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27.02.2015

14:07 Uhr

Deflation ist kein Thema

Verbraucherpreise ziehen wieder an

In Deutschland ziehen die Verbraucherpreise wieder an. Das liegt vor allem an teureren Mieten und Dienstleistungen, Energie und Nahrungsmittel werden günstiger.

Billiger wurde vor allem Energie: Sie kostete 7,3 Prozent weniger als im Februar 2014. dpa

Strompreise

Billiger wurde vor allem Energie: Sie kostete 7,3 Prozent weniger als im Februar 2014.

BerlinDie Verbraucherpreise in Deutschland steigen überraschend wieder - trotz billigeren Benzins. Im Februar kosteten Waren und Dienstleistungen durchschnittlich 0,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte. Dafür sorgten teurere Mieten und Dienstleistungen, während Energie und Nahrungsmittel günstiger wurden. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Rückgang von 0,2 Prozent gerechnet, nachdem die Preise im Januar mit 0,4 Prozent erstmals seit dem Rezessionsjahr 2009 gefallen waren.

„Eine Deflation ist kein Thema in Deutschland“, sagte der Chefvolkswirt der Berliner Quirin Bank, Philipp Dobbert. „Es gibt keinen breit angelegten Rückgang der Verbraucherpreise.“ Allerdings spricht die Europäische Zentralbank nur bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preise. Um die Gefahr einer Deflation in der Euro-Zone vorzubeugen, hat sie vorsorglich ihre Geldpolitik weiter gelockert und kauft zudem ab März Staatsanleihen in großem Stil.

Billiger wurde vor allem Energie: Sie kostete 7,3 Prozent weniger als im Februar 2014. Dafür sorgten vor allem fallende Preise für Benzin und Heizöl. Für Nahrungsmittel wurden 0,4 Prozent weniger verlangt. Teurer wurden hingegen Wohnungsmieten: Sie stiegen um 1,3 Prozent. Auch Dienstleistungen kosteten mehr, und zwar im Schnitt um 1,4 Prozent. Hierzu könnte der seit Jahresbeginn geltende Mindestlohn von 8,50 Euro beigetragen haben. „Den Unternehmen fällt es angesichts der guten Konjunktur und der hohen Ausgabebereitschaft der Verbraucher leichter, gestiegene Personalkosten an die Kunden weiterzugeben“, sagte Dobbert. Das hatte auch das Markit-Institut bei seiner Unternehmensumfrage festgestellt.

Von

rtr

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