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30.01.2015

11:38 Uhr

Deflation

Preise in der Eurozone fallen erneut

Europa steuert immer stärker auf eine Deflation zu. In den Ländern der Euro-Zone sind die Verbraucherpreise den zweiten Monat in Folge gefallen. Das gab es zuletzt 2009.

In der Euro-Zone sind die Verbraucherpreise den zweiten Monat in Folge gefallen. dpa

Droht die Deflation?

In der Euro-Zone sind die Verbraucherpreise den zweiten Monat in Folge gefallen.

LuxemburgDie Preise in der Euro-Zone sind den zweiten Monat in Folge gefallen. Wie die Statistikbehörde Eurostat am Freitag in Luxemburg in einer ersten Schätzung mitteilte, sanken die Lebenshaltungskosten in den 19 Ländern der Währungsunion um 0,6 Prozent. Im Dezember waren die Verbraucherpreise erstmals seit fünf Jahren zurückgegangen.

Mit dem erneuten Minus dürften Warnungen Auftrieb erhalten, dass Europa auf eine Deflation zusteuern könnte, also einen länger anhaltenden Preisverfall, der die Wirtschaft insgesamt schwächen könnte.

Von der Inflation zur Deflation

Was bedeutet Inflation?

Als Inflation wird die Preissteigerung binnen eines Jahres bezeichnet. Sie liegt in Deutschland im Januar nach ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamtes bei minus 0,3 Prozent. Das bedeutet, dass die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat gefallen sind. Das liegt unter anderem am dramatisch gefallenen Ölpreis, der sich seit dem Sommer mehr als halbiert hat.

Wann spricht man von einer Deflation?

Hierzu reicht ein Preisrutsch von einem Monat auf den anderen nicht aus. Dazu muss sich die Inflationsrate klar ins Negative umkehren – und das für längere Zeit.

Was passiert bei einer Deflation?

Bei einer Deflation verschieben Verbraucher in der Regel ihre Anschaffungen in der Hoffnung auf niedrigere Preise. Unternehmen verringern ihre Produktion, um sich der sinkenden Nachfrage anzupassen, was Entlassungen und niedrigere Löhne zur Folge haben kann. Das bremst die Nachfrage dann noch mehr und die Preise sinken weiter – es droht ein Teufelskreis aus fallenden Preisen, Löhnen, Ausgaben und Investitionen, aus dem schwierig herauszukommen ist.

Hat eine Deflationsphase zwangsläufig negative Folgen?

Nicht unbedingt. Ob die Verbraucher tatsächlich Einkäufe zurückstellen, muss sich in der jeweiligen Situation zeigen. Denn zunächst sind niedrigere Preise aus ihrer Sicht durchaus positiv. Wenn sie weiter konsumieren, profitiert auch die Wirtschaft. Erst mit sogenannten Zweitrundeneffekten – wenn also auch die Löhne fallen – kann es gefährlich werden.

Wie ist die Lage in Europa?

In der Eurozone sind die Lebenshaltungskosten im Dezember erstmals seit Oktober 2009 zurückgegangen. In Deutschland hatte die Inflationsrate im Dezember noch bei einem kleinen Plus von 0,2 Prozent gelegen. Allerdings hat die Europäische Zentralbank (EZB) als Zielwert eine Preissteigerung von knapp unter zwei Prozent ausgegeben. Dieser scheint momentan in weiter Ferne.

In Deutschland waren die Lebenshaltungskosten im Januar laut Statistischem Bundesamt im Januar erstmals seit 2009 um 0,3 Prozent zurückgegangen. Grund für den Preisrückgang in der Eurozone waren weiter stark fallende Ölpreise. Sie sanken im Januar um 8,9 Prozent, wie Eurostat mitteilte.

Die Kosten für Nahrungsmittel fielen dagegen nur geringfügig um 0,1 Prozent. Um denselben Prozentsatz verbilligten sich Industriegüter. Nur im Bereich der Dienstleistungen zogen die Preise um ein Prozent an.

Das letzte Mal hatte es 2009 einen mehrmonatigen Preisrückgang in der Eurozone gegeben. Damals fielen die Preise in den Monaten von Juni bis Oktober.

Die Verbraucherpreise fallen

Droht uns nun die Deflation?

Die Verbraucherpreise fallen: Droht uns nun die Deflation?

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Von

afp

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

30.01.2015, 13:03 Uhr

Um denselben Prozentsatz verbilligten sich Industriegüter. Nur im Bereich der Dienstleistungen zogen die Preise um ein Prozent an.

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Wenn man nur Jobs oder Leiharbeiter-Arbeitsplatz bekommt....

dann sind diese Arbeitsverträge zeitlich begrenzt....und man erhält meistens nur den Mindestlohn.

Welcher Familienvater bekommt dann bei solchen Einkommen einen Kredit um etwa neue Haushaltsgeräte zu kaufen ?

Da werden größere Anschaffungen erst betätigt wenn die vorhandene Geräte tatsächlich nicht mehr funktionieren.

Und so werden wir in Europa selbst mit Neue EZB-Schuldenberge niemals eine positive Ergebnis in Europa erreichen.

Zuerst wurde sparen angesagt in Europa....selbst den Rentner wurden seine kleine renten gekürzt und die menschen etwa in Den Süden Europas sind in Ihre Existenz stark gefährdet...

und jetzt widerspricht sich die EU von selber mit neue unerklärliche und unverständliche Bildung von Neue Schuldenberge ?

Dieses produziert nur noch mehr Wutbürger in Europa und noch mehr EU-Gegner !!!!!






Herr Joly Joker

02.02.2015, 09:37 Uhr

Deflation als Schreckgespenst --- aber hallo, wieso eigentlich? Wann hatten wir Deflationen im 20 Jahrhundert oder davor? Wenn ich nicht irre , hatten wir eine durch Brünings Erfüllungspolitik und dem Schwarzen Freitag in den USA. Dann vor ein paar Jahrzehnten in Japan. Was wir im Augenblick erleben sind Korrekturen an extrem hohen Rohstoffwerten. Einigen Blasen geht die Luft aus.
Weitaus größeren Schaden verursachen starke Inflationen und ungebremste Staatsverschuldungen. Diese sind zu bekämpfen und nicht die Korrekturen der durch Zockerei hochgetriebenen Rohstoffpreise.

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