anders als in den Vorjahren haben auch die deutschen Manager selbst ein gutes Bild von ihrem Land.

Containerterminal in Bremerhaven. Deutschland konnte seine Wettbewerbsfähigkeit in den vergangenen Jahren in beispielloser Weise steigern und verteidigen. dpa

Containerterminal in Bremerhaven. Deutschland konnte seine Wettbewerbsfähigkeit in den vergangenen Jahren in beispielloser Weise steigern und verteidigen.

FRANKFURT. Im zurückliegenden Krisenjahr hat die Exportnation die erste Position Europas eindrucksvoll das vierte Mal in Folge errungen. Das ergibt eine exklusive Umfrage unter Spitzenmanagern aus fünf europäischen Nationen. Unter den insgesamt neun im Rahmen des Handelsblatt Business-Monitor International betrachteten Wirtschaftsräumen liegt Deutschland im weltweiten Vergleich auf Rang zwei - nur China schätzen Europas Führungskräfte als wettbewerbsfähiger ein.

Nahezu die Hälfte der knapp 1 100 im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp. befragten Führungskräfte hält die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands für "sehr gut" oder "gut". Auf einer Skala von eins (sehr gut) bis fünf (sehr schlecht) bewerten sie die deutsche Wirtschaft durchschnittlich mit 2,5.

"Die Krise hat gezeigt, welch elementares Umdenken aufseiten der Unternehmen und auch der Arbeitnehmervertreter in den vergangenen Jahren in Deutschland stattgefunden hat", sagt Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise. Deutschland komme anders als vielen anderen Ländern seine mittelständische Struktur zu Gute. "Die Unternehmen haben oftmals eine hohe Identifikation mit ihren Belegschaften und sind bereit, schwierige Zeiten über ihren Eigenkapitalpuffer abzufedern und die Arbeitnehmer sind umgekehrt auch zu Zugeständnissen bereit." Diese Beidseitigkeit sei der "entscheidende Vorteil".

Deutsche Manager glauben an sich

"Ein ganzes Bündel" an Erfolgsfaktoren erkennt auch Roland Döhrn vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung: Die Unternehmen hätten in starkem Maße rationalisiert, kostenträchtige Produktionsstufen ins Ausland verlagert, sowie unterdurchschnittliche Lohnzuwachs- und Preissteigerungsraten erzielt.

Kein anderes Land hat in den vergangenen Jahren seine Konkurrenzfähigkeit zunächst so stark steigern und in den Folgejahren verteidigen können wie die Bundesrepublik. Seit die europäischen Manager, die auch in den Vorjahren von den Marktforschungsinstituten Psephos und der Innofact AG befragt wurden, die deutsche Wirtschaft 2003 mit der Note 3,4 abgestraft hatten, hat die Wirtschaftskraft des Standortes deutlich Ansehen gewonnen. Anders als in manchen Vorjahren sehen das auch die deutschen Manager so - und bewerten die Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Landes inzwischen selbst mit 2,5.

Dabei hatte die Wirtschafts- und Finanzkrise die deutsche exportabhängige Wirtschaft schärfer getroffen als manch anderes Land. Seit die Nachfrage in den letzten Monaten anzog, hat sich die Lage gedreht - das Land profitiert stärker als andere. Die Allianz hält 2010 gar einen Anstieg der deutschen Exporte um bis zu elf Prozent für möglich. Um Deutschland mache er sich in Europa die wenigsten Sorgen, sagt Barclays Capitals Euro-Chefvolkswirt Julian Callow jüngst sogar.

Weit besser als die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft bewerten Europas Manager die der Chinesen (2,1). Dicht auf den Versen der Deutschen ist die Schweiz (2,6). Schlusslicht ist Italien mit 3,4.

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