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28.04.2015

12:18 Uhr

Dämpfer für Premier Cameron

Britische Wirtschaft wächst langsamer als gedacht

Nachdem die Wirtschaft Großbritanniens zuletzt so stark boomte wie in kaum einem anderen großen Industrieland, scheint es damit nun vorbei zu sein. Vor allem dem Bau geht es nicht gut.

Großbritanniens Premier David Cameron sorgt sich um die Wirtschaft seines Landes: Die Wirtschaft wuchs zwischen Januar und März nur noch um 0,3 Prozent zum Vorquartal und damit so schwach wie seit Ende 2012 nicht mehr. Reuters

David Cameron

Großbritanniens Premier David Cameron sorgt sich um die Wirtschaft seines Landes: Die Wirtschaft wuchs zwischen Januar und März nur noch um 0,3 Prozent zum Vorquartal und damit so schwach wie seit Ende 2012 nicht mehr.

LondonDie britische Regierung bekommt kurz vor der Wahl unerwarteten Gegenwind von der Konjunktur. Die Wirtschaft wuchs zwischen Januar und März nur noch um 0,3 Prozent zum Vorquartal und damit so schwach wie seit Ende 2012 nicht mehr, wie das Statistikamt ONS am Dienstag mitteilte.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten hingegen mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet. Ende 2014 war das Bruttoinlandsprodukt noch um 0,6 Prozent gestiegen. Während die Dienstleister zu Jahresanfang das Wachstum ankurbelten, sank die Industrieproduktion leicht um 0,1 Prozent und am Bau gab es ein Minus von 1,6 Prozent.

Deutsche Konjunktur 2014

Deutsche Wirtschaft trotzt der Katerstimmung

Die deutsche Wirtschaft hat trotz vieler internationaler Krisen 2014 das stärkste Wachstum seit drei Jahren geschafft. Vor allem die Konsumenten sorgten mit ihren Ausgaben für Schwung, aber auch die Firmen wagten wieder mehr Investitionen und exportierten auch spürbar mehr. Im Folgenden eine Übersicht, wie die Konjunktur im Einzelnen lief:

Wirtschaftsleistung

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gilt als bestes Maß, um die Leistung einer Volkswirtschaft zu messen. Es ist die Summe der im Inland hergestellten Waren und Dienstleistungen. Im vorigen Jahr lag sie bei 2,9 Billionen Euro. Inflationsbereinigt entspricht dies einem Anstieg von 1,5 Prozent zum Vorjahr. Damit kletterte die Wirtschaftskraft rund doppelt so stark wie in der gesamten Euro-Zone, wie der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler, sagte.

Treiber der Wirtschaftsentwicklung

Impulse kamen vor allem vom Produzierenden Gewerbe, den Dienstleistern und der Baubranche. Bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern hingegen sackte die Wirtschaftskraft um rund 0,5 Prozent ab. Entscheidender Wachstumsmotor waren die Verbraucher. Sie gaben - dank guter Arbeitsmarktlage, geringer Inflation und niedriger Zinsen - 1,1 Prozent mehr aus als 2013. Damit kurbelte der private Konsum die gesamte Wirtschaft kräftig an. Auch die Investitionen zogen spürbar an. Die Unternehmen gaben für Maschinen, Geräte und Fahrzeuge 3,7 Prozent mehr aus.

Investitionen

Die sogenannte Investitionsquote - also der Anteil von Investitionen am BIP - lag 2014 bei 20 Prozent und verbesserte sich damit kaum. Deutschland steht international in der Kritik, sich mit öffentlichen Investitionen zurückzuhalten.

Arbeitsmarkt

Die Zahl der Beschäftigten kletterte auf 42,7 Millionen und erreichte das achte Jahr in Folge einen neuen Höchststand. Die Zahl der Arbeitslosen sank im Jahresschnitt um 52.000 auf 2,9 Millionen. Dies ist der niedrigste Stand seit 1991.

Einkommen

Das Volkseinkommen - zusammengesetzt aus Arbeitnehmerentgelt und den Unternehmens- und Vermögenseinkommen - stieg insgesamt um 3,6 Prozent auf knapp 2,2 Billionen Euro. Dabei kletterten die Arbeitnehmerbezüge einerseits und die Firmen- und Vermögenseinkommen andererseits fast gleich stark. Die Nettolöhne und -gehälter stiegen insgesamt um 2,4 Prozent und damit etwas weniger als die Bruttolöhne.

Lohnstückkosten

Da die durchschnittlichen Löhne und Gehälter 2014 stärker stiegen als die Arbeitsproduktivität, kletterten die Lohnstückkosten der Unternehmen. Für die Wirtschaft ist dies eine wichtige Kennziffer im internationalen Wettbewerb. Die Lohnstückkosten erhöhten sich um knapp zwei Prozent und damit weniger als in den beiden Vorjahren.

Finanzen

Der deutsche Staat hat 2014 das dritte Jahr in Folge schwarze Zahlen geschrieben. Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung nahmen zusammen 11,9 Milliarden Euro mehr ein als sie ausgaben. Die Summe entspricht einem Überschuss von 0,4 Prozent des BIP. "Seit der deutschen Vereinigung hat es nur im Jahr 2000 einen höheren Überschuss gegeben", sagte Statistikamt-Chef Egeler. Nur die Länder hätten noch ein Defizit verzeichnet.

Zuletzt boomte die Wirtschaft so stark wie in kaum einem anderen großen Industrieland. Davon hatte sich die konservative Regierung unter David Cameron bei der Parlamentswahl am 7. Mai Rückenwind erhofft. Allerdings betont die oppositionelle Labour-Partei, dass der Wohlstand bei vielen Arbeitern nicht ankommt.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Peter Noack

29.04.2015, 08:26 Uhr

Will mal jemand erklären, warum es bei Nullzins auf dem Bau nicht gut geht? Welche VWL lehrt so etwas?

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