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25.11.2014

17:25 Uhr

Deutscher Arbeitsmarkt stagniert

„Unternehmen wollen nur vereinzelt mehr Personal“

ExklusivDie Konjunkturschwäche tut dem deutschen Arbeitsmarkt zwar nicht weh, aber die Industrie wägt Neueinstellungen bereits genau ab. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer ist auf dem tiefsten Stand seit Sommer 2013.

Arbeitslose sollten nicht auf eine Einstellungswelle bei den Unternehmen hoffen. dpa

Arbeitslose sollten nicht auf eine Einstellungswelle bei den Unternehmen hoffen.

DüsseldorfDer deutsche Arbeitsmarkt scheint die Konjunkturschwäche zwar auszuhalten, doch der Beschäftigungszuwachs wird zum Jahreswechsel deutlich schwächer. „Die Unternehmen wollen nur noch vereinzelt mehr Personal einstellen“, sagt Ifo-Experte Klaus Wohlrabe, der monatlich exklusiv für das Handelsblatt das Beschäftigungsbarometer berechnet. Im November fiel der Index um 1,5 auf 105,4 Zähler und damit auf den tiefsten Stand seit Sommer 2013.

Für und Wider staatlicher Konjunkturprogramme

Weltweite Krisen...

... und sozialpolitische Weichenstellungen der Bundesregierung haben nach Einschätzung von Ökonomen die deutsche Wirtschaft ausgebremst. Auf der IWF-Jahrestagung ist die weltweit lahmende Konjunktur eines der wichtigsten Themen. Soll der Staat bei uns oder anderswo mehr investieren, um gegenzusteuern?

Pro: Mehr Aufträge

Mehr öffentliches Geld etwa für die Sanierung maroder Straßen, den Ausbau moderner Datennetze oder die Energiewende würden Bauwirtschaft und Handwerk Aufträge verschaffen. Das sichert auch Arbeitsplätze.

Pro: Mehr Konsum

Der Staat könnte Steuern und Abgaben senken, damit Haushalte und Unternehmen mehr konsumieren und investieren.

Pro: Mögliche Initialzündung

Idealerweise wird ein staatlicher Investitionsschub zur Initialzündung für die gesamte Konjunktur und bringt den Wachstumsmotor in Schwung.

Contra: „Konjunkturelle Strohfeuer“

Ein Mehr an staatlichen Investitionen ist keine Gewähr für dauerhaftes Wachstum. Kritiker sprechen von „konjunkturellen Strohfeuern“.

Contra: Staat holt Geld an anderer Stelle

Gibt der Staat an einer Stelle mehr Geld aus, muss er dies an anderer Stelle wieder reinholen. Schließlich will die Bundesregierung schon 2015 möglichst keine neuen Schulden machen.

Contra: Steigende Kreditzinsen

Staatliche Konjunkturprogramme können sogar nach hinten losgehen: Die Aussicht auf einen Anstieg des Staatsdefizits könnte die Kreditzinsen steigen lassen und so private Investitionen vermindern.

„Im Moment besteht nur eine geringe positive Beschäftigungsdynamik“, analysierte Wohlrabe die repräsentative Umfrage unter 9.500 Betrieben. Vor allem in der Industrie deute „nichts auf einen Beschäftigungsaufbau hin“. An diesem Donnerstag wird die Bundesagentur für Arbeit über die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt im November informieren. Bankvolkswirte erwarten im Schnitt eine annähernd unveränderte saisonbereinigte Arbeitslosigkeit von knapp 2,9 Millionen Personen.

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