Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.05.2017

08:26 Uhr

Deutscher Außenhandels-Rekord im März

Wirtschaft exportiert Waren im Wert von 118,2 Milliarden Euro

Deutschlands Exporteure haben in diesem März so gute Geschäfte gemacht wie noch nie in einem Monat. Waren im Wert von 118,2 Milliarden Euro wurden ins Ausland verkauft und damit 10,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Auch die Wareneinfuhren nach Deutschland erreichten laut Statistikamt den höchsten Monatswert seit Beginn dieser Statistik im Jahr 1950. dpa

Güterzug in Ostuferhafen in Kiel

Auch die Wareneinfuhren nach Deutschland erreichten laut Statistikamt den höchsten Monatswert seit Beginn dieser Statistik im Jahr 1950.

Trotz politischen Gegenwinds setzen die deutschen Außenhändler neue Rekordmarken. Sowohl die Exporte als auch die Importe erreichten im März Höchststände, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Die Ausfuhren kletterten um 0,4 Prozent zum Vormonat und damit den dritten Monat in Folge. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Anstieg von 0,2 Prozent gerechnet, nachdem es im Februar ein Plus von 0,9 Prozent gegeben hatte.

Die Exporte summierten sich auf 118,2 Milliarden Euro, was einem Plus von 10,8 Prozent im Vergleich zum März 2016 entspricht. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hält für das Gesamtjahr 2017 ein Exportplus von drei Prozent für möglich. Die Weltkonjunktur hat sich zuletzt deutlich belebt. Es bleiben aber Risiken wie eine Abschottung des US-Marktes unter Präsident Donald Trump und die Folgen eines EU-Austritts Großbritanniens. Die Importe stiegen im März um 2,4 Prozent zum Februar und damit mehr als doppelt so stark wie erwartet. Der Überschuss in der Handelsbilanz lag saisonbereinigt bei 19,6 Milliarden Euro auf.

Ökonomen zum deutschen Export-Rekord

Stefan Kipar (BayernLB)

„Der Export läuft gut. Den Rekordwert sollte man aber nicht überbewerten. Positiv ist, dass es trotz Brexit, Trump und wirtschaftlicher Unsicherheit noch gut läuft. Aber es ist auch keine hochdynamische Entwicklung. Die Produktion verlief zum Jahresanfang insgesamt gut. Wir gehen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal um 0,6 Prozent gestiegen ist.“

Alexander Krüger (Bankhaus Lampe)

„Nach den beiden guten Vormonaten bei der Produktion war dies ein Rückgang mit Ansage. Ohne die überraschend gute Bauproduktion wäre der Rückgang stärker ausgefallen. Das gute Quartalsergebnis spricht für merklichen Rückenwind für das BIP im ersten Quartal. Dieser wird im zweiten Quartal aber bereits wohl wieder nachlassen, da die Geopolitik und die hohe wirtschaftspolitische Unsicherheit einem nachhaltigen Industrieaufschwung weiter entgegen stehen.“

Ulrike Kastens (Sal. Oppenheim)

„Deutschland profitiert im Moment ganz deutlich von der Belebung der Weltkonjunktur. Und nach wie vor hat Deutschland anscheinend die richtigen Produkte wie Autos und Maschinen, die weltweit nachgefragt werden. Doch diese guten Zahlen werden den Druck auf Deutschland erhöhen, die hohen Handels- und Leistungsbilanzüberschüsse abzubauen. Nicht nur vom IWF, sondern auch aus Frankreich wird der Druck zunehmen. Steigende öffentliche Investitionen können aber das Problem allein nicht lösen. Mittelfristig bräuchten wir auf jeden Fall auch mehr Ausrüstungsinvestitionen. Nach unseren Berechnungen wird der Leitungsbilanzsaldo gemessen am BIP in diesem Jahr zurückgehen.“

Carsten Brzeski (Ing-Diba)

„Insgesamt sollte die Industrieproduktion trotz des kleinen Rückgangs wieder ein Wachstumstreiber für die deutsche Wirtschaft geworden sein. Zudem gibt es verstärkt Hinweise darauf, dass die Industrieproduktion und die Investitionen zum Rest der Wirtschaft aufholen. Es ist aber noch zu früh, um das lang erwartete – und dann oft nicht eintretende – Anziehen der Investitionen zu feiern. Sollte dies aber kommen, dürfte sich die Konjunkturerholung in Deutschland einmal mehr ausweiten, obwohl Strukturreformen immer noch fehlen.“

Die Unternehmen produzierten im März etwas weniger. Industrie, Energieversorger und Baubranche stellten zusammen 0,4 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Ökonomen hatten ein Minus von 0,6 Prozent erwartet. Im gesamten ersten Quartal steht allerdings ein Plus von 1,4 Prozent zu Buche. „Die Auftragseingänge und Geschäftsklimaindikatoren sprechen für eine Fortsetzung der positiven Tendenzen“, erklärte das Ministerium.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Hofmann Marc

09.05.2017, 09:17 Uhr

Damit hat die Grün-Sozialistische Merkelregierung gar nichts zu tun.
Das ist reiner Zufall!

Herr J.-Fr. Pella

09.05.2017, 09:24 Uhr

Bei anstehenden Lohntarifverhandlungen sind viele Unternehmen fast pleite.
So wird gejammert.

Herr man reg

09.05.2017, 09:34 Uhr

... oder: "wanns laaft, dann laafts..." :-)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×