Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.06.2013

09:10 Uhr

Deutsche Konjunktur

Bundesbank senkt Wachstumsprognose

Die Bundesbank traut der deutschen Wirtschaft weniger Wachstum zu - und senkt ihre Prognose. Gleichzeitig warnt sie vor einer Reformmüdigkeit im Euro-Raum. Doch es gibt auch eine gute Nachricht.

Die Bundesbank senkt ihre Wachstumsprognosen für Deutschland. dpa

Die Bundesbank senkt ihre Wachstumsprognosen für Deutschland.

Die Bundesbank traut der deutschen Wirtschaft weniger Wachstum zu. Sie senkte ihre Prognosen für 2013 von bislang 0,4 auf 0,3 Prozent, wie sie am Freitag mitteilte. Für das kommende Jahr werden jetzt 1,5 Prozent vorausgesagt, nachdem im Dezember noch 1,9 Prozent erwartet worden waren. Die Konjunktur werde von der Schuldenkrise in Europa belastet, weshalb die Exporte in diesem Jahr schrumpfen dürften. "Die gute Arbeitsmarktlage, stärker steigende Löhne und eine nachlassende Teuerung stützen in Deutschland jedoch den privaten Verbrauch", sagte Bundesbankpräsident Jens Weidmann. n.

Die deutsche Schuldenquote sollte nach Einschätzung der Deutschen Bundesbank in diesem und im nächsten Jahr kräftig sinken. "Aus heutiger Sicht ist für die Jahre 2013 und 2014 ein deutlicher Rückgang der Schuldenquote zu erwarten", heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Bundesbank-Bericht. Die Schuldenquote war in den vergangenen Jahren stark auf zuletzt 81,9 Prozent angewachsen.

Die neuen Wachstumsmärkte der deutschen Exporteure

Malaysia

Fast fünf Prozent Wachstum jährlich werden dem aufstrebenden Land bis 2025 vorausgesagt. Im gleichen Zeitraum könnte sich das Bruttoinlandsprodukt verdoppeln. Ein Grund dafür ist die wachsende Wettbewerbsfähigkeit. Im internationalen Standort-Vergleich des World Economic Forum belegt Malaysia Platz 25, knapp hinter Deutschlands wichtigstem Handelspartner Frankreich (21), aber noch vor China (29) und Italien (42). "Malaysia ist eine der offensten Volkswirtschaften der Welt", lobt das Prognos-Institut.

Indonesien

Das muslimisch geprägte Land lockt mit einem riesigen Binnenmarkt: Indonesien ist gemessen an der Bevölkerung die Nummer vier der Welt. 240 Millionen Einwohner leben hier. Bis 2060 wird Indonesien zur sechstgrößten Volkswirtschaft der Welt aufrücken und Deutschland überholen, sagt die Industriestaaten-Organisation OECD voraus. "Das rohstoff- und bevölkerungsreiche Land wird 2012 und 2013 um mehr als sechs Prozent wachsen", prognostiziert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). "Die Wirtschaft des Inselreichs profitiert von niedrigen Zinsen und einer niedrigen Inflation."

Kolumbien

Reiche Rohstoffvorkommen von Kohle über Öl und Gold bis zu Seltenen Erden, die Öffnung der Volkswirtschaft und nicht zuletzt eine deutlich verbesserte Sicherheitslage durch die Friedensgespräche mit den marxistischen FARC-Rebellen lassen auch hier ein jährliches Wirtschaftswachstum um die fünf Prozent erwarten. Für die Weltbank zählt Kolumbien zur Spitzengruppe in den lateinamerikanischen Staaten, wenn es um den Schutz geistigen Eigentums und Regulierung geht. "Das Land wird damit für ausländische Investoren interessanter", so der DIHK. Zusätzliche Impulse kommen von dem in Kraft getretenen Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union. Der DIHK hält deshalb sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten Steigerungsraten von mehr als 20 Prozent für möglich.

Peru

Noch mehr Wachstum wird Peru vorausgesagt: Sechs Prozent kann die Wirtschaftsleistung dort pro Jahr zulegen. Auch Peru hat ein Freihandelsabkommen mit der EU unterzeichnet und verfügt über viele Rohstoffe. Der DIHK hält deshalb ein Ausweitung des Handels um mehr als 20 Prozent für möglich. Besonders gefragt sein dürften Fahrzeuge. Dieser Markt lockt dem Prognos-Institut zufolge mit jährlichen Steigerungsraten von sieben Prozent.

