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27.06.2011

10:18 Uhr

Chinas Immobilienboom

Weltwirtschaft fürchtet die nächste Blase

VonFinn Mayer-Kuckuk

Ein gewaltiger Bauboom treibt Chinas Wirtschaft in luftige Höhen. Doch das El Dorado der Immobilien steht auf tönernen Füßen. Wenn es einstürzt, reißt es die Weltwirtschaft mit.

Pekings Skyline: Viele Immobilien in China werden als reine Anlageobjekte geplant. Quelle: dpa

Pekings Skyline: Viele Immobilien in China werden als reine Anlageobjekte geplant.

PekingIn Sichtweite zur Chinesischen Mauer entstehen in diesen Tagen ganz neue Bauwerke, die fast ebenso erstaunliche Ausmaße annehmen wie das alte Kulturdenkmal. Ein Heer von Wanderarbeitern baut dort Dutzende Luxusdörfer nach kalifornischem Vorbild. Inmitten der kargen nordchinesischen Berglandschaft erheben sich nun bewässerte Oasen mit getrimmten Rasenflächen und duftenden Rosengärten.

Eines dieser Kunstdörfer ist die „Pfauenstadt“, eine Autostunde von Peking entfernt. Im Inneren der terrakottafarbenen Häuser ist alles vom Feinsten. Wang Hongyu, die das Ersparte ihrer Familie in eine Immobilie investieren will, prüft mit dem Fingernagel den Lack am Türrahmen. „Schau nur, wir hätten hier sogar Blick auf den Fluss!“, sagt sie zu ihrem Mann. Der schaut etwas erstaunt, denn bisher windet sich da nur eine Betonrinne. Den Fluss werden später einmal Pumpen mit Wasser speisen. „Sie haben hier eine wertstabile Geldanlage“, versichert der Makler schnell, bevor doch noch Zweifel aufkommen.

Siedlungen wie die Pfauenstadt sind Zeugnisse eines geschichtlich einzigartigen Baubooms. Im ganzen Land rollen Bagger und Betonmischer an, um neue Gebäude in die Landschaft zu stellen – oft am Markt vorbei. Schätzungen zufolge stehen landesweit bis zu 64 Millionen guter Wohnungen leer, die als Geldanlage gebaut wurden. In den Randbezirken von Peking, Schanghai und anderen Großstädten ragen reihenweise Hochhäuser mit noblen Apartments empor – abends dunkel, die meisten Fenster ohne Vorhänge. Das Dorf Huaxi in der Provinz Jiangsu mit 35 000 Einwohnern leistet sich einen 328 Meter hohen Wolkenkratzer, höher als alle Gebäude in Frankfurt.

Kommentare (1)

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Blinse

28.06.2011, 20:04 Uhr

Schöner Bericht von FMK, vielen Dank!

Wenn ich sowas lese: "Doch Ökonom Yuan bezweifelt, dass die Rechnung aufgeht. Ihn stören am Kreislaufschema vor allem die Risiken für den Normalbürger am Ende der Kette: „Das Geld der einfachen Leute wandert auf diese Weise erst in die Taschen der Reichen und dann in die Staatskasse.“

denke ich immer: Genau wie bei uns!

Und wenn ich lese: "...Lokale Regierungen 1,5 Billionen Euro Schulden..." denk ich wieder: Ja, genau wie hier.

Und dann weiß ich, die bekommen die gleichen Probleme wie der Westen, weil sie dort genau so gierig sind wie hier im Westen. Bei der Menge an Leuten wünsche ich viel Spaß bei der Lösung dieser Probleme.

Nichts ist es mit der "chinesischen Weisheit", mit dem "chinesischen Fleiß". Genauso dumm und genauso Geldgeil wie der Rest der Welt.

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