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18.01.2006

08:41 Uhr

Deutlich höheres Wachstum

IWF erhöht Prognose für Deutschland

Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert für Deutschland im laufenden Jahr ein deutlich höheres Wachstum als bisher. Der Fonds geht für 2006 von einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 1,5 Prozent aus, wie das Handelsblatt aus IWF-Kreisen erfuhr.

WASHINGTON. Im September lag die Prognose noch bei 1,2 Prozent. Für 2007 erwartet der Fonds ein Wachstum zwischen 0,75 und 1,25 Prozent. Ein Unsicherheitsfaktor sei jedoch die Reaktion der Verbraucher auf die Mehrwertsteuererhöhung im nächsten Jahr. Die Einschätzung stützt sich auf den Deutschland-Bericht des IWF, der heute veröffentlicht wird.

„Der Aufschwung in Deutschland gewinnt an Breite und Intensität", sagten hochrangige IWF-Mitarbeiter dem Handelsblatt. Zu der bislang vorherrschenden Exportstärke kämen zunehmend Lichtblicke auf dem Binnenmarkt. So sprängen die Investitionen wieder an, auch gebe es Anzeichen für eine zunehmende Nachfrage der Verbraucher. Außerdem scheine die Bauwirtschaft die Talsohle durchschritten zu haben. „Wir sind deutlich optimistischer als noch vor drei Monaten", betonte ein IWF-Mitarbeiter. Das Ziel der Bundesregierung, das Staatsdefizit wieder unter die Grenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu drücken, werde begrüßt.

Einen Durchbruch auf dem Arbeitsmarkt sieht der Fonds allerdings nicht. Die im Rahmen der Agenda 2010 angestoßenen Reformen zur Ausweitung der Job-Angebots seien zwar richtig. „Jetzt muss die Schaffung von neuen Stellen durch mehr Lohndifferenzierung und eine Lockerung des Kündigungsschutzes angekurbelt werden", heißt es beim IWF. Darüber hinaus sollte die Regierung eine Gesundheits- und eine Steuerreform anpacken.

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