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08.09.2014

08:42 Uhr

Deutsche Wirtschaft

Exporteure knacken erstmals 100-Milliarden-Marke

Die Einnahmen deutscher Exporteure sind um starke 8,5 Prozent zum Vorjahresmonat gestiegen. Damit lagen die Umsätze erstmals jenseits der 100 Milliarden Euro. Besonders eine Branche hat für den Rekordwert gesorgt.

Die Autobranche hat im Juli für hohe Exporteinnahmen gesorgt. dpa

Die Autobranche hat im Juli für hohe Exporteinnahmen gesorgt.

Die deutschen Exporteure haben trotz der Russland-Sanktionen erstmals in einem Monat die Umsatzmarke von 100 Milliarden Euro geknackt. Ihre Einnahmen stiegen im Juli um 8,5 Prozent zum Vorjahresmonat auf 101 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. „Das ist ein Exportrekord für einen einzelnen Monat“, sagte ein Statistiker. „Besonders die Autobranche hat dazu beigetragen.“ Auch der Überschuss in der Handelsbilanz – die Differenz zwischen Aus- und Einfuhren – erreichte mit 23,4 Milliarden einen neuen Höchstwert.

Möglicherweise fällt die Exportstatistik wegen der späten Sommerferien so ausgesprochen gut aus. Die für einen Juli ungewöhnlich wenigen Ferientage hatten zuvor bereits die Industrieaufträge und die Produktion überraschend deutlich steigen lassen, wie das Bundeswirtschaftsministerium betonte.

„Es kann sein, dass die späten Sommerferien das Ergebnis besser aussehen lassen", sagte der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding. „So haben im industrie- und exportstarken Niedersachsen die Ferien einen Monat später als üblich begonnen." Die Ausfuhren in die nicht zur Euro-Zone gehörenden EU-Länder – wozu etwa Großbritannien und Polen zählen – zogen im Juli mit 15,9 Prozent zum Vorjahresmonat besonders kräftig an.

Größte Volkswirtschaften 2013 - 2028

Rang 10

2013
Kanada
1,8 Billionen Dollar
2028
Kanada
3,7 Billionen Dollar
Quelle: CEBR. Angaben beziehen sich auf das geschätzte Bruttoinlandsprodukt

Rang 9

2013
Italien
2,1 Billionen Dollar
2028
Mexiko
3,7 Billionen Dollar

Rang 8

2013
Russland
2,1 Billionen Dollar
2028
Russland
4,1 Billionen Dollar

Rang 7

2013
Brasilien
2,2 Billionen Dollar
2028
Großbritannien
4,3 Billionen Dollar

Rang 6

2013
Großbritannien
2,65 Billionen Dollar
2028
Deutschland
4,3 Billionen Dollar

Rang 5

2013
Frankreich
2,7 Billionen Dollar
2028
Brasilien
5,1 Billionen Dollar

Rang 4

2013
Deutschland
3,6 Billionen Dollar
2028
Japan
6,4 Billionen Dollar

Rang 3

2013
Japan
5 Billionen Dollar
2028
Indien
6,6 Billionen Dollar

Rang 2

2013
China
8,9 Billionen Dollar
2028
USA
32,2 Billionen Dollar

Rang 1

2013
USA
16,7 Billionen Dollar
2028
China
33,5 Billionen Dollar

DekaBank-Ökonom Andreas Scheuerle misst dem starken Abschneiden große Bedeutung zu, „denn das aufgrund der geopolitischen Risiken wackelige dritte Quartal wird damit stabilisiert". Das mindere die Rezessionsängste, nachdem das Bruttoinlandsprodukt im Frühjahr unerwartet um 0,2 Prozent geschrumpft war. „Die aus der Geopolitik resultierenden Gefahren sind damit aber nicht weg", warnte Scheuerle. „Sie schweben weiter wie ein Damoklesschwert über der deutschen Konjunktur." Vor allem die gegenseitigen Sanktionen der EU und Russland im Ukraine-Konflikt hatten Sorgen vor Belastungen für die Wirtschaft geschürt.

Zuvor waren bereits die Industrieaufträge mit 4,6 Prozent so deutlich gestiegen wie seit gut einem Jahr nicht mehr. Damit steigen die Chancen, dass die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal wieder wächst und einer Rezession entgeht.

Die Exporte in die Euro-Länder wuchsen um 6,2 Prozent, die außerhalb der EU um 7,2 Prozent. Die gegenseitigen Sanktionen der EU und Russland im Ukraine-Konflikt hatten Sorgen vor Belastungen für den Außenhandel geschürt. Im Vergleich zum Vormonat kletterten die Exporte um 4,7 Prozent und damit so stark wie seit Mai 2012 nicht mehr. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet. Die Importe nahmen mit 1,8 Prozent überraschend stark ab.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Herr Teito Klein

08.09.2014, 09:32 Uhr

Exportüberschuss
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Die deutschen Exporteure haben trotz der Russland-Sanktionen erstmals in einem Monat die Umsatzmarke von 100 Milliarden Euro geknackt. Ihre Einnahmen stiegen im Juli um 8,5 Prozent zum Vorjahresmonat auf 101 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte.

Das haben sie der Automobilindustrie zu verdanken.
"Made in Germany" ist eben weltweit gefragt.
Das wird natürlich den Pleitestaaten Frankreich und Italien nicht gefallen. Sie fordern schon seit langem, Deutschland solle sich zurückhalten zu Gunsten des ClubMed. Zugleich verweigern sie sich jeglichen Reformen.

Herr Uwe Reissner

08.09.2014, 10:09 Uhr

Warum sollte Deutschland sich ändern. Es lebt sich doch zurzeit gut mit den Entscheidungen. Der von Italien und Frankreich gewünschte günstigere Euro geht doch in die richtige Richtung. Das man dadurch die deutschen Exporte subventioniert, will man anscheinend nicht wahrhaben. Und solange das so ist, können sie jammern und heulen wie sie lustig sind.

Herr D. Dino54

08.09.2014, 11:47 Uhr

".....knacken erstmals 100-Milliarden-Marke"

Wann knackt der Staat(en) endlich die Steueroasen ???

Bitte auch ein Dank an die Lohnsklaven, die unter den Leih- und Werkverträgen zu leiden haben, oder schlimmere Bedingungen!

Auch ein Dank an die Fleischindustrie, die den einheimischen Landwirten, u.a. in Afrika, Beispiel Geflügel, das Leben noch schwerer machen, sogar preislich unterbieten !

Irgendwie hört sich vieles sehr Krank an, aber WIR haben die 100 Mrd geknackt, was will man mehr, für wenige Nutznießer !

Was für kranke, perverse Rekorde !

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