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11.03.2004

11:12 Uhr

Deutschland und Euro-Zone

IfW senkt Wachstumsprognose

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat seine Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr auf 1,6 % abgesenkt. Im kommenden Jahr dürfte die Wirtschaft in Deutschland um 1,2 % wachsen, hieß es weiter in einem am Donnerstag veröffentlichten Konjunkturbericht des Instituts.

HB KIEL. Als zweites führendes Wirtschaftsinstitut senkte das Kieler IfW am Donnerstag die Erwartung für dieses Jahr. Die Hamburger Wirtschaftsforscher des HWWA hatten bereits im Februar die Wachstumserwartung 2004 für Deutschland von 1,7 % auf 1,5 % zurückgenommen.

Neben moderaten Verbraucherpreisen erwartet das Institut für Weltwirtschaft (IfW) für Deutschland einen leichten Rückgang der Arbeitslosenquote auf 9,1 % (2004) beziehungsweise 9,0 % (2005).

Die Konjunktur im Euroraum befindet sich im Frühjahr 2004 laut IfW auf Erholungskurs. Allerdings könne von einem Aufschwung nicht die Rede sein. Trotz expansiver Geldpolitik und der dynamischen Weltkonjunktur werde das reale BIP im Euroraum „nur moderat“ um 1,7 % in diesem und 2,0 % in 2005 steigen. Der Preisauftrieb dürfte in beiden Jahren mit 1,8 % beziehungsweise 1,9 % (2005) ebenfalls „moderat“ bleiben, so die Forscher. Die Lage am Arbeitsmarkt werde sich in der Eurozone vom Frühjahr an allmählich verbessern, was sich dann in Arbeitslosenquoten von 8,7 (2004) beziehungsweise 8,4 % (2005) ausdrückt.

Mit der europäischen Finanzpolitik gingen die IfW-Experten hart ins Gericht. Ihr Hauptproblem liege nicht darin, dass die Quoten für die Budgetdefizite teilweise mehr als 3,0 % betragen, sondern dass die strukturellen Defizite immer noch hoch sind, hieß es. Das Ziel eines ausgeglichenen Haushalts sei in einigen großen Ländern komplett aufgegeben worden, kritisieren die Wirtschaftsforscher.

So blieben in Deutschland und Frankreich im Jahr 2007 - zehn Jahre nach Verabschiedung des Stabilitätspaktes - Defizite in Höhe von 1,5 % des BIP bestehen. Bei der Diskussion um den Pakt sollte es nach Ansicht des IfW nicht um „mehr Flexibilität“ bei der zulässigen Obergrenze für die Budgetdefizite gehen, sondern darum, „dass das Ziel eines ausgeglichenen Haushalts ernsthaft verfolgt wird“.

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