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05.02.2015

10:10 Uhr

Deutsche Industrie mit Auftragszuwächsen

Rekordbestellungen beflügeln deutsche Maschinenbauer

Es geht wieder bergauf, da sind sich alle Beobachter einig: Die deutsche Industrie meldet ein Auftragsplus und auch in der nahen Zukunft dürfte die Nachfrage nach Maschinen und Anlagen „Made in Germany“ wachsen.

Ob Turbinen oder andere Maschinenteile: Industrieprodukte aus Deutschland sind wieder gefragt, im In- und im Ausland. dpa

Ob Turbinen oder andere Maschinenteile: Industrieprodukte aus Deutschland sind wieder gefragt, im In- und im Ausland.

BerlinDie deutsche Industrie hat zum Jahresende das größte Auftragsplus seit Juli eingefahren. Zudem sammelten die Betriebe so viele Bestellungen ein wie seit April 2008 nicht mehr, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag in Berlin mitteilte. Das Neugeschäft legte im Dezember um 4,2 Prozent zu und damit fast dreimal so stark wie von Experten erwartet. Die Industrie hat nach Ansicht des Ministeriums und von Ökonomen damit ihre Schwächephase überwunden. „Es kann jetzt keinen mehr Zweifel geben: Der Aufschwung ist da“, sagte Unicredit-Experte Andreas Rees.

Im November waren die Aufträge noch um 2,4 Prozent gesunken. Im Dezember sorgten sowohl das Exportgeschäft (plus 4,8 Prozent) als auch die Binnenkonjunktur (plus 3,4 Prozent) für spürbar mehr Nachfrage. „Die deutsche Wirtschaft beginnt, auf beiden Zylindern zu laufen“, sagte Rees. Vor allem die Nachfrage nach Maschinen, Anlagen und anderen Investitionsgütern „Made in Germany“ legte kräftig um 5,7 Prozent zu. Aus der Euro-Zone gab es hier sogar den zweiten Monat in Folge ein Auftragsplus von mehr als neun Prozent. „Einige Länder scheinen wieder mehr investieren zu wollen“, sagte Bayern LB-Expertin Christiane von Berg.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 11 – Stihl

Umsatz in 2013: 2,81 Milliarden Euro

Stihl ist ein schwäbisches Familienunternehmen mit Hauptsitz in Waiblingen-Neustadt, tätig in über 160 Ländern. Stihl entwickelt, fertigt und vertreibt motorbetriebene Geräte für die Forstwirtschaft, Landschaftspflege und die Bauwirtschaft.

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2013: 3,35 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2013: 3,5 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2014: 3,75 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Gea

Umsatz 2014: 4,52 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2014: 4,68 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion-Gruppe wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 - Knorr Bremse

Umsatz 2014: 5,2 Milliarden Euro

Das Unternehmen aus München ist der weltweit führende Hersteller von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge. gegründet wurde es 1905 in Berlin.

Platz 4 – Voith

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14: 5,35 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 3 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2014: 6,27 Milliarden Euro (nur Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2014: 17,05 Milliarden Euro

Die Linde-Gruppe sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14: 17,06 Milliarden Euro (nur Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Zuletzt hatte sich auch das Ifo-Geschäftsklima zum dritten Mal in Folge aufgehellt, was als Beleg für eine konjunkturelle Wende zum Besseren gilt. Das Ministerium betonte, die jüngsten Daten signalisierten deutlich, „dass die Schwächephase des letzten Jahres überwunden wurde und die Konjunktur zunehmend an Dynamik gewinnt“. Rees und Berg gehen davon aus, dass die Wirtschaft im ersten Quartal um 0,4 Prozent wachsen dürfte. Ende 2014 hatte das Bruttoinlandsprodukt nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes um rund 0,25 Prozent zugelegt.

„Die deutsche Wirtschaft dürfte in den kommenden Quartalen wohl noch einen Gang zulegen“, sagte Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen. „Die Stagnation im Sommerhalbjahr war nur eine Schwächephase, die nun dank des schwächeren Euro und des billigeren Öls überwunden wird.“

Im gesamten vierten Quartal zogen die Aufträge um 1,8 Prozent zum Sommer an. Vor allem die Auto-Branche trug mit einem kräftigen Plus von acht Prozent dazu bei, wie das Ministerium betonte. Auch Daimler schnitt besser ab als von Experten erwartet. Der Stuttgarter Autobauer verdiente im Gesamtjahr 2014 dank glänzender Verkaufszahlen deutlich mehr Geld. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) aus dem laufenden Geschäft stieg um rund ein Viertel auf 10,1 Milliarden Euro.

Von

rtr

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