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20.01.2011

09:56 Uhr

Dezember-Daten

Preisexplosion bei Lebensmitteln

Die Preise für Nahrungsmittel sind 2010 kräftig gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der „Internationalen Grünen Woche Berlin 2011“ mitteilt, legten die Nahrungsmittelpreise im Dezember 2010 gegenüber Dezember 2009 um 3,6 Prozent zu. Damit wurde zum Jahresende 2010 der stärkste Preisanstieg bei Nahrungsmitteln für das Jahr 2010 gemessen.

Speisefette erlebten den größten Preisanstieg. dpa

Speisefette erlebten den größten Preisanstieg.

HB WIESBADEN. Über das ganze Jahr gesehen legten die Preise nach Angaben der Statistiker um 1,6 Prozent gegenüber 2009 zu. Damit lag die Jahresteuerung bei den Lebensmitteln über dem durchschnittlichen Anstieg der Verbraucherpreise von 1,1 Prozent, wie die Statistiker weiter mitteilten. Gerade im langfristigen Vergleich zeige sich, dass sich die Kosten für Nahrungsmittel preistreibend auf die Gesamtteuerung auswirkten. Während die Verbraucherpreise von 2005 bis 2010 um 8,2 Prozent stiegen, legten die Nahrungsmittelpreise um 13 Prozent zu.

Den stärksten Preisanstieg gegenüber dem Jahr 2009 gab es im vergangenen Jahr den Angaben nach bei Speisefetten und -ölen mit einem Plus von 8,7 Prozent. Auch Gemüse und Obst verteuerten sich mit einem Anstieg um 6,3 beziehungsweise 5,2 Prozent deutlich. Süßwaren dagegen waren im Jahresvergleich um 1,0 Prozent billiger.

Am Mittwoch hatte der Deutsche Bauernverband vor Beginn der Grünen Woche in Berlin bereits auf steigende Lebensmittelpreise in Deutschland hingewiesen. Bauernpräsident Gerd Sonnleitner geht davon aus, dass die Zeiten der extremen Niedrigpreise beim Discounter vorüber sind. Denn die Agrarmärkte entwickelten sich weltweit aufwärts.

Eine verstärkte Nachfrage infolge der konjunkturellen Erholung bei gleichzeitig wetterbedingt niedrigeren Ernten habe zu steigenden Preisen auf den Weltmärkten für Getreide, Ölsaaten und Fleisch geführt. Er rechnet damit, dass sich der Preisanstieg im Rahmen der allgemeinen Teuerungsrate bewegt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht trotz des Preisschubs derzeit keine Inflationsgefahr im Euroraum. Zwar dürfte die Teuerung in den kommenden Monaten nochmals ansteigen und vor allem wegen der Entwicklung der Rohstoffpreise vorrübergehend knapp über dem Wert von 2,0 Prozent liegen, berichtete die Notenbank in ihrem am Donnerstag in Frankfurt vorgelegten Monatsbericht. Gegen Ende des Jahres dürfte sich der Preisanstieg aber wieder abschwächen.

Vorerst bleiben die Währungshüter aber bei ihrer Prognose, dass die Verbraucherpreise mittelfristig stabil bleiben. Angesichts möglicher Risiken wie der weiteren Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise sowie anstehenden Steuererhöhungen in vielen Ländern werde die EZB die Preisentwicklung aber genau beobachten.

Im Dezember war die Inflationsrate in der Eurozone von 1,9 Prozent auf 2,2 Prozent gestiegen. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte zugegeben, von diesem hohen Anstieg überrascht worden zu sein. Die EZB strebt eine jährliche Teuerung von knapp unter 2,0 an. Seit der Euro-Einführung lag die Inflation im Euroraum nach EZB- Angaben im Schnitt bei 1,97 Prozent.

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