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08.02.2005

06:55 Uhr

Deutsche Wirtschaft wächst langsamer

Handelsblatt-Frühindikator gibt etwas nach

Das erste Halbjahr 2005 wird für die deutsche Konjunktur zu einer Zitterpartie. Das schlägt sich auch im Handelsblatt-Frühindikator nieder. Er prognostiziert im Februar mit 1,0 Prozent in gleitender Jahresrate für das zweite Quartal eine etwas schwächere Dynamik als noch im Januar mit 1,1 Prozent. Negativ wirkten sich rückläufige Konjunkturdaten für Industrie, Bau und Handel im November aus. Außerdem waren die Erwartungen der Industrie ohne Ernährungsgewerbe im Januar weniger zuversichtlich als davor.

ari DÜSSELDORF. In der übrigen Wirtschaft verbesserten sich die Geschäftsaussichten dagegen. Auch die Verbraucher fassten mehr Vertrauen. Diese Stimmungsaufhellung wird aber inzwischen durch die Arbeitslosenzahl von mehr als fünf Millionen einer Belastungsprobe unterzogen. Zudem offenbarte sich, dass der Einzelhandel das Weihnachtsgeschäft viel zu optimistisch bewertet hatte.

Ein gewisses Gegengewicht bildet der Rekordanstieg der Auftragseingänge bei der Industrie im Dezember. Ihre Grundtendenz wird wegen des hohen Anteils von Großaufträgen im Dezember aber wohl erst mit den nächsten Monatszahlen sichtbar. Bis November jedenfalls war die Nachfrage im vierten Quartal schwächer als im dritten.

>> Der Handelsblatt-Frühindikator für Deutschland gesamt

>>Der Handelsblatt-Frühindikator für Ostdeutschland

Der Dezember-Spitzenwert bei den Aufträgen könnte jedoch dafür sorgen, dass die Voraussage des Handelsblatt-Frühindikators für das zweite Quartal im März einen Tick besser ausfällt als im Februar. Die Daten fließen in den Indikator geglättet ein, um Ausschläge durch monatliche Ausreißer zu vermeiden. Gleiches gilt für die rückläufigen Einzelhandelsumsätze im Dezember, die den März-Indikator für sich genommen drücken müssten.

Da die Handelsumsätze einschließlich Kraftfahrzeug- und Tankstellenhandel im vierten Quartal ihr Vorquartalsniveau erneut unterschritten haben, war die Grundtendenz für den privaten Verbrauch zum Jahreswechsel negativ. Eine Trendwende hängt davon ab, wie lange die hohe Arbeitslosenzahl das Konsumklima belastet und ob die neuen Steuerentlastungen in den privaten Verbrauch fließen. Die verbesserten Erwartungen des Einzelhandels im Ifo-Geschäftsklima sind insofern nur ein Hoffnungswert.

Die Aufhellungssignale für die deutsche Konjunktur beschränken sich derzeit auf die Industrie – indes mit ungünstigeren Exportperspektiven. Und die Chancen für eine Belebung der Binnennachfrage konzentrieren sich bei genauerem Hinsehen auf die Investitionen. Das Auftragsplus von Dezember ging zudem an der ostdeutschen Industrie vorbei. Die Konjunktur in den neuen Ländern wird nach dem Handelsblatt-Ostbarometer denn auch bis zur Jahresmitte stagnieren.

Alles in allem signalisiert der Handelsblatt-Indikator, dass der Wachstumstrend in Deutschland sich bis zur Jahresmitte nicht verstärkt. Rechnet man die höhere Zahl von Arbeitstagen aus dem Wachstum für 2004 heraus, verbleiben 1,2 Prozent. Das entspricht etwa der Dynamik, die der Handelsblatt-Frühindikator derzeit für das erste Halbjahr voraussagt. Die Regierungsprognose von 1,6 Prozent für 2005 erscheint damit sehr optimistisch.

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