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21.01.2014

21:32 Uhr

Deutliche Worte

Währungsfonds warnt vor Deflation

Der IWF erwartet in diesem Jahr ein stärkeres Wachstum. Auch eine studie unter Spitzenmanagern kommt zu diesem Schluss. Der Währungsfonds warnt Staaten jedoch eindringlich davor, die Phase des billigen Geldes zu beenden.

Der Hauptsitz des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington. dpa

Der Hauptsitz des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington.

Washington/BerlinDer Internationale Währungsfonds (IWF) sieht in dem nachlassenden Preisdruck in Industrieländern wie Deutschland eine Gefahr für das Wachstum der Weltwirtschaft. Aus der niedrigen Inflation - insbesondere in der Euro-Zone - könne schnell eine Deflation werden, warnte der Fonds am Dienstag. Ein solcher Preisverfall auf breiter Front ist wirtschaftlich gefährlich, weil Unternehmen dann weniger investieren und sich auch die Konsumenten zurückhalten. In seiner neuen Prognose rechnet der IWF aber noch mit einer Beschleunigung des globalen Wachstums auf 3,7 Prozent in diesem und 3,9 Prozent im nächsten Jahr, nachdem es 2013 voraussichtlich drei Prozent waren. Für Deutschland erhöhte der Fonds seine Schätzungen leicht auf 1,6 Prozent für 2014 und 1,4 Prozent für 2015.

"Die Erholung gewinnt an Kraft. Aber es ist noch viel zu tun", beschrieb IWF-Chefökonom Olivier Blanchard die Lage. Die Weltwirtschaft sei noch nicht über den Berg. Immerhin bescheinigte der Fonds der Euro-Zone aber, den Wendepunkt von der Rezession in eine Erholungsphase geschafft zu haben. Die Impulse für das weltweite Wachstum kommen nach Auffassung der Experten inzwischen wieder stärker aus den Industrieländern. Davon profitierten dann auch Schwellen- und Entwicklungsländer.

Größte Volkswirtschaften 2013 - 2028

Rang 10

2013
Kanada
1,8 Billionen Dollar
2028
Kanada
3,7 Billionen Dollar
Quelle: CEBR. Angaben beziehen sich auf das geschätzte Bruttoinlandsprodukt

Rang 9

2013
Italien
2,1 Billionen Dollar
2028
Mexiko
3,7 Billionen Dollar

Rang 8

2013
Russland
2,1 Billionen Dollar
2028
Russland
4,1 Billionen Dollar

Rang 7

2013
Brasilien
2,2 Billionen Dollar
2028
Großbritannien
4,3 Billionen Dollar

Rang 6

2013
Großbritannien
2,65 Billionen Dollar
2028
Deutschland
4,3 Billionen Dollar

Rang 5

2013
Frankreich
2,7 Billionen Dollar
2028
Brasilien
5,1 Billionen Dollar

Rang 4

2013
Deutschland
3,6 Billionen Dollar
2028
Japan
6,4 Billionen Dollar

Rang 3

2013
Japan
5 Billionen Dollar
2028
Indien
6,6 Billionen Dollar

Rang 2

2013
China
8,9 Billionen Dollar
2028
USA
32,2 Billionen Dollar

Rang 1

2013
USA
16,7 Billionen Dollar
2028
China
33,5 Billionen Dollar

Die Erholung der globalen Wirtschaft spiegelt sich auch in der Stimmung der Spitzenmanager wider. 44 Prozent rechnen mit einer Belebung in den kommenden Monaten - doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. „Die Zuversicht unter den Topmanagern beginnt wieder zu wachsen“, sagte Norbert Winkeljohann, Vorstandssprecher von PricewaterhouseCoopers (PwC) Deutschland, zur Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft. „Sie haben ihre Unternehmen erfolgreich durch die Krise geführt und wechseln nun aus dem Überlebensmodus in Wachstums-Programme.“ PwC hat 1344 Manager in 68 Ländern befragt und das Ergebnis am Dienstag veröffentlicht.

Die größte Zuversicht zeigen Vorstandschefs in Westeuropa. Deutsche Spitzenmanager sind allerdings zurückhaltender als viele andere, wenn es um die Umsatzentwicklung geht: Nur ein Drittel erklärt laut PwC, „sehr zuversichtlich“ zu sein, den Umsatz ihrer Unternehmen 2014 steigern zu können - in Russland und Mexiko gaben dies mehr als die Hälfte der Befragten an.

Weiterhin gut ist die Stimmung deutscher Finanzexperten, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Die Bewertung der aktuellen Wirtschaftslage stieg im Januar auf den höchsten Stand seit Mai 2012. Die Konjunkturerwartungen liegen demnach weiterhin hoch bei 61,7 Zählern, wenn es auch zum Jahresanfang einen leichten Dämpfer gab.

Kommentare (24)

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Account gelöscht!

21.01.2014, 16:38 Uhr

"Die Europäische Zentralbank (EZB) solle sogar noch über zusätzliche Maßnahmen nachdenken, um die Nachfrage zu stützen und der Finanzbranche zu helfen."

Alles Verbrecher!
Zuerst wird weltweit die Kohle von der Finanzmafia "abgesaugt", dann "verbrannt" bzw. "umverteilt" und anschließend werden diese Gangster solange "gepampert", bis sie vor Lachen keinen Schlaf mehr finden.
Das ist echt zum K.tze!

Numismatiker

21.01.2014, 16:57 Uhr

Die Warnung vor Deflation haben nur eine Grund:

Sie sollen noch mehr Generierung von Luftgeld durch die Notenbanken rechtfertigen, damit sich die Schuldenstaaten sanieren können.

Account gelöscht!

21.01.2014, 17:02 Uhr

Übersetzungsfehler bei "Größte Volkswirtschaften 2013 - 2028"
es geht bei ganzen Ländern um Billionen Dollar nicht "nur" um Milliarden Dollar.

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