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17.09.2014

12:18 Uhr

Devisen

Teuerungsrate höher als zunächst berechnet

Mini-Inflation oder heiße Luft? Die Teuerungsrate blieb im August extrem niedrig. Das schwache Wachstum setzt die EZB weiter unter Druck. Indes rechnen Privatbanken mit einer spürbaren Abwertung des Euro bis 2015.

Euro-Münzen: Die Gemeinschaftswährung schwächelt legt. dpa

Euro-Münzen: Die Gemeinschaftswährung schwächelt legt.

Luxemburg/BerlinDie Teuerung in den Euroländern bleibt extrem niedrig, lag im August aber etwas höher als zunächst gedacht. Die jährliche Teuerungsrate betrug wie im Vormonat Juli 0,4 Prozent - und nicht wie zuerst berechnet 0,3 Prozent. Das teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch in ihrer zweiten Schätzung in Luxemburg mit. Dennoch verharrt die Teuerungsrate auf dem tiefsten Stand seit knapp fünf Jahren. Zuletzt hatte die Rate im Oktober 2009 mit 0,1 Prozent niedriger gelegen.

Grund für das niedrige Niveau sind die sinkenden Energie- und Kraftstoffpreise. Auch die Kosten für Nahrungsmittel und Telekommunikation bremsten die Teuerung. Ein Jahr zuvor hatte die Inflationsrate noch 1,5 Prozent betragen. In Deutschland lag die jährliche Teuerungsrate im August bei 0,8 Prozent.

Währungsbilanz 2014 - Euro verliert an Boden

Ukrainische Hrywnja

Euro/Hrywnja (lfd. Jahr): + 39,7 Prozent

Stand: 22.07.2014, Quelle; VWD

Argentinischer Peso

Euro/Argentinischer Peso (lfd. Jahr): + 23,2 Prozent

Russischer Rubel

Euro/Rubel (lfd. Jahr): + 5,3 Prozent

Chinesischer Yuan

Euro/Yuan (lfd. Jahr): + 0,9 Prozent

Polnischer Zloty

Euro/Zloty (lfd. Jahr): - 0,2 Prozent

Südafrikanischer Rand

Euro/Rand (lfd. Jahr): - 0,1 Prozent

Schweizer Franken

Euro/Franken (lfd. Jahr): - 0,5 Prozent

Kanadischer Dollar

Euro/Kan-Dollar (lfd. Jahr): - 0,7 Prozent

US-Dollar

Euro/Dollar (lfd. Jahr): - 1,7 Prozent

Mexikanischer Peso

Euro/Peso (lfd. Jahr): - 2,1 Prozent

Türkische Lira

Euro/Lira (lfd. Jahr): - 2,5 Prozent

Indische Rupie

Euro/Rupie (lfd. Jahr): - 4,1 Prozent

Britisches Pfund

Euro/Pfund (lfd. Jahr): - 4,8 Prozent

Japanischer Yen

Euro/Yen (lfd. Jahr): - 5,4 Prozent

Brasilianischer Real

Euro/Real (lfd. Jahr): - 7,5 Prozent

Australischer Dollar

Euro/Aus-Dollar (lfd. Jahr): - 7,6 Prozent

Die Mini-Inflation setzt die Europäische Zentralbank (EZB) unter Druck. Wegen des schwachen Wachstums in Europa und der geringen Inflation hatte die Notenbank ihre Geldpolitik Anfang September erneut gelockert. Unter anderem senkte sie den Leitzins auf das Rekordtief von 0,05 Prozent. Seit Monaten steht die Sorge im Raum, dass aus der niedrigen Inflation eine Deflationsspirale mit Preisverfall und schrumpfender Wirtschaftsleistung entstehen könnte.

„Bei der Inflation geht es immer noch um niedrige Energiepreise, niedrige Nahrungsmittelpreise und weniger um eine Bedrohung oder eine tatsächliche Deflation”, sagte Carsten Brzeski, Chefvolkswirt bei ING-Diba in Frankfurt. „Andererseits beobachtet die EZB die Inflationsdaten durchaus.”

Die Kerninflationsrate, bei der stärker schwankende Elemente wie Energie, Nahrungsmittel, Tabak und Alkohol nicht berücksichtigt werden, lag bei 0,9 Prozent, nach 0,8 Prozent im Vormonat. Die Kosten für Dienstleistungen stiegen um 1,3 Prozent, was dem Anstieg vom Juli entsprach.

