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08.05.2012

14:44 Uhr

Chef-Wirtschaftsweiser

"Rezession ist nicht zu befürchten"

Trotz einer drohenden Wachstumspause sei nicht mit Rezession zu rechnen, gab der Chef der Wirtschaftsweisen bekannt. Das erste Quartal könne noch um die Null pendeln, für die Zeit danach gibt er sich optimistisch.

Der Vorsitzende des Sachverständigenrates: Wolfgang Franz. dapd

Der Vorsitzende des Sachverständigenrates: Wolfgang Franz.

BerlinDer Chef der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, rechnet trotz einer voraussichtlichen Wachstumspause der deutschen Wirtschaft nicht mit Rezessionsgefahr. „Die gute Nachricht ist, dass nach dem derzeitigem Stand der Indikatoren eine Rezession nicht zu befürchten ist“, sagte Franz am Dienstag in Berlin. Was die Konjunkturerwartungen der Analysten angehe, so rechneten diese nach einer zuletzt schwächeren Entwicklung bald wieder mit einer Besserung, sagte Franz, der auch Chef des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim ist. "Die Konjunkturexperten erwarten eigentlich, dass es ab Mitte des Jahres wieder eine leichte Aufwärtsbewegung gibt“.
"Es kann natürlich sein, dass das erste Quartal noch um die Null herum pendelt, vielleicht leicht darunter, vielleicht leicht darüber", ergänzte der Chef des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, der die Regierung berät. Der Rat hatte im März für Deutschland ein Wachstum von 0,8 Prozent in diesem Jahr vorausgesagt. 2011 hatte die Wirtschaftsleistung noch um drei Prozent angezogen. Mit Blick auf etwas optimistischere Schätzungen für 2012 fügte Franz hinzu: „Es sollte uns sehr freuen, wenn wir da nicht so ganz eine Punktlandung hinbekommen.“

Für den Euro-Raum rechnet Franz weiter mit einem leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung, der bei negativem Verlauf der Euro-Krise noch etwas härter ausfallen könnte. „Nach den Prognosen müssen wir für den Euro-Raum eine leichte Rezession für dieses Jahr erwarten, möglicherweise noch etwas tiefer, je nach dem, wie die Schuldenkrise ausläuft“, sagte er.
Was den von den „fünf Weisen“ vorausgesagten Anstieg der Verbraucherpreise von 1,8 Prozent in diesem Jahr angeht, so hält Franz dies inzwischen für „sehr optimistisch“. Bei "ungefähr zwei Prozent" sollten ihr Zuwachs aber beschränkt bleiben. Was den deutschen Arbeitsmarkt angeht, so sieht Franz die Entwicklung hier weiter positiv. Er warnte aber eindringlich vor einem flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn. Der würde den Arbeitsmarkt nur belasten, warnte Franz.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Oeconomicus

08.05.2012, 15:54 Uhr

"Rezession ist nicht zu befürchten"

Werter Herr Franz,
wie Sie selbst mit hübschen Worten konzidieren, befinden wir uns bereits am Anfang einer rezessiven Phase.
Sie dürfen sicher sein, dass sich diese Entwicklung durch alternative Kürzungspolitik weiter verschärfen wird.

Politisch korrekte Analysen helfen an der Stelle leider ebensowenig weiter, wie Dr. Schäuble's "menschenfreundliche" Ermunterung zu höheren Lohnabschlüssen.

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