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08.06.2015

11:30 Uhr

Deutsche Wirtschaft

Exporte steigen dritten Monat in Folge

Die deutschen Exporteure haben im April erneut mehr Waren ins Ausland verkauft. Das hebt die Stimmung: Deutsche Unternehmen haben ihre Produktion im April hochgefahren, vor allem in den Euro-Ländern steigt die Nachfrage.

Insgesamt verkauften die Unternehmen Waren im Wert von 100,4 Milliarden Euro ins Ausland. dpa

Containerhafen in Hamburg

Insgesamt verkauften die Unternehmen Waren im Wert von 100,4 Milliarden Euro ins Ausland.

BerlinDie deutsche Wirtschaft hat im April überraschend viel exportiert. Die Ausfuhren übertrafen das Vormonatsniveau um 1,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Das war der dritte Zuwachs in Folge und zugleich der kräftigste in diesem Jahr. Ökonomen hatten nur ein Mini-Plus von 0,1 Prozent erwartet.

Die Chancen für einen anhaltenden Aufwärtstrend stehen nicht schlecht, erhielt die Industrie doch zuletzt deutlich mehr Aufträge aus dem Ausland: Diese legten im April um 5,5 Prozent zu – vor allem wegen der höheren Nachfrage aus den Euro-Ländern.

Insgesamt verkauften die Unternehmen Waren im Wert von 100,4 Milliarden Euro ins Ausland. Das waren 7,5 Prozent mehr als im April 2014. Dafür sorgte vor allem die starke Nachfrage außerhalb der EU. Die Exporte dorthin legten um 11,8 Prozent zu, die in die Euro-Zone nur um 3,3 Prozent. Die Importe fielen im April überraschend um 1,3 Prozent zum Vormonat. Ökonomen hatten ein Wachstum von 0,5 Prozent vorhergesagt.

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Für 2015 und 2016 erwartet der Kreditversicherer Euler Hermes eine Zunahme bei den Unternehmenspleiten im Ausland. Betroffen seien demnach deutsche Exportfirmen in Schwellenländern. In Deutschland sehe es besser aus.

Auch wegen der Exporterfolge fuhren die deutschen Unternehmen ihre Produktion im April hoch. Industrie, Baubranche und Energieversorger stellten zusammen 0,9 Prozent mehr her als im Vormonat. Der Anstieg fiel fast doppelt so stark aus wie erwartet. Im März hatte es noch einen Rückgang von 0,4 Prozent gegeben.

Die Industrieproduktion wuchs im April um 0,7 Prozent, da vor allem die Herstellung von Investitionsgütern wie Maschinen gesteigert wurde. Die Erzeugung im Baugewerbe stieg um 1,3 Prozent, die Energieproduktion um 1,4 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Peter Noack

09.06.2015, 08:11 Uhr

Warum so dürre Meldungen über Reuters?

destatis hat um 8:00 Uhr die komplette Statistik veröffentlicht, Von Januar bis April 2015 ist der deutsche Export um 5,94 Prozent gegenüber 2014 gestiegen. Die Importe sind um 2,05 Prozent gestiegen. Was haben die Wirtschaftsforscher im April für den Außenhandel prognostiziert? Vorige Woche kam die Prognose der Bundesbank, die lediglich 4,8 Prozent mehr Exporte, aber 6,4 Prozent mehr Importe vorsieht. Daran sieht man, dass auch Bundesbank die Handelsbilanz für April nicht früher hat, als destatis veröffentlicht. Nicht einmal ahnen konnte die Bundesbank das. Was heißt denn das: 6 % mehr Export und 2 % mehr Import bei über 200 Mrd. weniger Import als Export. Nach Lesart der Ökonomen ist das ein positiver Wachstumsbeitrag, der von der Bundesbank als negativ betrachtet wurde. Das Wachstum ist folglich stärker als von der Bundesbank prognostiziert. Das gilt ebenso für das wirtschafts- und Finanzministerium. Nun ist aber in 3 Wochen das erst Halbjahr vorbei. Wann kommt denn nun die Wende in der Handelsbilanz? Die kommt 2015 nicht mehr.
Dabei sind die Exportgüter des Exportüberschuss außer Landes und nicht durch entsprechende Importe ersetzt. Wenn man unter Wohlstand mehr als nur die wachsenden Geldbeträge auf dem Konto versteht, dann ist der Wohlstand nur unterdurchschnittlich gestiegen, was jeder Bürger, der vom Binnenmarkt lebt, fast 60 Prozent der Wirtschaft und der Menschen, am eigenen Leibe verspüren müssen
Die Wertschöpfung der Deutschen ist demnach viel größer als der einheimische Konsum. Das überschüssige Geld, für das weder Güter noch Dienstleistungen verfügbar sind, kann nicht ausgegeben, sondern muss gespart, also der Wirtschaft entzogen, werden. Diese Daten habe ich immer zur Hand. Nur ich?
Umgekehrt gilt das Gleiche für Länder mit Importüberschuss, der die inländische Wertschöpfung übersteigt. Solche Staaten leben über ihre Verhältnisse und sparen nicht. Alles das kann man bei destatis nachlesen.

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