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09.12.2015

16:16 Uhr

Deutsche Konjunktur

Arbeitskosten steigen gemäßigter

Die Arbeitskosten in Deutschland steigen europaweit mit am deutlichsten, im dritten Quartal wieder etwas langsamer. In Relation zur Produktivität zeigt sich einer Studie nach aber noch ein anderes Bild.

Arbeit in Deutschland wird teurer – ist einer Studie nach in Relation zur Produktivität aber Europaweit mit am billigsten. dpa

Arbeitskosten

Arbeit in Deutschland wird teurer – ist einer Studie nach in Relation zur Produktivität aber Europaweit mit am billigsten.

BerlinDie Arbeitskosten in Deutschland steigen langsamer. Im dritten Quartal erhöhten sie sich um durchschnittlich 2,4 Prozent zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. In den beiden Vorquartalen hatte es noch ein Plus von jeweils 3,0 Prozent gegeben. Die Arbeitskosten setzen sich aus den Bruttoverdiensten und den Lohnnebenkosten zusammen. Erstere stiegen im Sommer um 2,3 Prozent, letztere um 2,5 Prozent.

Arbeit verteuert sich in Deutschland derzeit stärker als in den meisten anderen EU-Ländern. Im benachbarten Frankreich fiel der Anstieg im zweiten Quartal - jüngere Vergleichsdaten gibt es noch nicht - mit 1,5 Prozent nur halb so groß aus. In der gesamten EU gab es einen durchschnittlichen Zuwachs von 1,9 Prozent. Die höchsten Wachstumsraten wiesen Lettland (+7,9 Prozent), Rumänien (+7,7) und Bulgarien (+6,8) auf. Dagegen sanken die Arbeitskosten in Griechenland (-2,9), Zypern (-1,2) und Italien (-0,4).

Fünf Gründe für Deutschlands Aufschwung

Starker Konsum

Weil Sparen sich wegen der Mini-Zinsen nicht lohnt, tragen die Verbraucher ihr Geld in die Geschäfte oder reisen viel. Löhne und Gehälter steigen zudem weiter kräftig.

Billiges Öl

Der Rückgang der Rohölpreise um nahezu die Hälfte seit dem Sommer 2014 entlastet Unternehmen und Verbraucher. Dies wirkt wie ein kostenloses Konjunkturprogramm.

Schwacher Euro

Die Exporteure jubeln, weil der im Verhältnis zum US-Dollar extrem schwache Euro Ausfuhren außerhalb des Euroraums günstiger macht.

Boom in den USA

Die US-Wirtschaft brummt – und die Amerikaner schätzen Waren „made in Germany“, gerade Luxusautos und Maschinen.

Job-Motor

Auf dem Arbeitsmarkt jagt ein Beschäftigungsrekord den nächsten. Bald dürften über 43 Millionen Deutsche erwerbstätig sein – das gibt Sicherheit und stützt den Aufschwung.

Werden die Arbeitskosten in Relation zur Produktivität gesetzt, dann liegen die so berechneten Lohnstückkosten hierzulande um gut zwölf Prozent unter denen der anderen Euro-Länder, ergab eine kürzlich veröffentliche Studie des gewerkschaftsnahen IMK-Instituts.

Von

rtr

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