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21.09.2012

14:40 Uhr

Demografie in Deutschland

Exportüberschüsse haben keine Zukunft

Einer Studie zufolge wird Deutschland ab dem Jahr 2028 keine Exportüberschüsse mehr erzielen. Grund ist der demographische Wandel. Auch der kritisierte Überschuss in der Leistungsbilanz dürfte nicht von Dauer sein.

In Zukunft werden weniger Erwerbstätige weniger exportieren, prophezeit das ZEW. dpa

In Zukunft werden weniger Erwerbstätige weniger exportieren, prophezeit das ZEW.

BerlinDeutschland wird einer Studie zufolge ab 2028 keine Exportüberschüsse mehr erzielen. „Die Ursache dieser Entwicklung ist der demografische Wandel, die Schrumpfung und Alterung der deutschen Bevölkerung“, heißt in der am Freitag veröffentlichten Untersuchung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). „Wir werden viel weniger Erwerbstätige haben, weshalb weniger exportiert werden kann“, sagte ZEW-Experte Marcus Kappler der Nachrichtenagentur Reuters. „Gleichzeitig wird der Konsum der Älteren durch höhere Importe gedeckt werden müssen.“

Auch der von vielen EU-Ländern kritisierte hohe Leistungsbilanzüberschuss - der neben der Handelsbilanz etwa auch die Entwicklung der Dienstleistungen sowie der Erwerbs- und Vermögenseinkommen berücksichtigt - ist demnach nur eine Momentaufnahme. „Langfristig wird er mehr und mehr abschmelzen und etwa bis zum Jahr 2030 ganz verschwunden sein“, schreibt das ZEW. „Danach ist sogar ein Minus in der Leistungsbilanz zu erwarten, das sich in seiner Höhe dauerhaft bei etwa zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts pro Jahr einpendeln könnte.“

„Kapital aus dem Ausland notwendig“
2011 hatte Deutschland einen Überschuss in der Leistungsbilanz von rund 136 Milliarden Euro ausgewiesen. Das entspricht etwa 5,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Grund dafür sind vor allem die enormen Exportüberschüsse: Der Wert der Ausfuhren übertraf den der Einfuhren um 159 Milliarden Euro.


Der Studie des ZEW zufolge - die mit der Universität Ulm im Auftrag des Bundesfinanzministeriums angefertigt wurde - werden die Rentner in Deutschland einen größeren Teil ihres in der Erwerbsphase angesammelten Vermögens im Alter aufbrauchen. Die Sparquote werde deshalb deutlich sinken. Gleichzeitig nehme die Zahl der Erwerbstätigen ab. „Ab 2033 werden sogar die inländischen Investitionen jährlich höher ausfallen als die inländischen Ersparnisse“, sagten die ZEW-Wissenschaftler voraus. „Kapital aus dem Ausland muss dann zur Finanzierung dieser Investitionen herangezogen werden. Die deutsche Leistungsbilanz rutscht ins Minus.“

Kritik aus dem Ausland
In der Schuldenkrise wird Deutschland von vielen Euro-Ländern, aber auch den USA immer wieder vorgeworfen, einseitig auf den Export zu setzen. Stattdessen sollte hierzulande die Binnennachfrage angekurbelt werden, um Krisenländern die Chance zu geben, ihre Exporte nach Deutschland zu erhöhen.

 

Von

rtr

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

21.09.2012, 15:15 Uhr

Das ist glaube ich das Dümmste, was ich heute gelesen habe.
Die gleichen hochdotierten Wissenschaftler sind doch noch nicht mal in der Lage, die Ergebnisse für nächstes Jahr auch nur annähernd zu beziffern. Aber wissen, was in mehr als 15 Jahren sein wird. Das sind so intelligente Köpfe, die haben schon jedwede technische und politische Entwicklung mit eingerechnet. Lächerlich.

GuidoLingnau

21.09.2012, 15:31 Uhr

Die Studie deckt sich mit meinen Untersuchungen. In Finnland und Japan sind die Babyboomer Ende der 1940er Jahre zur Welt gekommen. Finnland und Japan sind damit demografisch gesehen ca. 15 Jahre älter als Deutschland. Beide Länder haben 2011 erstmals ein Handelsbilanzdefizit erzielt.

Account gelöscht!

21.09.2012, 16:15 Uhr

Der deutsche pawlowsche Hund wurde trainiert auf: Exportüberschüsse = freudiges Schwanzwackeln.

Fakt ist, dass die Exportüberschüsse zeigen, dass wir ständig mehr Waren und Leistungen ausführen als einführen. Warum soll das gut sein? Wir versorgen andere mit Wohlstand.

Das beste in der jüngeren Vergangenheit ist nun, dass wir die erzielten Exportüberschüsse über Target2 & die Rettungspakete selbst finanzieren.

Wir bezahlen sozusagen die exportierte Ware selbst oder man könnte auch sagen wir verschenken sie.

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