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23.05.2013

09:57 Uhr

Deutsche Wirtschaft

DIHK halbiert Wachstumsprognose

Die wirtschaftliche Stabilisierung in Europa läuft langsamer als erhofft. Wegen der Eurokrise hat der deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) seine Prognose für das Wirtschaftswachstum mehr als halbiert.

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer. dpa

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer.

BerlinDer Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat seine Prognose für das Wirtschaftswachstum wegen der Euro-Krise mehr als halbiert. Das Bruttoinlandsprodukt werde voraussichtlich nur um 0,3 Prozent wachsen, teilte der DIHK am Donnerstag zu seiner Umfrage unter rund 24.000 Unternehmen mit. Bislang waren 0,7 Prozent erwartet worden. "Der Aufschwung in Deutschland ist vorerst verschoben", sagte Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. "Die Unternehmen schätzen ihre Lage deutlich schlechter ein als zu Beginn des Jahres." 2014 dürfte das Wachstum bei mehr als einem Prozent liegen.

Ein Grund für die aktuelle Flaute sei, dass die wirtschaftliche Stabilisierung in Europa langsamer als erhofft verlaufe. Mit der Euro-Zone steckt der wichtigste deutsche Exportkunde in der längsten Rezession seiner Geschichte. Die Exporte drohen deshalb als Konjunkturstütze weiter auszufallen. Zwar rechnen 30 Prozent der Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten mit einem wachsenden Auslandsgeschäft - fast jedes achte Unternehmen befürchtet aber Rückgänge. "In den nächsten Monaten dürften sich die Ausfuhren damit wenig dynamisch entwickeln", befürchtet der DIHK. 41 Prozent der exportierenden Firmen geben die Auslandsnachfrage als Hauptrisiko für ihre Geschäftsentwicklung an. "Die Verunsicherung war zuletzt zu Jahresbeginn 2010 ähnlich hoch", so der DIHK.

Konjunkturprognosen der vergangenen Monate

DIHK

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geht von einem Wachstum von 0,3 Prozent aus. Bislang waren 0,7 Prozent erwartet worden. "Der Aufschwung in Deutschland ist vorerst verschoben", sagte Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. "Die Unternehmen schätzen ihre Lage deutlich schlechter ein als zu Beginn des Jahres." Für 2014 geht das DIHK von einem Wachstum von mehr als einem Prozent aus.

BDI

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, rechnet mit robustem Wachstum von bis zu 0,8 Prozent. Er ist damit weit optimistischer als die Bundesregierung.

Bundesregierung

Die Bundesregierung geht für 2013 von einem Wachstum von 0,4 Prozent aus.

Sachverständigenrat

Genau wie die Bundesregierung rechneten auch die "fünf Weisen" aus dem Sachverständigenrat zuletzt mit einem Wachstum von 0,8 Prozent. Wegen des starken Einbruchs im vierten Quartal 2012 haben sie den Wert jedoch auf 0,3 Prozent mehr als halbiert.

RWI

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung rechnet für 2013 mit einem Wachstum von 0,3 Prozent. Im Vergleich zur Herbstprognose wurde die Schätzung um 0,7 Punkte zurückgenommen.

Internationaler Währungsfonds

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt für 2013 ein Plus von 0,3 Prozent voraus. Im Oktober 2012 war er für 2013 noch von einem Wachstum von 0,9 Prozent ausgegangen.

EU-Kommission

Zum Lager der Optimisten gehört die EU-Kommission. Für Deutschland erwartet sie 2013 ein Wachstum von 0,5 Prozent. Das ist besser als die Erwartung für den Euroraum. Hier rechnet sie sogar mit einem Rückgang von 0,3 Prozent. Grund für die langsame Entwicklung sind die schlechte Binnennachfrage einiger Länder und große konjunkturelle Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedstaaten.

Bundesbank

Die Deutsche Bundesbank rechnet in ihrem Monatsbericht vom Dezember für 2013 mit einem Wachstum von 0,4 Prozent. 2014 soll dies auf 1,9 Prozent steigen.

DIW

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet für 2013 mit einem Wachstum von 0,7 Prozent. Damit hat es seine Erwartungen nach unten korrigiert. Zuvor war es von einem Plus von 0,9 Prozent ausgegangen. Für 2014 rechnet das DIW mit einem Wachstum von 1,6 Prozent.

Ifo-Institut

Das Münchner Ifo-Institut geht für 2013 von einem Wachstum von 0,7 Prozent aus. Die Spanne der Schätzung reicht von minus 0,6 bis plus 2,0 Prozent.

Zudem habe der lange Winter die Geschäfte vieler Unternehmen bis in den April hinein beeinträchtigt. "Ein solcher Jahresauftakt wirkt nach und ist nur schwer aufzuholen", sagte Wansleben.

Trotz der Konjunkturflaute wollen die deutschen Unternehmen in diesem Jahr aber neue Jobs schaffen. Der DIHK rechnet mit 250.000 zusätzlichen stellen. "Damit wächst die Erwerbstätigkeit wie schon 2012 schneller als die Wirtschaft", sagte Wansleben.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Gast

23.05.2013, 10:12 Uhr

Die Platte hängt. Hat jemand eine neue Nadel?

schuldenmajor

23.05.2013, 11:13 Uhr

herr schweitzer hat mit minuswachstum erfahrung.sein auf pump wild zusammengekaufter laden ALBA schwächelt schwer.

wie lange können wir uns eigentlich einen von darlehensgebern abhängigen boss der bosse und obersprachrohr leisten,dem das wichtigste die unternehmerische freiheit und damit die unabhängigkeit fehlt fehlt

Account gelöscht!

23.05.2013, 13:53 Uhr

Das heißt wegen der weltweiten Währungskrise.
Ich dachte die Exporte in den Euro-Raum wären garnicht mehr so wichtig, weil Deutschland doch so weltweit aufgestellt ist, und schon gute Patente und Know-How sinnbringend verscherbelt hat. Die Jünger des Exports lassen nach, tse

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