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09.01.2015

17:50 Uhr

Der Markt brummt

US-Arbeitslosenquote auf Rekordtief

Die US-Wirtschaft hat im vergangenen Monat noch mehr Jobs geschaffen als ohnehin schon angenommen. Damit sinkt die Arbeitslosenquote in den USA auf den tiefsten Stand seit dem Juni 2008.

Insgesamt wurden 252.000 neue Stellen wurden im Dezember in den USA geschaffen. ap

Insgesamt wurden 252.000 neue Stellen wurden im Dezember in den USA geschaffen.

WashingtonDie US-Wirtschaft steuert auf Vollbeschäftigung zu und bietet der Notenbank immer mehr Spielraum für eine baldige Zinserhöhung. 2014 sind so viele Arbeitsplätze entstanden wie seit 15 Jahren nicht mehr. Wie das Handelsministerium am Freitag weiter mitteilte, wurden rund drei Millionen Jobs geschaffen. Elf Monate in Folge kamen jeweils mehr als 200.000 Stellen hinzu. Im Dezember fiel die Arbeitslosenquote auf 5,6 Prozent und damit auf dem tiefsten Stand seit Juni 2008.

Die US-Notenbank Federal Reserve, die Vollbeschäftigung anstrebt, ist damit nach Jahren massiver Konjunkturspritzen und extrem niedriger Zinsen als Reaktion auf die Finanzkrise fast am Ziel. Am Kapitalmarkt wird allerdings erst für Mitte des Jahres mit einer Zinserhöhung gerechnet - auch weil die Inflation zuletzt im Sog des Ölpreisverfalls weit niedriger ausfiel, als es der Fed lieb sein kann.

Im Dezember wurden 252.000 neue Stellen geschaffen und damit erneut mehr als von Ökonomen erwartet. Der Löwenanteil der neuen Jobs entstand in Unternehmen, nur 12.000 Stellen kamen beim Staat neu hinzu.

Die US-Börsen eröffneten trotz der Konjunkturdaten mit leichten Kursverlusten. Ein Wermutstropfen in dem ansonsten positiven Arbeitsmarktbericht ist, dass die Stundenlöhne der Beschäftigten im Durchschnitt leicht nachgaben, nachdem sie im Vormonat noch angezogen hatten. „In Verbindung mit dem drastischen Ölpreisverfall deuten die Zeichen damit nicht auf ein baldiges Anziehen der Inflation hin“, sagte Postbank-Ökonom Thilo Heidrich. Die Fed könne daher noch weiter auf Zeit spielen.

Diese Termine werden dieses Jahr für die US-Wirtschaft noch wichtig

9. Januar

Erste Veröffentlichung der Arbeitslosenzahlen des Jahres.

30. Januar

Das Handelsministerium veröffentlicht die erste Schätzung des US-Wirtschaftswachstums für das Gesamtjahr 2014.

3. Februar

Die Chefin der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), Janet Yellen, feiert ihr erstes Amtsjubiläum.

15. März

Bis dahin muss der Kongress die selbstgesteckte Schuldengrenze der USA erhöhen oder für einen weiteren Zeitraum aussetzen, damit die Regierung weiter ihre Rechnungen bezahlen kann.

27. März

Dritte und letzte Schätzung des US-Wirtschaftswachstums für das Gesamtjahr 2014.

17. April

Letzte Bekanntgabe der Inflationsrate vor einer möglicherweise entscheidenden Zinssitzung der Fed.

30. April

Die Fed könnte bei der Sitzung ihres Offenmarktausschusses die erste Zinserhöhungen seit 2006 ankündigen.

3. Juni

Die Regierung legt die US-Außenhandelsbilanz für 2014 vor.

Ende August

Notenbanker aus aller Welt ziehen sich zu einem Gedankenaustausch im amerikanischen Jackson Hole (Wyoming) zurück.

4. Dezember

Letzte Vorlage der US-Arbeitslosenzahlen in diesem Jahr

22. Dezember

Letzte Schätzung des US-Wirtschaftswachstums im Jahr 2015

Der Präsident der Federal Reserve von Chicago, Charles Evans, sagte, der Arbeitsmarkt mache „gute, gute Fortschritte“. Doch bevor es zu einer geldpolitischen Straffung kommen könne, müssten die Löhne stärker anziehen. Die Notenbank hat sich ein Inflationsziel von zwei Prozent gesetzt, verfehlt es mit zuletzt 1,3 Prozent jedoch deutlich. „Daher bin ich dafür, es mit einer Zinserhöhung langsam angehen zu lassen.“

Diese Linie hat Notenbank-Chefin Janet Yellen vorgegeben, die von einer geduldigen Strategie der Fed spricht. Sie will noch mindestens bis März stillhalten. Die Notenbank hält den Leitzins seit dem Höhepunkt der Finanzkrise Ende 2008 auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

09.01.2015, 15:29 Uhr

Aber die langfristigen Arbeitslosen stiegen um 100.000. Das war der stärkste Anstieg seit zehn Jahren.

Warum nur wird so etwas beständig verschwiegen?
Politisch noch verständlich, medientechnisch aber sehr fragwürdig.

Herr Sergej Xxxx

09.01.2015, 16:52 Uhr

Laut Household Survey sind 111.000 Jobs entstanden. Die Anzahlt der Arbeitsfähigen ist um 451.000 gesunken. Dementsprechend ist die Anzahl der Arbeitslosen um 340.000 gesunken. Tolle Leistung! Uninformiertheit des Handelblattes ist bedenklich.

Account gelöscht!

09.01.2015, 17:31 Uhr

@ Xxx:

Die beiden Befragungen beziehen sich auf unterschiedliche Sachverhalte, sollten daher auch nicht vermischt werden.
Das aber taten Sie - und geraten zu falschen Folgerungen.

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