Die deutschen Privatbanken rechnen mit einer spürbaren Abwertung des Euro. Bis Ende 2015 dürfte die Gemeinschaftswährung nur noch 1,20 Dollar wert sein, sagte Stefan Schilbe, Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschafts- und Währungspolitik beim Branchenverband BdB, am Mittwoch. Der Wechselkurs sei aber nicht im freien Fall, sondern werde eher allmählich nachlassen. Hauptgrund sei, dass die US-Notenbank wohl im Frühjahr oder im Frühsommer 2015 die Zinswende einleiten werde und damit deutlich früher als die Europäische Zentralbank (EZB), sagte Schilbe, der auch Chefvolkswirt der Privatbank HSBC Trinkaus & Burkhardt ist. Die EZB hatte erst kürzlich den Leitzins auf ein Rekordtief nahe null Prozent gesenkt. Der Euro hat zuletzt deutlich an Wert verloren. Lag er Anfang Mai noch bei knapp 1,40 Dollar, notierte die Gemeinschaftswährung am Mittwoch nur noch bei 1,29 Dollar. Der niedrige Euro-Kurs stützt die Exporte aus der Euro-Zone nach Übersee

Kommentare (4)

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Frau Ellis Müller

17.09.2014, 12:36 Uhr

Na sowas, und Draghi bekämpft die "Deflation" mit dem Aufkauf hochriskanter Papier von den Banken.

Herr Omarius M.

17.09.2014, 13:58 Uhr

Berechnungsgrundlage der alles zugrunde liegt ist irreführend.

desweitern hat die EZB den Auftrag Währungsstabilität zu gewährleisten.... die 2% max inflation sind ein kann, kein muss.....

je niedriger die inflation um so besser für alle lohn abhänigen, Rentner etc etc....

Draghis Poltik zielt nur auf Schuldner..

zudem kämpft er eh auf verlorenem Posten....

die unterscheide in der Währungsmentalität
und im allgemein Wirtschaftszustand kann auch die geldpolitik nicht ausgleichen....

Und je länger wir uns Durchwusten, um so mehr steigt die fall höhe...

Es geht anscheind nur noch darum D sovel haftung wie möglich zu zuschieben bevor man das Experiment aufgibt weil die soziale situation immer untragbarer wird, gerade in den Südländern....

alles wollten an die D zins konvergenz.....

aber nicht die dafür nötigen schritte gehen das auch dauerhaft zu gewährleisten......

Entgegen der Anlage tradtionen der D wurden wir in dieses Eu weite Menschen experiment gezwungen,

Und das nur um die Minderwertigskeits Komplexe unserer "freunde" einzudämmen.....

die frage die sich stellt..... mit welchem recht werden die heutigen D ungefragt in Sippenhaft genommen..... bzw bei der Wende... ??

Nicht vergessen der Euro war ne erpressung bezüglkich der Einheit.....

nur mit welchem recht will man das nun ewig am laufen halten ??....

Vorallem wenn sich unsere "freunde" weigenr ihrerseits mal ihre geschichte aufzuarbeiten und abbitte zu leisten...

Leider versagen unsere Historiker in den Punkten eklatant..

also seit 1871 nicht s neues...

Angst Missgunst und Neid läst es nicht zu das die D mal die früchtet ihrer arbeit geniessen dürfen.....

Herr Omarius M.

17.09.2014, 14:02 Uhr

Der niedrige Euro-Kurs stützt die Exporte aus der Euro-Zone nach Übersee

er erhöht aber auch das defizit bei den einfuhren....^^

und da sparen ja nicht durchsetzbar ist zb in F...
(hier wäre noch zu klären wie man weniger neue schulden machn als sparen werten darf)....

kanns sich jeder mittelbegabte an 2 fingern ausrenchen was die folge davon ist wenn der Euro schwächer bleibt...... auf dauer mehr defizit.... weil sich die ausgaben struktur ja nicht ändert.... und so weich das die exporte plötzlich raketen artig explodiern würden kann man den Euro gar nicht machen solange D mit im verbund ist...

einzig aktuell gangbare wäre nord und süd euro....

bzw ein zurück zur EWG

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