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24.08.2015

12:50 Uhr

China-Krise

Inflationsbarometer fällt auf Sechsmonatstief

Investoren gehen davon aus, dass sich die Teuerungsrate mittelfristig weiter klar unter der Zielmarke der EZB bewegen wird. Die chinesische Konjunkturschwäche hat das wichtige Inflationsbarometer abstürzen lassen.

Chinesische Konjunkturschwäche und fallende Ölpreise haben das Inflationsbarometer der EZB abstürzen lassen. dpa

Sorgen um die Teuerungsrate

Chinesische Konjunkturschwäche und fallende Ölpreise haben das Inflationsbarometer der EZB abstürzen lassen.

LondonSorgen um eine anhaltende Konjunkturschwäche in China und der erneut gefallene Ölpreis haben ein für die EZB-Geldpolitik wichtiges Inflationsbarometer deutlich sinken lassen. Der sogenannte Five-Year-Five-Year-Forward gab am Montag zeitweise auf 1,621 Prozent und damit auf den tiefsten Stand seit sechs Monaten nach.

Übersetzt heißt das, Investoren gehen davon aus, dass ab 2020 die Inflationserwartungen über fünf Jahre hinweg bei 1,621 Prozent liegen werden. Damit würde mittelfristig die Teuerung klar unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) von knapp unter zwei Prozent liegen. Eine Inflation in dieser Höhe betrachtet die Notenbank als ideal für die Wirtschaftsentwicklung.

Der Five-Year-Five-Year-Forward wird von der EZB zur Bewertung der Inflationserwartungen am Kapitalmarkt herangezogen. Anfang Juli lag der Forward-Satz noch bei rund 1,85 Prozent. Die EZB versucht seit März, mit einem auf 1,14 Billionen Euro angelegten Programm zum Kauf Staatsanleihen die Kreditvergabe im Euro-Raum und damit auch die Inflation anzuschieben.

Bislang blieb der große Erfolg aber aus - im Juli lag die Teuerung sogar nur bei 0,2 Prozent. Inzwischen halten es manche Experten für möglich, dass die EZB ihr Kaufprogramm im nächsten Jahr erweitert, sollte die Inflation weiterhin nicht steigen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Frau Ich Kritisch

24.08.2015, 13:39 Uhr

Zitat: "Die EZB versucht seit März, mit einem auf 1,14 Billionen Euro angelegten Programm zum Kauf Staatsanleihen die Kreditvergabe im Euro-Raum und damit auch die Inflation anzuschieben."

Lustig - die EZB kauft Staatsanleihen, damit das Brot teurer wird.

Also, wenn jemand unserem Vorstandchef ein billiges Darlehen gibt erwartet doch auch niemand, dass deshalb der Metzger nebenan den Wurstpreis erhöht.

Sorry, die neuen Staatsanleihen werden doch entweder dazu benutzt die alten abzulösen, also gerade mal ein Darlehenstausch - oder aber dafür dringende Sozialleistungen etc. zu bezahlen.

Allein was die Flüchtlinge in Europa kosten - das verschlingt mehr Geld als die EZB auf den Markt schmeißt. Davon werden aber nur ein paar Lebensmittel und Wasser gekauft. Einige Bahn- und Busfahrten - das DRK, die Caritas bekommen Geld und es werden einige Zelte und Container gekauft.

Bei der breiten Masse kommt nichts an. Aber nur die breite Masse kann durch erhöhte Nachfrage (größer als Angebot) oder durch erhöhte Löhne für eine Inflation sorgen. Die erhöhten Löhne haben wir, aber unser Problem wird dadurch nun erst wirklich sichtbar, denn trotz nun gestiegener Nachfrage werden die Produkte nicht wirklich teurer. Und das hat schlicht etwas damit zu tun, dass das Angebot in jedem Bereich weit über der Nachfrage liegt.
Dort wo das Angebot beschränkt ist gibt es auch die erwartete Preiserhöhung (Wohnraum in Ballungsgebieten)

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