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24.05.2011

10:39 Uhr

Deutschland-Boom

Superaufschwung schürt Angst vor Überhitzung der Wirtschaft

Besser könnte es für die deutsche Wirtschaft eigentlich nicht laufen. Der Aufschwung übertrifft das Vorkriseniveau, und er verliert nach dem rasanten Jahresstart auch kaum an Tempo. Der Boom birgt aber Risiken.

Boom-Konjunktur

Warum die deutsche Wirtschaft brummt

Boom-Konjunktur: Trotz Sorge um Schuldenkrise: Deutsche Wirtschaft brummt

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BerlinDer Ifo-Geschäftsklimaindex verharrt im Mai überraschend auf dem Vormonatsniveau von revidiert 114,2 Zählern, wie das Münchner Institut am Dienstag mitteilte. Experten hatten mit einem Rückgang gerechnet, nachdem das wichtigste Stimmungsbarometer für die deutsche Wirtschaft bereits zuvor zwei Mal gesunken war. „Die Konjunkturampeln in Deutschland stehen nach wie vor auf grün“ , sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Das Ifo-Institut hat seinen Index zur Umfrage unter rund 7000 Firmen im Mai umgestellt und neu gewichtet. Deshalb wurden frühere Ergebnisse teilweise stark revidiert. Die befragten Manager beurteilten ihre Lage günstiger als zuletzt, der Teilindex stieg auf 121,4 Punkten von revidiert 121 Zählern. Ihre künftigen Geschäfte bewerteten die Unternehmen etwas skeptischer, die Erwartungskomponente sank auf 107,4 Punkte von revidiert 107,7 Zählern.

Analysten bejubelten die Ifo-Zahlen, warnten zugleich aber vor Risiken des Dauer-Booms. „Die Stimmung der Unternehmen ist nach wie vor spitzenmäßig", sagte Andreas Scheuerle von der Dekabank. "Dennoch würde ich mir nun einen Rückgang des Ifo-Geschäftsklimaindex wünschen." Einerseits könne sich Deutschland weiter auf durchschnittliches bis überdurchschnittliches Wachstum freuen, selbst wenn es ein paar Mal runtergehen könne. Mit einer Rezession sei jedenfalls nicht zu rechnen. Zudem brauche Deutschland eine Wachstumsverlangsamung, "wenn der deutsche Konjunkturmotor nicht überhitzen soll", sagte der Dekabank-Ökonom. "Man kann nicht auf Dauer im roten Bereich fahren." Insofern müsse ein Rückgang des Ifo-Geschäftsklimaindex "kein Beinbruch" sein.

"Das ist erfreulich und zeigt, dass die Wirtschaft weiter ordentlich läuft", sagte Ralph Solveen von der Commerzbank. Er rechne in den kommenden Monaten zwar mit einem leichten Rückgang des Ifo-Index. "Daraus gleich das Ende des Aufschwungs zu folgern, wäre aber verfrüht." Die Rahmenbedingungen für die deutsche Wirtschaft seien weiter gut. "Für Deutschland wäre es aber langfristig besser, wenn die EZB nun die Zinsen anhebt und dabei eine etwas zügigere Gangart an den Tag legt“, sagte Solveen.

Kommentar zum Ifo-Index

Boom mit Nebenwirkungen

Wer geglaubt hat, nach dem super Jahresstart sei das beste schon vorbei, der hat sich getäuscht: Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer ist nicht gesunken, sondern stabil geblieben. Kann das auf Dauer gut gehen?

Kommentare (20)

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Manipulation

24.05.2011, 10:12 Uhr

Warum dann weiterhin neue Beschäftigungmöglichlkeiten fast nur über die Leiharbeit?
Sowas ist paradox!

Notarzt

24.05.2011, 10:38 Uhr

Konjunktur rauf oder Konjunktur runter ist immer eine Schlagzeile im HB wert. Wenn aber die Commerzbank um 20% einbricht - großes gewolltes Schweigen? Fakten bewegen die Finanzwelt und keine Prognosen.

Voltaire

24.05.2011, 11:06 Uhr

Die vom statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen sind stark untertrieben. In Wahrheit liegt die Zunahme vom BIP in Deutschland weit über dem von China (z. Zt. ca. 10 %). Wir haben Vollbeschäftigung und ausländische Fachkräfte mit Berufsausbildung werden derzeit für mind. 70k Jahresgehalt und Akademiker mit Studienabschluss für mind. 120k Jahresgehalt zzgl. einer einmaligen Integrationsprämie von 40k angeheuert.

Die Rückzahlung der 2.000.000.000.000 EUR Staatsschulden ist in vollem Gange, monatlich werden für Zins und Tilgung derzeitig 10.000.000.000 EUR überwiesen.

Darüber hinaus haben sich die Unternehmen entschlossen, die Lohn- und Gehaltszahlungen für ihre Arbeiter und Angestellte zum 01.06.2011 je nach Branche zwischen 25 bis 35 Prozent anzuheben.

Zur Stabilisierung der Weltwirtschaft stellt die Bundesregierung neben Direktsubventionen unbegrenzte Garantien und Bürgschaften zur Verfügung.

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