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14.03.2013

14:44 Uhr

Dank Drittländer

Deutsche Exporte steigen auf Rekordwert

Im vergangenen Jahr hat Deutschland so viel exportiert wie noch nie. Insbesondere die Nachfrage aus Nicht-EU-Ländern trieb die Ausfuhrzahlen im vierten Quartal. Die USA lieben „Made in Germany“.

Container am Hamburger Hafen. Deutschland hat 2012 in Rekordhöhe exportiert. dpa

Container am Hamburger Hafen. Deutschland hat 2012 in Rekordhöhe exportiert.

WiesbadenDie wachsende Nachfrage aus Nicht-EU-Ländern hält die deutsche Exportwirtschaft auf Rekordkurs. Im vierten Quartal 2012 stiegen die Ausfuhren in sogenannte Drittländer um 4,2 Prozent auf 118,0 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Die Exporte insgesamt erhöhten sich gegenüber dem Vorjahresquartal hingegen nur um 1,3 Prozent auf 271,4 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr 2012 waren die deutsche Exporte um 3,4 Prozent auf den Rekordwert von 1,097 Billionen Euro geklettert.

Dass das Plus zum Jahresende nicht höher ausfiel, lag vor allem an dem schwächelnden Geschäft im Euroraum: Die Exporte in die kriselnden Partnerländer sanken um 2,1 Prozent auf 101,1 Milliarden Euro. Die Lieferungen nach Italien beispielsweise schrumpften kräftig um 9,5 Prozent auf 13,4 Milliarden Euro. Die Ausfuhren in die EU-Staaten, die nicht dem Euroraum angehören, nahmen hingegen um 1,7 Prozent auf 52,4 Milliarden Euro zu.

Die neuen Wachstumsmärkte der deutschen Exporteure

Malaysia

Fast fünf Prozent Wachstum jährlich werden dem aufstrebenden Land bis 2025 vorausgesagt. Im gleichen Zeitraum könnte sich das Bruttoinlandsprodukt verdoppeln. Ein Grund dafür ist die wachsende Wettbewerbsfähigkeit. Im internationalen Standort-Vergleich des World Economic Forum belegt Malaysia Platz 25, knapp hinter Deutschlands wichtigstem Handelspartner Frankreich (21), aber noch vor China (29) und Italien (42). "Malaysia ist eine der offensten Volkswirtschaften der Welt", lobt das Prognos-Institut.

Indonesien

Das muslimisch geprägte Land lockt mit einem riesigen Binnenmarkt: Indonesien ist gemessen an der Bevölkerung die Nummer vier der Welt. 240 Millionen Einwohner leben hier. Bis 2060 wird Indonesien zur sechstgrößten Volkswirtschaft der Welt aufrücken und Deutschland überholen, sagt die Industriestaaten-Organisation OECD voraus. "Das rohstoff- und bevölkerungsreiche Land wird 2012 und 2013 um mehr als sechs Prozent wachsen", prognostiziert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). "Die Wirtschaft des Inselreichs profitiert von niedrigen Zinsen und einer niedrigen Inflation."

Kolumbien

Reiche Rohstoffvorkommen von Kohle über Öl und Gold bis zu Seltenen Erden, die Öffnung der Volkswirtschaft und nicht zuletzt eine deutlich verbesserte Sicherheitslage durch die Friedensgespräche mit den marxistischen FARC-Rebellen lassen auch hier ein jährliches Wirtschaftswachstum um die fünf Prozent erwarten. Für die Weltbank zählt Kolumbien zur Spitzengruppe in den lateinamerikanischen Staaten, wenn es um den Schutz geistigen Eigentums und Regulierung geht. "Das Land wird damit für ausländische Investoren interessanter", so der DIHK. Zusätzliche Impulse kommen von dem in Kraft getretenen Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union. Der DIHK hält deshalb sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten Steigerungsraten von mehr als 20 Prozent für möglich.

Peru

Noch mehr Wachstum wird Peru vorausgesagt: Sechs Prozent kann die Wirtschaftsleistung dort pro Jahr zulegen. Auch Peru hat ein Freihandelsabkommen mit der EU unterzeichnet und verfügt über viele Rohstoffe. Der DIHK hält deshalb ein Ausweitung des Handels um mehr als 20 Prozent für möglich. Besonders gefragt sein dürften Fahrzeuge. Dieser Markt lockt dem Prognos-Institut zufolge mit jährlichen Steigerungsraten von sieben Prozent.

Tunesien

Das World Economic Forum hält Tunesien, wo der arabische Frühling begann, für das wettbewerbsfähigste Land Afrikas. "Zu den größten Pluspunkten gehören die geografische Nähe zu Europa, eine belastbare Infrastruktur sowie die günstigen Lohnkosten", betont das Prognos-Institut. "Das Bildungssystem ist im regionalen Vergleich gut ausgebaut. Zudem haben zahlreiche Tunesier im Ausland studiert."

Vietnam

Schon jetzt zählt das asiatische Land mehr Einwohner als Deutschland, 2025 sollen es fast 100 Millionen sein. "Die konsumfreudige und zunehmend kaufkräftige Bevölkerung verspricht ein gewaltiges Absatzpotenzial: In kaum einem anderen Land Asiens wächst die Mittelschicht schneller als in Vietnam", so das Prognos-Institut. Mehr als sechs Prozent jährlich soll das Bruttoinlandsprodukt zulegen. Vietnam verfügt über unzählige billige Arbeitskräfte. Viele Unternehmen haben ihre Produktion deshalb schon aus dem teurer werdenden China in das Nachbarland verlagert.

Trotz des mageren Zuwachses um 0,2 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2011: Frankreich bleibt mit einem Volumen von 25,6 Milliarden Euro der weltweit wichtigste Markt für die deutschen Exporteure.

In Übersee kauften einmal mehr Kunden in den USA die meisten Waren „Made in Germany“. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stiegen die Exporte in die Vereinigten Staaten im vierten Quartal 2012 um 9,0 Prozent auf 21,5 Milliarden Euro. Die Exporte nach Russland legten um 6,6 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro zu. Hingegen wurden sowohl nach China (minus 6,1 Prozent auf 15,7 Mrd Euro), als auch nach Indien (-13,8 Prozent auf 2,5 Mrd Euro) und Brasilien (-2,2 Prozent auf 2,7 Mrd Euro) weniger Waren geliefert als ein Jahr zuvor.

Von

dpa

Kommentare (1)

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14.03.2013, 15:03 Uhr

Die geringen Löhne der prekär Beschäftigten zahlen sich eben aus.
Die Gewinne der Eigner im In- und Ausland danken es.

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