Tunesien

Das World Economic Forum hält Tunesien, wo der arabische Frühling begann, für das wettbewerbsfähigste Land Afrikas. "Zu den größten Pluspunkten gehören die geografische Nähe zu Europa, eine belastbare Infrastruktur sowie die günstigen Lohnkosten", betont das Prognos-Institut. "Das Bildungssystem ist im regionalen Vergleich gut ausgebaut. Zudem haben zahlreiche Tunesier im Ausland studiert."

Vietnam

Schon jetzt zählt das asiatische Land mehr Einwohner als Deutschland, 2025 sollen es fast 100 Millionen sein. "Die konsumfreudige und zunehmend kaufkräftige Bevölkerung verspricht ein gewaltiges Absatzpotenzial: In kaum einem anderen Land Asiens wächst die Mittelschicht schneller als in Vietnam", so das Prognos-Institut. Mehr als sechs Prozent jährlich soll das Bruttoinlandsprodukt zulegen. Vietnam verfügt über unzählige billige Arbeitskräfte. Viele Unternehmen haben ihre Produktion deshalb schon aus dem teurer werdenden China in das Nachbarland verlagert.

Dagegen wird das deutsche Staatsdefizit, das im vergangenen Jahre erstmals seit mehreren Jahren wieder im Plus-Bereich lag, nach Einschätzung der Notenbank im laufenden Jahr wieder "leicht ins Minus drehen". Konjunkturbereinigt bleibe der Saldo in den öffentlichen Haushalten kaum verändert. Angesichts der aktuellen Planungen könnte der Staatshaushalt dann im Jahre 2014 wieder einen leichten Überschuss ausweisen.

Das größte Risiko für die Entwicklung der öffentlichen Finanzen sehen die Bundesbank-Experten weiter in den Unsicherheiten im Euro-Raum. Gleichzeitig warnt das Institut eindringlich vor einem Nachlassen der Reformbemühungen in der Euro-Zone. In ihrer neuen Prognose vom Freitag geht die Notenbank von einer Stabilisierung der Lage im Währungsraum aus und erwartet, dass die Auftriebskräfte nach und nach die Oberhand gewinnen. "Hierfür gibt es ermutigende Zeichen", heißt es in dem Bericht. "Andererseits deutet sich ein Erlahmen der Konsolidierungs- und Reformbemühungen an", stellte die Bundesbank fest. "Dies könnte auf die Finanzmärkte ausstrahlen und die Schuldenkrise erneut verschärfen", warnte sie.

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Joker1

07.06.2013, 10:09 Uhr

Nichts genaues weis man nicht. Man doktert rum und hofft,
nichts ist erledigt bzw. bereinigt, die Schulden- und
Wirtschaftskrise beginnt doch erst´richtig.
Will man hier auf heile Welt gemacht?

Account gelöscht!

07.06.2013, 10:46 Uhr

Genau! Die Schuldenkrise ist leider nicht zu bewältigen weil sie in der Natur des Systems liegt und deren Gesetzmäßigkeit befolgt.
Mit anderen Worten es gibt nur 2 Möglichkeiten entweder werden Zins und Zinseszins abgeschafft oder es wird wieder grosse Kriege geben.
Nur das Erstere ist leider sehr unwahrscheinlich!
Bisher war es so, sobald die Verschuldung zu hoch wurde wurden nicht die Schulden, sondern die Schuldner eleminiert!

DINO

07.06.2013, 11:13 Uhr

T O L L E S EUROPA wurde seit ROT/GRÜN weiter kreiert !

Dank der kriminellen, kranken, unfähigen " ELITEN " aus POLITIK,Finanz und Wirtschaft erfährt der EU-Bürger in einigen Ländern viel LEID. Auf Sicht holt uns dieses LEID alle ein ! Durch stilles zuschauen in D !

> Die Welt wird nicht bedroht von Menschen,die BÖSE sind, sondern von MENSCHEN, die das BÖSE zulassen <

Schade um die verheizten Jahrgänge,Jugend und betrogene Gesellschaft !

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×