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30.04.2012

11:46 Uhr

Business Monitor

Manager wollen mit Stellenabbau reagieren

VonDorit Marschall

ExklusivDie Führungskräfte der deutschen Wirtschaft warnen vor zu hohen Lohnabschlüssen. Zugleich fordern sie die Bundesregierung zu grundlegenden Reformen auf.

Ein Beschäftigter der Metall- und Elektroindustrie mit einem 6,5 Prozent-Schild bei einer Kundgebung. dpa

Ein Beschäftigter der Metall- und Elektroindustrie mit einem 6,5 Prozent-Schild bei einer Kundgebung.

Die Führungskräfte in Deutschland warnen davor, die erfolgreiche Entwicklung der hiesigen Wirtschaft durch überzogene Tarifabschlüsse aufs Spiel zu setzen. Die vom Meinungsforschungsinstitut Forsa für den Handelsblatt Business-Monitor befragten Top-Manager sind mehrheitlich der Ansicht, dass die Löhne und Gehälter nicht um mehr als drei Prozent erhöht werden dürfen. 54 Prozent der Spitzenmanager sehen den Spielraum bei zwei bis unter drei Prozent. Weitere zwölf Prozent halten nur Lohnerhöhungen von weniger als zwei Prozent für vertretbar.

Die Demoskopen von Forsa hatten im Auftrag des Handelsblatts von Mitte bis Ende April bundesweit 654 Spitzenmanager befragt. 70 Prozent der Befragten fürchten konkrete Auswirkungen für ihr Unternehmen, sollten die Tarifabschlüsse zu hoch ausfallen. 42 Prozent der Führungskräfte müssten in diesem Fall Personal abbauen, weitere 23 Prozent würden "Kosten in anderen Bereichen einsparen" und elf Prozent planten dann sogar die Verlagerung von Firmenteilen ins Ausland.

"Wir dürfen das gegenseitige Verständnis von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, die in den letzten Krisenjahren stärker zusammengewachsen sind, nicht durch radikale Forderungen aufs Spiel setzen", sagte Forsa-Chef Manfred Güllner. Die aktuelle Tarifrunde ist allerdings nicht die einzige Sorge, die Deutschlands Managerelite umtreibt. Ein noch größeres Problem als die Lohnkosten ist der Fachkräftemangel, den zwei von drei Befragten als eines der Hauptrisiken für ihr Unternehmen nennen. Außerdem klagen die Führungskräfte über zu viele Vorschriften und Regulierungen sowie eine überbordende staatliche Bürokratie.

Kommentare (5)

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WFriedrich

30.04.2012, 16:55 Uhr

"Zitat: &#34;Die Führungskräfte in Deutschland warnen davor, die erfolgreiche Entwicklung der hiesigen Wirtschaft durch überzogene Tarifabschlüsse aufs Spiel zu setzen&#34;.<br/><br/>Wer zu lange geschlafen hat, wird feststellen müssen, dass der Tag fast vorbei ist. Wer nun zu spät aufwacht, wird einen Zug hinterher rufen, der sich längst weit entfernt hat, der die Verspäteten nicht mehr hört. Widerstand wäre nützlich gewesen, als die energiepreistreibenden Beschlüsse in Verbindung mit dem Atomausstieg vorbereitet worden sind. Nur Langschläfer konnten vermuten, dass die Erzeuger- und Verbraucherpreise davon nicht getrieben werden. Es müssen auch Langschläfer sein, die immer noch davon träumen, dass die jüngsten Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst sich nicht in die Preise der Leistungen durchfressen und Begehrlichkeiten allerorten provozieren. Wie wollen die Langschläfer den Arbeitnehmern nun erklären, dass sie diese Lasten tragen sollen. Ein Land, das sich schleichend immer weiter und immer schneller von der Marktwirtschaft entfernt und stattdessen das Heil in ESFM und ESM sucht, kann nichts besseres bieten, als eine Preis-Lohn-Spirale. Wer die Preisspirale hinnimmt oder die preistreibenden politischen Aktivitäten bejubelt oder die inflationäre Geldmengenschöpfung als folgenlos akzeptiert, wird nicht erhört, wenn er vor den Folgen der nachfolgenden Lohnspirale warnt. Auch hier gilt: wer zu spät kommt, den bestraft das Leben." So ist festzustellen, dass der langjährige, glückliche und segensreiche Frieden zwischen den Tarifpartnern durch Dritte ausgeheblt wird. Dies gelingt umso besser, je stärker sich dieses (echte und erfolgreiche) Zukunftsbündnis auseinander dividieren lässt. Aber vielleicht sehe ich das zu eng; vielleicht ist dies der planmäßige dt. Beitrag zum Abbau der Handelsbilanzüberschüsse: Verteuerung der Exportgüter mittels Preis-Lohn-Spirale als Alternative zur Aufwertung einer Landeswährung.

WFriedrich

30.04.2012, 16:58 Uhr

Zitat: "Die Führungskräfte in Deutschland warnen davor, die erfolgreiche Entwicklung der hiesigen Wirtschaft durch überzogene Tarifabschlüsse aufs Spiel zu setzen". Wer zu lange geschlafen hat, wird feststellen müssen, dass der Tag fast vorbei ist. Wer nun zu spät aufwacht, wird einen Zug hinterher rufen, der sich längst weit entfernt hat, der die Verspäteten nicht mehr hört. Widerstand wäre nützlich gewesen, als die energiepreistreibenden Beschlüsse in Verbindung mit dem Atomausstieg vorbereitet worden sind. Nur Langschläfer konnten vermuten, dass die Erzeuger- und Verbraucherpreise davon nicht getrieben werden. Es müssen auch Langschläfer sein, die immer noch davon träumen, dass die jüngsten Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst sich nicht in die Preise der Leistungen durchfressen und Begehrlichkeiten allerorten provozieren. Wie wollen die Langschläfer den Arbeitnehmern nun erklären, dass sie diese Lasten tragen sollen. Ein Land, das sich schleichend immer weiter und immer schneller von der Marktwirtschaft entfernt und stattdessen das Heil in ESFM und ESM sucht, kann nichts besseres bieten, als eine Preis-Lohn-Spirale. Wer die Preisspirale hinnimmt oder die preistreibenden politischen Aktivitäten bejubelt oder die inflationäre Geldmengenschöpfung als folgenlos akzeptiert, wird nicht erhört, wenn er vor den Folgen der nachfolgenden Lohnspirale warnt. Auch hier gilt: wer zu spät kommt, den bestraft das Leben." So ist festzustellen, dass der langjährige, glückliche und segensreiche Frieden zwischen den Tarifpartnern durch Dritte ausgeheblt wird. Dies gelingt umso besser, je stärker sich dieses (echte und erfolgreiche) Zukunftsbündnis auseinander dividieren lässt. Aber vielleicht sehe ich das zu eng; vielleicht ist dies der planmäßige dt. Beitrag zum Abbau der Handelsbilanzüberschüsse: Verteuerung der Exportgüter mittels Preis-Lohn-Spirale als Alternative zur Aufwertung einer Landeswährung.

Krefelder

30.04.2012, 18:23 Uhr

Aha... laut Vorstandsvergütungsstudie des DSW stiegen 2011 die Managergehälter im DAX um satte 22 Prozent... wie wär's denn mal mit einem Stellenabbau im Management, da ließen sich doch, mit nur wenigen Entlassungen, glatt Milliarden sparen!!!

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