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16.04.2014

19:16 Uhr

Deutschland

Ökonomen sagen kräftiges Wachstum voraus

Die deutsche Wirtschaft nimmt Fahrt auf: Im ersten Quartal ist die Wirtschaft nach Meinung mehrerer Konjunkturexperten um 0,6 Prozent gewachsen – für das Gesamtjahr stehen fast zwei Prozent an. 2015 wird noch besser.

Der Hamburger Hafen: Nach der Ukrainekrise hat sich die deutsche Wirtschaft wieder erholt. dpa

Der Hamburger Hafen: Nach der Ukrainekrise hat sich die deutsche Wirtschaft wieder erholt.

BerlinDie deutsche Wirtschaft kommt in Schwung. Ökonomen rechnen für das erste Quartal im Schnitt mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 0,6 Prozent, ergab eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter Konjunkturexperten von 16 Banken, Finanzhäusern und Instituten.

Ende 2013 hatte es nur zu einem Plus von 0,4 Prozent gereicht. Im Gesamtjahr 2014 wird es demnach ein Wachstum von 1,9 Prozent geben, das 2015 auf 2,0 Prozent anziehen soll. Die Bundesregierung ist ähnlich optimistisch.

Neben der Sorge vor einer stärkeren Konjunkturabkühlung in China schätzen die Experten die Ukraine-Krise als Risiko für die erwartete Erholung ein. "Falls der Konflikt eskaliert, sind große wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland und eine temporäre Störung der Gasversorgung Europas sehr wahrscheinlich", sagte Timo Klein von Global Insight. "Der deutsche Aufschwung könnte dann einen schweren Rückschlag erleiden." Eine Rezession wie nach der Lehman-Pleite 2008 sei zwar nicht zu erwarten, doch könne sich das Wachstum in diesem und im kommenden Jahr auf etwa ein Prozent halbieren.

Konjunkturaussichten für die Euro-Länder

Spanien

Spanien könnte 2014 wieder um ein Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit soll jedoch mit 25,7 Prozent hoch bleiben. Das Haushaltsdefizit wird auf 5,8 Prozent der Wirtschaftsleistung geschätzt.

Frankreich

Frankreichs Wachstum dürfte 2014 mit 1,0 Prozent unter dem Durchschnitt der Euro-Zone bleiben. Die Arbeitslosigkeit soll auf elf Prozent steigen.

Griechenland

Die griechische Wirtschaft soll 2014 erstmals seit sechs Jahren wieder um 0,6 Prozent wachsen. Trotz der erwarteten Besserung dürfte die Arbeitslosigkeit mit 26 Prozent vergleichsweise hoch bleiben. Bei der Verschuldung werden 177 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet.

Italien

Italiens Wirtschaft soll 2014 um 0,6 Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit dürfte hingegen auf einen Rekord von 12,6 Prozent klettern. Der Schuldenstand bleibt hartnäckig hoch: 2015 soll er mit 132,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts leicht unter dem diesjährigen Niveau liegen.

Zypern

Um 4,8 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt einbrechen. Die Arbeitslosigkeit dürfte auf den Rekordwert von 19,2 Prozent steigen.

Portugal

Für Portugal erwartet die EU-Kommission 2014 ein Wachstum von 0,8 Prozent. 2015 soll die Arbeitslosenquote mit 16,5 Prozent einen Tick unter den diesjährigen Wert fallen. Der Schuldenstand dürfte nach dem Rekordwert von 129,4 Prozent im vorigen Jahr bis 2015 wieder auf 125,8 Prozent zurückgehen.

Irland

Irlands Wirtschaft dürfte 2014 mit 1,8 Prozent deutlich stärker wachsen als der gesamte Währungsraum. Bis 2015 soll die Arbeitslosenquote auf 11,2 Prozent fallen, nachdem sie 2013 noch bei 13,1 Prozent lag. Das Defizit soll 2015 auf 4,3 Prozent sinken.

Quelle

EU-Kommission

Auch das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) warnt vor den Folgen einer Eskalation. "Ein Stop der Gas- und Ölimporte aus Russland scheint zwar sehr unwahrscheinlich, aber die Konsequenzen wären drastisch", sagte IWH-Ökonomin Brigitte Loose. "Denn die deutsche Wirtschaft kann nur wenige Monate ohne russisches Gas durchhalten." Sollte die russische Wirtschaft in eine Rezession stürzen und andere Länder anstecken, könnte das deutsche Wachstum um bis zu 0,3 Prozentpunkte schwächer ausfallen.

Von

rtr

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