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08.01.2004

13:49 Uhr

Dem starken Euro zum Trotz

EZB lässt Leitzins unverändert

Die Europäische Zentralbank (EZB) bleibt ihrem Kurs treu. Die Leitzinsen bleiben trotz der anhaltenden Aufwertung des Euro konstant bei zwei Prozent.

HB FRANKFURT. Die Zentralbank gehe von einem allmählich stärker werdenden Aufschwung in der Euro-Zone aus, der mit Preisstabilität einhergehe, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Donnerstag nach dem Beschluss, den Leitzins im siebten Monat in Folge nicht zu ändern. Trichet räumte zwar erstmals dämpfende Effekte des starken Euro auf die Exporte ein, relativierte diese aber zugleich. Zu starke Ausschläge der Devisenkurse bezeichnete er als unerwünscht. Allerdings gab er nach Ansicht von Analysten keine Bereitschaft zu Zinssenkungen zu erkennen, wie sie zuletzt Bundeswirtschaftminister Wolfgang Clement (SPD) als Reaktion auf schädliche Folgen des Euro-Anstiegs gefordert hatte. Die meisten Volkswirte gehen ohnehin weiter von einer Zinserhöhung als nächstem EZB-Schritt aus.

Am Devisenmarkt hatten viele damit gerechnet, dass sich der EZB-Chef besorgt über das hohe Tempo des jüngsten Kursanstiegs des Euro äußern würde, der am Dienstag einen neuen Rekordstand über 1,28 Dollar erreicht hatte. Am Donnerstag kletterte die Gemeinschaftswährung - nachdem sie zwischenzeitlich wieder unter 1,26 Dollar gefallen war - über 1,27 Dollar. Der EZB sei der starke Euro offenbar recht, sagten Händler.

„Die Geldpolitik ist weiter angemessen, um Preisstabilität auf mittlere Sicht zu gewährleisten“, sagte Trichet und hielt am bisherigen Ausblick für Konjunktur und Preisniveau fest. Die Inflationsrate von derzeit knapp über zwei Prozent werde noch in diesem Jahr unter zwei Prozent sinken und damit in Einklang mit der von der EZB angestrebten Preisstabilität stehen. Der starke Euro werde das Preisniveau dämpfen und erhöhe die verfügbaren Einkommen im Inland, wies Trichet auf positive Effekte des Kursanstiegs hin. Die Erholung der Wirtschaft weltweit und auch in der Euro-Zone schreite voran. Die weiter bestehenden Risiken, die von den hohen Defiziten in Leistungsbilanz und Staatshaushalt der USA ausgingen, müssten mit einer angemessenen Wirtschaftspolitik und Strukturreformen behoben werden.

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