Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.03.2012

17:00 Uhr

Comeback

Aufschwung beflügelt Obamas Wahlchancen

VonRolf Benders, Thomas Jahn

Ausgerechnet im Wahljahr erholt sich die US-Wirtschaft von ihrem tiefen Einbruch in der Finanzkrise. Selbst für den angeschlagenen Häusermarkt gibt es Hoffnungsschimmer. Das nützt vor allem Präsident Barack Obama.

US Präsident Barack Obama. AFP

US Präsident Barack Obama.

New YorkWährend sich die republikanischen Präsidentschaftskandidaten gegenseitig mit Schlamm bewerfen, hat sich die Ausgangslage für den demokratischen Amtsinhaber Barack Obama in den letzten Wochen verbessert. Grund dafür ist der Aufschwung der US-Wirtschaft. Amerikas Volkswirtschaft hat sich schneller von der Rezession erholt, als die meisten Experten erwartet hatten. Im Schlussquartal 2011 ist die US-Wirtschaftsleistung auf das Jahr hochgerechnet wieder um drei Prozent gewachsen - so stark wie seit dem Frühjahr 2010 nicht mehr. Jede Verbesserung der Wirtschaftslage erhöht die Wahlchancen von Obama.

Der US-Einzelhandel setzte im Januar fast sechs Prozent mehr um als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote ist von 9,8 Prozent Ende 2010 auf 8,3 Prozent gefallen. Jeden Monat werden derzeit mehr als 200000 Stellen geschaffen. Die US-Unternehmen feiern Rekordgewinne. Apple, Microsoft und IBM haben im abgelaufenen Jahr 65 Milliarden Dollar verdient - nur zehn Milliarden Dollar weniger als der Gewinn aller 30 Konzerne im Deutschen Aktienindex.

Besonders eindrucksvoll zeigt sich die wachsende Euphorie auf dem Automarkt. So näherte sich die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in den USA 2011 mit 6,2 Millionen wieder dem Wert des Jahres 2008. Noch ist der US-Automarkt zwar weit von seinen besten Zeiten entfernt, aber 2011 war mit Blick auf die Gewinne eines der besten Jahre für GM, Ford und Chrysler.

Und das gibt viel Raum für Investitionen: Ford will bis 2015 nicht weniger als 16 Milliarden Dollar in US-Fabriken investieren und 12 000 Arbeitsplätze schaffen. GM investiert 2,5 Milliarden Dollar - die Topmanager strotzen vor Optimismus: "Wir werden noch auf Jahre in den USA gute Gewinne einfahren", sagt Ford-Finanzchef Lewis Booth. Auch deutsche Hersteller nehmen Geld in die Hand, das Mercedes-Werk in Alabama etwa soll mit 2,4 Milliarden Dollar ausgebaut werden, es wird 1 400 neue Arbeitsplätze geben.

Ausgerechnet Fabriken und Kleingewerbe, bisher die Schwachstellen der US-Wirtschaft, erleben derzeit ein Comeback. So hat das Institute for Supply Management (ISM) ermittelt, dass die Industrieproduktion in den USA seit nun mehr als 31 Monaten in Folge wächst.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

PlazaPete

06.03.2012, 17:41 Uhr

Die Ups und Downs bezüglich USA in den Medien ist ja schnon sehr interessant..
Nur wie kann ständig von einem Aufschwung gesprochen werden, wenn die Anzahl der Food Stamps Bezieher ständig wächst (siehe neues Rekordhoch letzten Dezember), dabei ist dieses Programm streng reguliert und auf kurze Zeit beschränkt?

so-ist-es

06.03.2012, 17:55 Uhr

hahahaaaaaaaaaaa, ich wiehere wie ein pferd!
der artikel ist einfach köstlich.

Account gelöscht!

07.03.2012, 04:03 Uhr

Die ganze Amtszeit hat Obama nichts vollbracht ausser gigantische Schulden aufgebaut und endlos Geld drucken lassen. Jetzt vor den Wahlen geschieht das Wunder. Bernanke und die Statistik werden es schon richten. Ich kann diesen Obama nicht mehr sehen. Der ist vermutlich nicht mal ehrlich zu sich selbst.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×