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09.06.2017

10:36 Uhr

Deutsche Wirtschaft

Bundesbank traut noch stärkeres Wachstum zu

Es läuft gut für die deutsche Wirtschaft – und das dürfte nach Einschätzung der Bundesbank auch noch eine Weile so bleiben. Ganz ohne Risiken ist der Aufschwung allerdings nicht.

Der Präsident der Deutschen Bundesbank glaubt daran, dass die deutsche Wirtschaft noch stärker wachsen kann. dpa

Jens Weidmann

Der Präsident der Deutschen Bundesbank glaubt daran, dass die deutsche Wirtschaft noch stärker wachsen kann.

FrankfurtDie Bundesbank sieht die deutsche Wirtschaft nach einem starken Jahresstart vor einem anhaltend kräftigen Aufschwung. Es zeichne sich eine „breit angelegte, recht kräftige konjunkturelle Aufwärtsbewegung“ ab, prognostizierte Notenbank-Präsident Jens Weidmann am Freitag in Frankfurt. Die sehr gute Lage auf dem Arbeitsmarkt beflügelt den privaten Konsum, die niedrigen Zinsen kurbeln unter anderem den Wohnungsbau an.

Für das laufende Jahr rechnen die Ökonomen der Bundesbank nun mit 1,9 Prozent Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP). Bei ihrer letzten Konjunkturprognose im Dezember waren sie noch von 1,8 Prozent Wachstum ausgegangen. Auch ihre Prognosen für 2018 (plus 1,7 Prozent) und 2019 (plus 1,6) erhöhte die Bundesbank um jeweils 0,1 Punkte.

Der ungewöhnlich lange solide Aufschwung stabilisiert auch die Staatsfinanzen. Sollte es nicht zu größeren Politikänderungen kommen, rechnen die Fachleute mit merklichen Überschüssen: „Die Schuldenquote könnte demnach im Jahr 2019 – erstmals seit 2002 – wieder unter die Grenze von 60 Prozent fallen.“

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Die deutschen Exporte haben im April stärker angezogen als von Ökonomen im Vorfeld erwartet. Im Vergleich zum Vorjahreswert steht jedoch ein deutliches Minus. Nach der UK-Wahl herrscht zudem Unsicherheit.

Zunehmender Gegenwind auf den Weltmärkten könnte der Exportnation Deutschland allerdings Probleme bereiten. „Möglicherweise zunehmende protektionistische Tendenzen könnten das Wirtschaftswachstum schwächen“, erklärte die Notenbank. So droht zum Beispiel die US-Regierung mit Handelsschranken.

Im Inland indes sieht die Bundesbank weiterhin überwiegend positive Signale – auch wenn sich die Menschen wieder auf steigende Preise einstellen müssen: Der Anstieg der Verbraucherpreise dürfte sich nach Einschätzung der Notenbank im laufenden Jahr wegen der wieder höheren Preise für Rohöl und Nahrungsmittel „sprunghaft verstärken“. Ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel erwartet die Bundesbank einen allmählichen Anstieg der Inflationsrate in Deutschland von 1,3 Prozent in diesem Jahr bis auf 1,9 Prozent 2019.

Von

dpa

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