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12.03.2014

14:54 Uhr

Deutscher Außenhandel 2014

Exporteure wollen Marke von 2000 Milliarden Euro knacken

In der EU und den USA stabilisiert sich die Wirtschaft, die deutschen Exporteure dürfen träumen: Vom Ziel, erstmals Waren im Wert von 2000 Milliarden Euro auszuführen. Doch die Krimkrise könnte das Ziel gefährden.

Container im Hamburger Hafen: Mit über 215 Milliarden Euro würde der deutsche Ausfuhrüberschuss in der Handelsbilanz ebenfalls einen neuen Rekord erreichen. dpa

Container im Hamburger Hafen: Mit über 215 Milliarden Euro würde der deutsche Ausfuhrüberschuss in der Handelsbilanz ebenfalls einen neuen Rekord erreichen.

BerlinDie deutschen Exporteure wollen in diesem Jahr erstmals Waren im Wert von mehr als 2000 Milliarden Euro absetzen. Einzig die Folgen der Ukraine-Krise könnte dieses Ziel ernsthaft in Gefahr bringen, wie der Handelsverband BGA am Mittwoch in Berlin erklärte. „Insgesamt sind wir für das Auslandsgeschäft in großen Teilen der Welt optimistisch“, sagte Verbandspräsident Anton Börner. Er warnte aber: „Diese Prognosen können sehr schnell Makulatur sein, sollte die Krise auf der Krim weiter eskalieren.“

Nach kleinen Einbußen im Vorjahr werden die Ausfuhren und die Einfuhren nach BGA-Einschätzung 2014 wieder wachsen. Für die Exporte rechnet der Verband mit einem Plus von drei Prozent, bei die Importe von zwei Prozent. Mit über 215 Milliarden Euro würde damit der – allerdings von der EU-Kommission und anderen internationalen Partnern kritisch bewertete – deutsche Ausfuhrüberschuss in der Handelsbilanz ebenfalls einen neuen Rekord erreichen. Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet mit einem neuen Spitzenwert und beziffert diesen auf fast acht Prozent der Wirtschaftsleistung.

Börner sagte, der Optimismus basiere auf den Erwartungen für den wichtigen US-Markt, wo die wirtschaftliche Erholung an Stärke gewinne. Die aktuellen Schwächetendenzen in China hält Börner nur für vorübergehend. Hinzu komme, dass sich das Geschäft mit den anderen EU-Ländern stabilisiere.

Größte Volkswirtschaften 2013 - 2028

Rang 10

2013
Kanada
1,8 Billionen Dollar
2028
Kanada
3,7 Billionen Dollar
Quelle: CEBR. Angaben beziehen sich auf das geschätzte Bruttoinlandsprodukt

Rang 9

2013
Italien
2,1 Billionen Dollar
2028
Mexiko
3,7 Billionen Dollar

Rang 8

2013
Russland
2,1 Billionen Dollar
2028
Russland
4,1 Billionen Dollar

Rang 7

2013
Brasilien
2,2 Billionen Dollar
2028
Großbritannien
4,3 Billionen Dollar

Rang 6

2013
Großbritannien
2,65 Billionen Dollar
2028
Deutschland
4,3 Billionen Dollar

Rang 5

2013
Frankreich
2,7 Billionen Dollar
2028
Brasilien
5,1 Billionen Dollar

Rang 4

2013
Deutschland
3,6 Billionen Dollar
2028
Japan
6,4 Billionen Dollar

Rang 3

2013
Japan
5 Billionen Dollar
2028
Indien
6,6 Billionen Dollar

Rang 2

2013
China
8,9 Billionen Dollar
2028
USA
32,2 Billionen Dollar

Rang 1

2013
USA
16,7 Billionen Dollar
2028
China
33,5 Billionen Dollar

Allerdings würde es die deutsche Wirtschaft empfindlich treffen, sollte sich der Konflikt mit Russland zu einer Handelskrise mit scharfen wechselseitigen Sanktionen auswachsen. Das würde womöglich auch die Weltwirtschaft beeinträchtigen. Für Russlands Wirtschaft allerdings könnte das nach den Worten Börners existenzbedrohend werden.

Russland ist für Deutschland mit über 76 Milliarden Euro bilateralem Handelsvolumen und deutschen Investitionen in dem Land von über 20 Milliarden Euro ein wichtiger Partner. Auf der Rangliste der größten Handelspartner Deutschlands liegt das Land auf Platz elf. Sollte es zu verschärften wechselseitigen Sanktionen kommen, so hält der BGA-Präsident die Enteignung ausländischer Firmen in Russland für wahrscheinlicher als einen Stopp der Energielieferungen des Landes in den Westen.

Statistisches Bundesamt: Starker Zuwachs für deutsche Exporte

Statistisches Bundesamt

Starker Zuwachs für deutsche Exporte

Deutsche Exporteure haben im Januar 2,2 Prozent mehr umgesetzt als im Vormonat. Das ist ein hervorragende Ergebnis – so gut war es um die deutsche Konjunktur lange nicht mehr bestellt.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

13.03.2014, 09:16 Uhr

Das ist ja mal eine Neuigkeit:
Die Verdopplung der Exporte in einem Jahr!
Da werden die Chinesen blass vor Neid werden.

Vielleicht sollte man Zahlen auf Plausibilität prüfen, bevor man sie publiziert.

Mit freundlichen Grüssen
Matthias Brems
brems@exportberatung.de

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