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13.01.2015

08:19 Uhr

Christian Noyer

EZB-Ratsmitglied fordert Obergrenze bei Bonds

Sollte die Europäische Zentralbank Staatsanleihen ankaufen, fordert EZB-Ratsmitglied Christian Noyer eine Begrenzung. Die Mehrheit der Staatsfinanzierung soll in jedem Land weiter über die privaten Markt laufen.

Die bevorstehenden Wahlen in Griechenland sind nach Ansicht Christian Noyers kein Hinderungsgrund für die EZB, noch in diesem Monat über den Kauf von Staatsanleihen zu entscheiden. dpa

Die bevorstehenden Wahlen in Griechenland sind nach Ansicht Christian Noyers kein Hinderungsgrund für die EZB, noch in diesem Monat über den Kauf von Staatsanleihen zu entscheiden.

BerlinEZB-Ratsmitglied Christian Noyer fordert eine Begrenzung bei möglichen Staatsanleihekäufen durch die Europäische Zentralbank (EZB). Ein solches Programm müsse eine klare prozentuale Obergrenze gemessen am ausstehenden Schuldenstand haben, so dass die Mehrheit der Staatsfinanzierung in jedem Land weiterhin über den privaten Markt läuft, sagte der Gouverneur der Banque de France dem Handelsblatt.

Die bevorstehenden Wahlen in Griechenland sind nach Ansicht Noyers kein Hinderungsgrund für die EZB, noch in diesem Monat über den Kauf von Staatsanleihen zu entscheiden. Diese Frage stelle sich in der Realität kaum, fügte er hinzu.

Das Griechenland-Problem ist klein im Vergleich zu der Frage, ob und wann wir unsere neue Geldpolitik auf zusätzliche Marktsegmente ausdehnen,“ sagte Noyer. Der EZB-Rat will am 22. Januar, wenige Tage vor den Neuwahlen in Griechenland, über mögliche Staatsanleihekäufe zur Bekämpfung einer drohenden Deflation entscheiden.

Österreichs Zentralbankchef Ewald Nowotny sagte am Montagabend, dass Ankäufe von Staats- und Unternehmensanleihen denkbar seien. Dabei sei allerdings die Frage wichtig, wer das Risiko trage. Die Diskussion sei noch im Fluss. Die EZB solle aber nicht zu lange warten, um die Konjunktur anzukurbeln und der niedrigen Inflation entgegenzuwirken.

Geldquelle Staatsanleihen

Was sind Staatsanleihen?

Staatsanleihen oder Schuldverschreibungen sind eine der wichtigsten Finanzierungsquellen von Staaten. Im Gegensatz zu Aktien sind diese Wertpapiere mit einem festen Zins ausgestattet und das Kapital wird zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückgezahlt.

Wie sicher sind Staatsanleihen?

Anleihen werden in verschiedenen Laufzeiten von zumeist 2 bis 30 Jahren ausgegeben. Lange Zeit galten sie als äußerst sichere Anlageform, da das Risiko eines staatlichen Zahlungsausfalls als sehr gering betrachtet wurde. Mit der Schuldenkrise in Europa ist dieses Bild aber ins Wanken geraten.

Woraus ergibt sich der Zins?

Als Zinszahlung erhält der Anleger die Rendite oder den Effektivzins. Dieser ergibt sich aus dem im Vorhinein festgelegten Zins der Anleihe (Kupon) und dem von ihm gezahlten Marktpreis (Kurs) des Papiers. Sinkt die Nachfrage und damit der Kurs der Anleihe, steigt die Rendite.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Herr Michael Müller

13.01.2015, 09:24 Uhr

"Obergrenze bei Bonds" ist genauso ein Blödsinn wie "ein bisschen schwanger"!

Von den Griechen wird verlangt, dass sich neue Regierungen an die Verträge der Vorgänger halten. LÄCHERLICH! Die EU hält sich ja selbst nicht an die eigenen Verträge! Beispiele gibt es mehr als genug! Wichtigster Vertragsbruch ist jedoch, dass Staaten für die Schulden anderer Staaten haften! EZB-Käufe von Schrott-Bonds setzen dem nur noch die Krone auf!

Herr Rene Weiß

13.01.2015, 09:47 Uhr

Nach und nach werden die Grenzen immer weiter zu einer unseriösen Staatsfinanzierung verschoben.
Ob das Instrument richtig ist, will ich nicht bewerten.
Aber ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, wieso überhaupt jemand glaubt, dauerhaft mehr auszugeben als einzunehmen am Ende funktioniert. Und wieso die Griechen das zulasten der anderen europäischen Arbeitnehmer machen wollen.

Herr Tom Schmidt

13.01.2015, 10:52 Uhr

Gibt es überhaupt einen Grund aus der realen Welt, der die EZB stoppen könnte?

Haftungsobergrenzen? Doch auch nur temporär, wenn die Käufe erfolgt sind und es immer noch nichts nützt, wird die halt erhöht und erhöht und erhöht... und wenn dann die Staatsanleihen ausgehen, müssen die Staaten halt welche emittieren, damit der private Markt auch noch welche bekommt...

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